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Eröffnungsempfang am Samstag

GZ Plus IconHarzburger Galopprennwoche beginnt mit einer ungewöhnlichen Wette

Karina Klüber unterhält die Besucher des Eröffnungsempfangs musikalisch.

Karina Klüber unterhält die Besucher des Eröffnungsempfangs musikalisch. Foto: Schlegel

Die 145. Harzburger Galopprennwoche läuft seit Samstagmittag. Eröffnet wurde sie vor den eigentlichen Rennen mit einem Empfang. Und beidem schlug der Festredner, Harz-Energie-Chef Konrad Aichner, den Veranstaltern eine ungewöhnliche Wette vor.

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Von Holger Schlegel
Samstag, 19.07.2025, 14:47 Uhr

Bad Harzburg. Die 145. Bad Harzburger Galopprennwoche ist eröffnet: Um 12.12 Uhr gab Konrad Aichner, Geschäftsführer der Harz-Energie, den offiziellen Startschuss für das Meeting am Weißen Stein. Und er stellte den Harzburger Rennverein (HRV) um seinen Präsidenten Stephan Ahrens gleich vor eine Aufgabe in Form einer Wette – wie sich das für ein vernünftiges Pferderennen gehört. Die Harz-Energie, langjähriger Partner und Gönner des Meetings und des HRV, werde ihr Engagement um weitere zwei Jahre verlängern, wenn mehr Umsatz an den Wettkassen generiert wird, als im vergangenen Jahr. Ahrens und seine Leute sind entspannt. Also: Top, die Wette gilt.

Knapp 250 Besucher kommen zur offiziellen Eröffnung ins VIP-Zelt

Knapp 250 Besucher kommen zur offiziellen Eröffnung ins VIP-Zelt Foto: Schlegel

Rund 250 Ehrengäste waren am Samstag ins VIP-Zelt am Weißen Stein gekommen, um drei Stunden vor Start des ersten Rennens traditionell die Renwoche mit vielen schönen Worten und einem großen Buffet zu eröffnen. Aus gutem Grund hatte Ahrens Konrad Aichner als Festredner ausgewählt: Bekanntlich ist die Harz-Energie seit einigen Monaten offizieller Energieversorger von Bad Harzburg, die Harzburger Stadtwerke sind in dem Betrieb aufgegangen. Nun waren aber die Stadtwerke über Jahre Gönner der Rennwoche, genau wie die Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW), die nun aber von den Stadtwerken losgelöst sind, aber Anteile an der Harz-Energie halten.

Eine kluge Entscheidung

Klingt kompliziert, tat am Samstagvormittag allerdings letzten Ende auch nichts zur Sache. Aichner ging zwar noch einmal kurz auf den Zusammenschluss und die neuen Gegebenheiten ein. Er lobte die Bad Harzburger Entscheidungsträger, denn solch eine „Integration“ sei jetzt wahrlich kein politisches Gewinnerthema. Aber er könne die Bad Harzburger beruhigen: Die Stadt habe nicht ihr Tafelsilber verscherbelt.

Harz-Energie-Chef Konrad Aichner eröffnet die Rennwoche offiziell und geht mit dem Rennverein eine Wette ein.

Harz-Energie-Chef Konrad Aichner eröffnet die Rennwoche offiziell und geht mit dem Rennverein eine Wette ein. Foto: Schlegel

Und vor allen Dingen dürften dem Rennvereins-Präsidenten keine grauen Haare wachsen, weil mit den Stadtwerken ein Sponsor weggebrochen ist. Auch die Harz-Energie war in der Vergangenheit in die Rennen involviert. Immerhin, so Aichner, sei die Galopprennwoche die größte sportliche Veranstaltung im Versorgungsgebiet. Und auch touristisch spiele sie eine wichtige Rolle. Die Harz-Energie wolle also auch in Zukunft ein Partner des Rennvereins bleiben. Vorausgesetzt – und da wurde es interessant – der Rennverein gewinnt die Wette, die Aichner vorschlug: Verlängerung der Unterstützung für weitere zwei Jahre, wenn der Rennverein den Umsatz des vergangenen Jahres übertreffen werde.

1,25 Millionen sind angepeilt

Zur Erinnerung: 2024 flossen knapp über eine Million Euro Umsatz durch die Totalisatoren, also die Wettkassen, aber da musste auch ein Renntag abgebrochen werden, ein weiteres Rennen konnte einige Tage später nicht „kassenwirksam“ beendet werden. Unterm Strich, so Stephan Ahrens gegenüber der GZ, gäbe es also in diesem Jahr vier Rennen mehr. Der Rennverein, so hatte der Präsident jüngst während der Auftaktpressekonferenz erklärt, peile einen Umsatz von 1,25 Millionen Euro an. Es sollte also keine Kunst sein, den 2024er-Umsatz zu überbieten. Sofern alles glattlaufe. Wie dem auch sei: Ahrens ist entspannt.

Stephan Ahrens (auf der Bühne) berichtet über die Situation des Rennvereins, der mittlerweile 686 Mitglieder hat und der größte Deutschlands ist.

Stephan Ahrens (auf der Bühne) berichtet über die Situation des Rennvereins, der mittlerweile 686 Mitglieder hat und der größte Deutschlands ist. Foto: Schlegel

Das ist er sowieso beim Blick auf die 145. Galopprennwoche. Beim Eröffnungsempfang freute er sich über treue Sponsoren, die Öffentliche Versicherung Braunschweig und die Braunschweigische Landessparkasse beispielsweise hätten ihre Unterstützung für weitere zwei Jahre zugesichert. Ohne Wette. Die BLSK ist da sowieso ganz vorne mit dabei. Sie richtet gleich zwei Renntage aus, den ersten Sonntag mit freiem Eintritt, sowie den Hauptrenntag, Samstag, 26. Juli, mit dem größten Rennen, mit einer Gewinnsumme von 37.000 Euro.

Lockere Atmosphäre

Und so wurde die 145. Bad Harzburger Galopprennwoche in lockerer und vor allem zuversichtlich-entspannter Atmosphäre eröffnet. Zwischendurch gab es noch einige besondere, berührende Momente. Stephan Ahrens bliebt die Stimme weg, als er an den vor wenigen Monaten verstorbenen Wilhelm Baumarten erinnerte, ein Galoppfreund mit Format, der als Rennvereinspräsident viele wichtige Weichen gestellt habe.
Detlef Kaczmarek (l.) und Armin Weidler (M.) überreichen Stephan Ahrens einen Satz Renndresse in den Farben des Rennstahls, den der Präsident mit einigen Freunden besitzt.

Detlef Kaczmarek (l.) und Armin Weidler (M.) überreichen Stephan Ahrens einen Satz Renndresse in den Farben des Rennstahls, den der Präsident mit einigen Freunden besitzt. Foto: Schlegel

Einen dicken Blumenstrauß und herzliche Ovationen gab es zudem für Gustav Klotz. Die Graue Eminenz des Harzer Galopprennsports feierte jüngst 90. Geburtstag. Und auch Stephan Ahrens selbst bekam ein Geschenk. Mehrere sogar: Detlef Kaczmarek und Armin Weidler vom Verein Deutscher Besitzertrainer überreichten ihm einen Satz Renndresse in den Farben seines Rennstalls.
Natürlich gibt es beim Empfang auch ein üppiges Buffet.

Natürlich gibt es beim Empfang auch ein üppiges Buffet. Foto: Schlegel

Für die musikalische Umrahmung sorgte Karina Klüber, eine alte Bekannte der Harzburger Galoppszene. Alt natürlich nur, weil sie schon mehrfach bei Veranstaltungen am Weißen Stein aufgetreten war. Bei mehreren Open-Air-Konzerten hat sie bereits eine treue Fangemeinde gesammelt.

Am Ende des Samstags zeigte sich dann, dass der Rennverein auf dem besten Wege ist, die Wette zu gewinnen: Der Wettumsatz lag bei 254.453 Euro, was ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet, trotz mehrerer quantitativ sehr übersichtlicher Starterfelder. Es kamen rund 7000 Besucher.

Die Galopprennwoche wird am Sonntag mit acht Rennen fortgesetzt, der erste Start ist für 13.40 Uhr vorgesehen. Der Eintritt ist am Sonntag frei.

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