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Gnadenhochzeit in Liebenburg

GZ Plus IconZum 70. Hochzeitstag: Frickes erneuern ihr Eheversprechen

zwei Senioren

Helga und Alfred Fricke gehen ihren Lebensweg seit 70 Jahren gemeinsam. Foto: Leifeld

70 Jahre gemeinsam durchs Leben – von Kriegswirren über Fernreisen bis zur Gnadenhochzeit feiern Helga und Alfred Fricke ihr seltenes Ehejubiläum.

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Von Andrea Leifeld
Samstag, 24.01.2026, 04:00 Uhr

Liebenburg. „Der schönste Weg ist der gemeinsame.“ Dieses Motto ziert nicht nur ein Banner, gerahmt von Herzen und Rosen, das an diesem besonderen Samstag die Haustür von Helga und Alfred Fricke schmückt, sondern begleitet die hochbetagten Senioren bereits ihr ganzes Leben lang.

Ihr gemeinsamer Eheweg dauert nunmehr 70 Jahre. Die Jubilare feiern heute mit ihrem 70-jährigen Eheversprechen das seltene Fest der Gnadenhochzeit.

Gemeinsam mit Familienmitgliedern und Freunden werden Helga und Alfred Fricke heute ihren Festtag begehen und dabei in einer Wohnzimmer-Andacht mit Pfarrer Dirk Glufke auch ihr Versprechen, füreinander da zu sein, erneuern.

Altes Hochzeitsfoto.

Sie heirateten 1956 in Essen. Foto: Privat

Der gute Kontakt zur großen Familie ist den Jubilaren ebenso wichtig wie die Freundschaften in Liebenburg. Viele Mitbürger kennen Alfred Fricke noch aus seiner Zeit in der Kommunalpolitik: Von 1991 bis 2011 war er im Liebenburger Ortsrat aktiv und von 1993 bis 2003 sogar Ortsbürgermeister.

Harte Zeiten gemeinsam überstanden

Doch der Reihe nach: „Wir haben harte Zeiten zusammen überstanden“, betonen sie gemeinsam, beim Blick auf ihren gemeinsamen Lebensweg. Überstandene Schicksalsschläge schweißten sie stets stärker zusammen.

Alfred Fricke wurde 1936 in Groß Döhren geboren, seine Braut, Helga Spirowski, in Zopot bei Danzig. Es waren weite Wege, Kriegswirren und Entbehrungen erforderlich, damit sich das heutige Jubelpaar 1954 bei einem Tanzvergnügen im Othfresener Lokal „Macke“ kennenlernen konnte. Schnell war den jungen Leuten klar, dass sie ihren Lebensweg gemeinsam gehen wollten. Aber im Nachkriegsdeutschland war noch nichts wirklich gut, das Wirtschaftswunder noch nicht in Sicht.

Aufgrund der wirtschaftlichen Not und hohen Arbeitslosigkeit in der Nordharz-Region zog es die Verlobten 1955 ins Ruhrgebiet nach Essen, wo unter anderem in der Kohleindustrie dringend Arbeitskräfte gesucht wurden.

Senioren vor der Haustür .

Seit 70 Jahren sind Helga und Alfred Fricke verheiratet. Foto: Leifeld

Dort heirateten sie am 24. Januar 1956 – und 13 Tage später wurde ihnen Sohn Peter geboren. 18 Monate später folgte der zweite Sprössling namens Rolf. Nach sieben Jahren kehrte das Paar mit seinen beiden Söhnen zurück. 1963 bezogen sie schließlich ihr eigenes Häuschen in Liebenburg.

Alfred Fricke fand einen guten Job im Bosch-Konzern, in dem er bis zu seinem Ruhestand 30 Jahre lang tätig war. Auch Helga Fricke war immer berufstätig: Erst arbeitete sie als Näherin in Heimarbeit, später, von 1970 bis 1996, als Krankenschwester in der örtlichen Klinik Dr. Fontheim.

Viele Fernreisen

Mit vielen Fernreisen, unter anderem nach China, Indien, Mexiko und Australien, füllten die Eheleute ihr aktives Leben. Die Begegbunge mit Menschen war ihnen in all den Jahren immer wichtig.

Auch in den vergangenen fünf Jahren, seit ihrer Eisernen Hochzeit im Jahr 2021, standen reisen und gemeinsame Unternehmungen im Mittelpunkt. „2022 sind wir nochmal mit dem Auto die 800 Kilometer in Helgas alte Heimat nach Zopot gefahren und haben dort bei Verwandten in ihrem Geburtshaus gewohnt“, erinnert sich Alfred Fricke und schaut dabei seine Frau noch immer verliebt an.

Danach wurden die Reisen aber altersbedingt kürzer: Mal ging es nach Kellenhusen an die Ostsee, mal machten sie eine Minikreuzfahrt ab Kiel. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Wernigerode sind die Frickes wiederkehrende Besucher. Dort bleiben sie oft mehrere Tage.

Auch wöchentliche Aktivitäten sind Helga und Alfred Fricke weiterhin wichtig: Sie pflegen guten Kontakt zur Liebenburger Schützengesellschaft und nehmen an „Kaffee und Klönen“ im evangelischen Gemeindehaus teil. Auch den Samstagsbesuch in der Stammkneipe „Pizza Pappas“ möchte Alfred Fricke nicht missen. Vor einigen Jahren baute ihr Sohn ein Haus im Garten der Eltern. Eine gute Entscheidung, die Jubilare betonen. So ist die Familie eng vernetzt und alle haben guten Kontakt. Häufig würde im Familienrahmen gemeinsam gefrühstückt, geschnackt und auf der Terrasse gesessen.

Gemeinsamer Wunsch

Alfred und Helga Fricke sind sehr stolz auf ihre Urenkel Luan (12) und Lenn (7). Auch der Kontakt zu den Nachbarn ist gut, betont Alfred Fricke weiter.

„Was wir uns jetzt noch wünschen?“ Für diese Antwort muss das Jubelpaar nicht lange überlegen: „Dass wir noch ein paar Jahre zusammen verbringen in unserem Haus, das wir 1963 gemeinsam gebaut haben. Das wäre wunderbar.“

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