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Verein sucht Unterstützung

GZ Plus IconDer Vienenburger Harlyturm braucht einen neuen Mantel

Lutz Schröder (r.) und sein Vize Ulrich Janiec (l.) freuen sich über ein neu gerahmtes Bild von Gründervater Otto Bause, das sein Sohn Frank Bause überbringt. Er legt auch gleich eine der ersten Spenden für die Sanierung der Turm-Fassade auf den Tisch

Lutz Schröder (r.) und sein Vize Ulrich Janiec (l.) freuen sich über ein neu gerahmtes Bild von Gründervater Otto Bause, das sein Sohn Frank Bause überbringt. Er legt auch gleich eine der ersten Spenden für die Sanierung der Turm-Fassade auf den Tisch Foto: Privat

Ein junges Team kümmert sich um den Harlyturm, dessen Holz in die Jahre gekommen ist – die Fassade ist rissig, und es tropft durch das Dach. Eine Sanierung steht an; die Finanzierung kann der Verein aber nicht alleine stemmen.

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Von Sabine Kempfer
Donnerstag, 17.04.2025, 16:00 Uhr

Vienenburg. Es gab einiges zu besprechen auf der zweiten Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Vienenburg (IGV) Harlyturm, seit der Verein die Verantwortung für den Aussichtsturm im Harly übernommen hat. Im gut gefüllten Saal des Sportheims Vienenburg begrüßte Vorsitzender Lutz Schröder laut Pressebericht nicht nur viele der 206 Mitglieder, sondern auch besondere Gäste wie den stellvertretenden Vorsitzenden des Forstamtes Clausthal-Zellerfeld, Christan Schulz, den für den Harly zuständigen Revierförster Sören Schönhals und Siegfried Wielert vom Nabu Goslar.

Die Gäste lenkten schon den Blick auf die Themen, die abgesehen von den Regularien anstanden. „Wir haben festgestellt, dass die Fassade am Harlyturm erneuert werden muss“, sagte Schröder im Verlauf der Versammlung. Ein wichtiger Punkt, vielleicht der wichtigste: „Das Holz der Verkleidung ist rissig und zum Teil spröde und morsch geworden. Eine Dachrinne ist undicht. Durch das Dach tropft es manchmal bei Regen, wenn der Wind ungünstig steht.“ Da ist also dringender Handlungsbedarf. Außerdem lieben die Fledermäuse den Turm; sie haben sich im Laufe der Jahre dort eingenistet. Kontakt mit der Forst und dem Naturschutzbund wurde aufgenommen, um das weitere Vorgehen abstimmen zu können und die Interessen unter einen Hut zu bekommen. Beide begrüßten die frühe Beteiligung und sagten ihre Unterstützung zu. Laut Mitteilung der IGV Harlyturm steht aus Sicht des Nabu einer Fassadensanierung nichts im Wege, wenn diese zu einem Zeitpunkt erfolge, an dem die Fledermäuse ihr Winterquartier aufgesucht haben – alle Beteiligten bleiben hier in engem Austausch.

2670 Besucher auf dem Turm

Aber auch sonst hat sich am und um das Wahrzeichen des Harlyberges 2024 viel ereignet, leitete Schröder seien Jahresbericht ein. Der Turm war nicht nur an 30 Sonntagen geöffnet, es gab dort auch viele Veranstaltungen wie Betriebsausflüge der Feuerwehr Vienenburg, der Wohnbau Goslar, der Bundesgesellschaft für Endlagerung; gefeiert wurde hier das Jubiläum 50 Jahre FC Wöltingerode und der eine oder andere Junggesellenabschied. Auch viele Schulklassen besuchten den Harlyturm. Insgesamt verzeichnete der Verein von Ostermontag bis zum Reformationstag 2024 insgesamt 2670 Besucher.

Beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen: Der Harlyturm soll erhalten bleiben, auch wenn eine Fassadensanierung ansteht.

Beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen: Der Harlyturm soll erhalten bleiben, auch wenn eine Fassadensanierung ansteht. Foto: Privat

Ein Highlight war das Saisonende an Halloween, wo allein mehr als 400 Besucher zum Turm pilgerten (die GZ berichtete). Außerdem wurde im Juli vor Ort eine eigene Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel eingerichtet. Schröder wusste noch mehr zu berichten: So wurde das IGV-Logo nach Umbenennung des Vereins neu gestaltet und am Turm angebracht. Die rustikale Holzbank davor war marode und wurde erneuert. Matthias Oppermann kümmerte sich als Wege-Beauftragter des Vereins im Einvernehmen mit dem Revierförster um die Pflege der Wege zum Turm, vor allem um die Wegweiser – auch jene, die zum Mammutbaum oder zur Kräuter-August-Höhle führen. Einige an den Wegen zum Turm liegende Sitzbänke des ehemaligen Tourismusvereins Vienenburg wurden erneuert und mit dem Schriftzug „IGV-Harlyturm“ vesehen; weitere sollen folgen. Man pflege eben nicht nur den Turm, sondern achte auch auf das Drumherum, sagte Schröder; dazu gehört auch der intensive Holz- und Strauchschnitt um den Harlyturm herum.
Auf den Schultern des amtierenden Vorstands der IGV Harlyturm lastet viel, deshalb ist er um zwei Positionen erweitert.

Auf den Schultern des amtierenden Vorstands der IGV Harlyturm lastet viel, deshalb ist er um zwei Positionen erweitert. Foto: Privat

Was sonst noch anlag

Die IGV kümmerte sich zusammen mit den Vereinen Haus & Grund und der Vienenburger Bürgergemeinschaft um die Erneuerung des Schaukastens am Rathaus. Der Verein engagierte sich im Seefestausschuss, im Netzwerk Vienenburg und beim Vienenburger Neujahrsempfang und unterstützte die Löschritter der Vienenburger Kinderfeuerwehr. Beim Seefest wurde ein eigener Getränkestand bewirtschaftet. Kassenwartin Kristin Eitler betonte, man sei gerade in Kenntnis der Dinge, die da noch kommen, sparsam mit den Geldern des Vereins umgegangen; die Versammlung entlastete denn auch den Vorstand, der um zwei zusätzliche Beisitzer für die restlichen zwei Jahre der Amtszeit erweitert wurde: Christine Kramer-Bruer und Sebastian Bause wurden einstimmig gewählt. Kramer-Bruer koordiniert unter anderem die Turmdienste, Bause kümmert sich um die Homepage und die Social-Media-Kanäle.

Fünfstelliger Betrag notwendig

Apropos Dinge, die noch kommen: Die Fassadensanierung finanziell zu stemmen, wird eine Herausforderung werden: „Wir reden hier über einen höheren fünfstelligen Betrag“, informierte der Vorsitzende auf der Grundlage erster Kostenvoranschläge. Der Harlyturm müsse für die Arbeiten komplett eingerüstet werden. Der Vorstand ist zuversichtlich, den Harlyturm weiterhin für die Menschen und als Wahrzeichen und Ausflugsziel erhalten zu können; allerdings wird das nicht ohne Unterstützung gehen.

Der erste Spender meldete sich spontan: Michael Deike schenkte der IGV Harlyturm 300 Euro. Das P.S. der Versammlung kam von Frank Bause, der Lutz Schröder ein neu gerahmtes Bild von Otto Bause überreichte, Gründer der IGV und Initiator des damaligen Wiederaufbaus. Sein Vater wäre heute sehr stolz, wenn er sehen könnte, mit welchem Engagement die Geschicke und Belange des Harlyturms weitergeführt würden, sagt er; und spendete die nächsten 500 Euro für die Fassade, da ihm und seiner ganzen Familie der Fortbestand des Harlyturms am Herzen liege. Am Ostermontag startet die neue Saison.

Lutz Schröder (r.) und sein Vize Ulrich Janiec (l.) freuen sich über ein neu gerahmtes Bild von Gründervater Otto Bause, das sein Sohn Frank Bause überbringt. Er legt auch gleich eine der ersten Spenden für die Sanierung der Turm-Fassade auf den Tisch

Lutz Schröder (r.) und sein Vize Ulrich Janiec (l.) freuen sich über ein neu gerahmtes Bild von Gründervater Otto Bause, das sein Sohn Frank Bause überbringt. Er legt auch gleich eine der ersten Spenden für die Sanierung der Turm-Fassade auf den Tisch Foto: Privat

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