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Letzte Sitzung vor den Ferien

GZ Plus IconWie steht Harzburgs Rat zum Märchenwald und zum Platz Stadtmitte?

Am Platz in der Stadtmitte steht der Jungbrunnen. Sollte der Platz deshalb auch dessen Namen tragen?

Am Platz in der Stadtmitte steht der Jungbrunnen. Sollte der Platz deshalb auch dessen Namen tragen? Foto: Schlegel

Inhaltlich gefüllt, aber ohne große Debatten: Die letzte Ratssitzung vor den Ferien brachte unter anderem Beschlüsse zu den Themen Stadtmitte, Märchenwald, Ferienwohnungen, Windräder – und hatte eine Zuschauerzahl, die die Ratsbank fast übertraf.

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Von Holger Schlegel
Donnerstag, 26.06.2025, 19:45 Uhr

Bad Harzburg. Die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause war zwar kein Feuerwerk der Debatten, aber inhaltlich gut gefüllt. Und: Die Zuschauerbänke waren ungewöhnlich gut besetzt – im 34-köpfigen Rat fehlten dagegen gleich neun Mitglieder. Darunter auch die Ratsvorsitzende Dr. Gabriele Alberts-Goebel (Grüne). Die Sitzung wurde von Henning Franke (SPD) geleitet.

Senioren- und Familienfahrt

Was hat eigentlich die Seniorenfahrt gebracht, die die Stadt für potenzielle Neubürger aus dem Braunschweiger Raum organisiert hat? Und wann findet Vergleichbares für Familien statt? Das sei doch angekündigt worden? Diese Fragen stellte Ratsherr Andreas Baake (Wählergemeinschaft) der Verwaltung. Inwieweit ihn die Antworten des Bürgermeisters zufriedenstellen konnten, steht auf einem anderen Blatt.
Regelmäßig lädt die Stadt Senioren ein, denen Bürgermeister Ralf Abrahms etwas über Bad Harzburg erzählt. Bringt das was?

Regelmäßig lädt die Stadt Senioren ein, denen Bürgermeister Ralf Abrahms etwas über Bad Harzburg erzählt. Bringt das was? Foto: Veranstalter

Jedenfalls konnte Ralf Abrahms keine näheren Angaben zum Erfolg der Seniorenfahrt(en) machen, er berief sich dabei auf den Datenschutz. Aber nach den Fahrten gebe es immer eine ganze Reihe von Anfragen und sogar Weihnachtsgrüße. Da Bad Harzburg 2024 erneut einen Wanderungsüberschuss (mehr Zuzüge als Fortzüge von Einwohnern) habe verzeichnen können, scheine die Strategie in Gänze jedenfalls aufzugehen. Die Familienfahrt habe bereits stattgefunden, das allerdings nur im kleinen Rahmen.

Neue Ortsbrandmeister

Die Freiwillige Feuerwehr Westerode hat eine neue Führung, der Rat bestätigte sie am Mittwoch offiziell. Anstelle von David Dankert, der sein Amt abgab, ist nun Harm Schridde neuer Ortsbrandmeister.

Bürgermeister Ralf Abrahms (r.) ernennt Harm Schridde (Mitte) zum neuen Westeröder Ortsbrandmeister, Jonas Hammann ist sein Stellvertreter. Im Hintergrund Denise Beckmann, die ehemalige stellvertretende Ortsbrandmeisterin.

Bürgermeister Ralf Abrahms (r.) ernennt Harm Schridde (Mitte) zum neuen Westeröder Ortsbrandmeister, Jonas Hammann ist sein Stellvertreter. Im Hintergrund Denise Beckmann, die ehemalige stellvertretende Ortsbrandmeisterin. Foto: Schlegel

Auch die stellvertretende Ortsbrandmeisterin Denise Beckmann hat ihr Amt abgegeben, ihr Nachfolger ist Jonas Hammann. Das allerdings erst einmal für ein Jahr kommissarisch, in dieser Zeit wird er die erforderlichen Lehrgänge besuchen.

Platz Stadtmitte/Jungbrunnenplatz

Darüber, dass der Platz Stadtmitte künftig den Namen des Jungbrunnens, der dort steht, tragen soll, waren sich die Ratsmitglieder schon lang einig gewesen. Immerhin, das wurde am Mittwoch sowohl von der CDU-Gruppe als auch von der SPD-Fraktion unterstrichen, sei der Brunnen ein Wahrzeichen der Stadt und als solches verdiene er es, auch namentlich hervorgehoben zu werden.
Der Platz Stadtmitte heißt künftig Jungbrunnenplatz. Ohne Bindestrich.

Der Platz Stadtmitte heißt künftig Jungbrunnenplatz. Ohne Bindestrich. Foto: Schlegel

Wobei Jochen Neumann (CDU) augenzwinkernd daran erinnerte, dass vor gut 20 Jahren die Junge Union exakt die gleiche gute Idee gehabt habe. Damals sei die Welt wohl noch nicht bereit gewesen. Jetzt sei sie es und seien es auch die Fraktionen. Die Frage in den vorbereitenden Ausschüssen sei aktuell nur die gewesen, wie der Platz jetzt genau heißen solle, berichtete Henning Franke (SPD). „Platz am Jungbrunnen“? „Jungbrunnen-Platz“? Man habe sich auf „Jungbrunnenplatz“ geeinigt – ohne Bindestrich.

Parkplätze für Ferienwohnungen

Ferienwohnungen boomen – doch mit den Gästezahlen wächst auch das Parkplatzproblem. Dem will der Rat jetzt mit einer neuen Stellplatzsatzung begegnen. Je drei Gästebetten müssen die Betreiber solcher Wohnungen (oder Häuser) künftig einen Pkw-Stellplatz vorweisen. Wer das nicht kann, muss eine Ablösesumme zahlen. Das solle aber nur in Ausnahmefällen geschehen. Der Rat stimmte dem Vorhaben geschlossen zu.

Offene Ganztagsschule in Bündheim

Die Grundschule Bündheim hat sich dazu entschieden, zum Schuljahr 2026/2027 mit den 1. und 2. Klassen als offene Ganztagsschule zu starten. Die Klassen 3 und 4 sollen zum Schuljahr 2027/2028 folgen. Dafür muss das Gebäude in zwei Etappen für rund 700.000 Euro umgebaut werden. Der Rat stimmte dem „laut Vorlage“ ohne weiteren Diskussionsbedarf zu.

Harzburger Hof/Riefenbachverlegung

Auch wenn es im Vorfeld geteilte Meinungen zu den Plänen für den neuen „Harzburger Hof“ gegeben hatte, stimmte der Rat einer Änderung des Bebauungsplanes für das Areal zu. Darin geht es in erster Linie um die Verlegung des Riefenbachs auf einer Länge von 70 Metern, zudem soll die Baugrenze verändert werden. Die Zustimmung erfolgte auch hier einstimmig.

Erweiterung Baumwipfelpfad

Vorbei war es mit der Einigkeit, als der Rat das Thema „Erweiterung des Baumwipfelpfades“ im Kalten Tal auf dem Tisch liegen hatte. Für den Bau der Wipfelerlebniswelt auf dem Gelände des ehemaligen Klettergartens muss der Bebauungsplan aufgestellt (und vorher öffentlich ausgelegt) werden.
Der Hochseilgarten ist schon abgerissen, dort soll nun die Erweiterung des Baumwipfelpfades entstehen. Die Ratsmehrheit findet das gut.

Der Hochseilgarten ist schon abgerissen, dort soll nun die Erweiterung des Baumwipfelpfades entstehen. Die Ratsmehrheit findet das gut. Foto: Schlegel

Zwar wurde auch über dieses Thema im Rat nicht debattiert, doch Gesine Kirschke (CDU) und Wolfdietrich Barkowski (Grüne) stimmten dagegen.

Märchenwald

Das gleiche Abstimmungsverhalten mit zwei Gegenstimmen von Kirschke und Barkowski dann beim zweiten Tagesordnungspunkt, der im Kalten Tal „spielte“:
Den Märchenwald will der neue Eigentümer umgestalten. Auch dem stimmt der Rat mehrheitlich zu.

Den Märchenwald will der neue Eigentümer umgestalten. Auch dem stimmt der Rat mehrheitlich zu. Foto: Schlegel

Bekanntlich will Heiko Rataj den Märchenwald umgestalten, dazu muss der Flächennutzungsplan angepasst werden, was für die Mehrheit der Ratsmitglieder kein Problem darstellt.

Windräder

Zwei Tagesordnungspunkte beschäftigten sich mit dem Neubau beziehungsweise der Erneuerung von Windrädern. Das neue soll auf dem Hüttengelände bei der Firma IVH aufgestellt werden. Damit will das Recyclingunternehmen seine Energie erzeugen. Vorher muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Und die bereits vorhandenen Windräder im Kalten Feld sollen vergrößert werden, allerdings sind im Bebauungsplan nur Anlagen bis zu einer Höhe von 123,5 Metern vorgesehen. Die neuen sollen aber gut doppelt so hoch werden. Also rund 250 Meter. Bei beiden Vorhaben enthielten sich die Ratsmitglieder der AfD, der Rest stimmte zu.

Neubaugebiet Auf der Heide

Alter Wein in neuen Schläuchen könnte man diesen Tagesordnungspunkt nennen. Denn über den Bebauungsplan für das Neubaugebiet zwischen dem Bündheimer Friedhof und dem Carl-Goerdeler-Ring hatte der Rat schon 2023 abgestimmt. Nun, zwei Jahre später, soll es losgehen und dazu wurden die Unterlagen noch einmal aktualisiert. Auch hier stimmte der Rat zu.

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