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Genau auf den Drehort geschaut

GZ Plus Icon„Harter Brocken“: Filmfehler und andere Kuriositäten

Ein weibliche Leiche liegt auf einem Bahngleis, dahinter ist eine Dampflok zu sehen. Außerem unterhalten sich zwei Männer.

Dass mit Frank Koops (Aljoscha Stadelmann) ein niedersächsischer Polizeibeamter für ein Verbrechen in Sachsen-Anhalt zuständig ist, dürfte ebenso unwahrscheinlich sein, wie dass der LKA-Beamte Oliver Mienle (André M. Hennicke, r.) die Ermittlungen an sich reißt. Foto: ARD Degeto Film/Kai Schulz

St. Andreasberg liegt nicht in der Nähe der Bahnstrecke Elend-Sorge. Das ist nicht die einzige Kuriosität des Harten Brockens. Die Krimi-Komödie hat mehr davon zu bieten.

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Von Michael Eggers
Montag, 29.12.2025, 16:00 Uhr

St. Andreasberg. So manchen Witz verstehen nur Einheimische. Im Fall des aktuellen neunten Teils der Krimi-Komödie „Harter Brocken“ ist das die Szene, als Dorfsheriff Frank Koops alias Aljoscha Stadelmann nach einer durchzechten Nacht erzählt, er habe seinen Wagen vor dem Schöckinger stehen gelassen und müsse ihn noch holen. Die Kneipe ist allerdings direkt gegenüber dem Polizeiposten und in einer Sequenz später auch durch das Fenster zu sehen.

Der neue Teil des „Harten Brockens“ bietet wieder einige Kuriositäten. Am meisten dürfte die Harzer dabei überrascht haben, wie nahe St. Andreasberg an der Bahnstrecke Elend–Sorge liegt. Nach nur wenigen Schritten zu Fuß ist Koops an den Gleisen, an denen zuvor die Beamtin des Landeskriminalamts (LKA) verstarb. Ungewöhnlich ist dabei auch, dass ein niedersächsischer Polizeibeamter für ein Verbrechen zuständig ist, das sich in Sachsen-Anhalt ereignet hat.

Den „falschen“ Perso

Unter den Fahrgästen war auch Alexander Stille aus St. Andreasberg, der im Film natürlich einen anderen Namen hat. Er heißt beim „Harten Brocken“ Dietrich Kleber, kommt aus Steinfurt und ist am 4. November 1973 geboren. Für einen Statisten ist es schon selten, dass die Fernsehzuschauer erfahren, wie er heißt und wie alt er ist, zumal Alexander Stille in Wirklichkeit 20 Jahre jünger ist. Diese Erkenntnis kam aber nur zustande, weil kurz der Personalausweis Klebers (oder Stilles) im Film zu sehen ist und sich so dank eines Screenshots alle Daten ablesen lassen. Denn zu erkennen war Alexander Stille selbst im Film nur sehr kurz.

Wieder dabei war auch Dirk Ullrich aus Hohegeiß. Er gehörte zusammen mit Jonas Günther aus Hohegeiß zu den Fahrgästen der Harzer Schmalspurbahn und ist zu erkennen, als er am Bösewicht, dem LKA-Beamten Oliver Mienle (André M. Hennicke), vorbeigeht.

Gar von dem fiesen Beamten zur Seite gestoßen wird der langjährige Braunlager Eismeister Uwe Bartels, der seit einigen Jahren im Ruhestand ist. Er trifft auf dem Bahnsteig in Elend auf Oliver Mienle (André M. Hennicke), als er neben Koops (Stadelmann) geht, und flüchtet dann aber sofort.

Im Abspann zu lesen

Erwähnt worden ist im Abspann sogar Hans-Günter Schärf, der ehemalige Bürgermeister St. Andreasbergs, der bislang in jeder Folge des „Harten Brockens“ als Wirt Toni zu sehen war. Er schauspielert in der neuen Folge stärker als bisher und stellt sich in der Kneipe „Schöckinger“ schlafend.

In dem Lokal hat sich auch ein kleiner Filmfehler eingeschlichen. In der Kneipe spielen Frank Koops (Aljoscha Stadelmann) und der Postbote Heiner, der nun von Jakob Benkhofer dargestellt wird, beim Junggesellenabschied Halma. Zunächst sind die Biergläser der beiden fast voll und haben eine dicke Schaumkrone. In einer späteren Szene sind die Gläser plötzlich nur noch halbvoll und ohne Schaum. Kurz darauf sind sie wieder dreiviertelvoll und haben erneut eine fette Blume.
Eine Frau rennt mit der Waffe in der Hand über den Bahnsteig.

Auf Verfolgungsjagd: Die Braunlager Polizistin Mette (Anna Fischer) wetzt über den Bahnsteig in Elend. Foto: ARD Degeto Film/Kai Schulz

Seltsam war auch, dass im Film an der Bergstation des Zweier-Sessel-Lifts am Matthias-Schmidt-Berg ein öffentlicher Parkplatz zu sehen ist. Den gibt es in Wirklichkeit nicht, die Autos der Fahrgäste müssen in der Nähe der Talstation abgestellt werden.

In der Bergstadt übernachtet

Sehr zur Freude des Vereins Grenzmuseum Sorge spielt auch der Bahnhof in dem kleinen Ort an der Grenze zu Niedersachsen eine Rolle in dem Film. In dem Bahnhofsgebäude ist das kleine Grenzmuseum des Vereins untergebracht, der fröhlich bei Facebook postet, dass dieses Haus als Statist im Film zu sehen ist.

St. Andreasberg schneidet übrigens gar nicht so gut ab in dem Film. Die Bergstadt wird als das „verschlafenste Kaff“ überhaupt bezeichnet, es gibt nur eine Übernachtungsmöglichkeit, ansonsten muss man nach Braunlage. Aber die meisten Häuser, die in dem Krimi zu sehen sind, laden ohnehin nicht zu einem Urlaub ein.

Das Filmteam selbst hingegen schätzt in der Realität die guten Unterkünfte der Bergstadt. Nahezu alle Schauspieler und weitere Mitglieder der Crew übernachten seit Folge vier in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in St. Andreasberg.

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