Weniger Grundwasser für den Landkreis Goslar
Der Boden auf einer Wiese hat Risse bekommen und das Gras ist trocken. Foto: picture alliance/dpa | Daniel Vogl (Symbolbild)
Das Trockenjahr 2025 hat auch im Landkreis Goslar für weniger Niederschläge gesorgt. Die Folge: Auch das Grundwasser wird weniger. Dabei geht es Goslar noch relativ gut.
Goslar. Viel weniger Niederschlag – und darum auch weniger Grundwasser. Das ist das Fazit einer Untersuchung des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Auch für den Landkreis Goslar sehen die Werte nicht gut aus. Wobei es dem Westharz aufgrund seiner Lage noch besser geht als den meisten anderen Regionen im niedersächsischen Vergleich.
Ermittelt werden die Daten für das „Hydrologische Jahr“ jeweils im Zeitraum vom 1. November bis zum 31. Oktober. Niedersachsenweit ist in dieser Zeit deutlich weniger Niederschlag gefallen, und aufgrund der gestiegenen Temperaturen ist auch wesentlich mehr Wasser verdunstet. Die Klimatische Wasserbilanz ist daher negativ, was sich, da insgesamt weniger Wasser versickert, auch negativ auf das Grundwasser auswirkt. Das LBEG spricht dann auch von einem „Trockenjahr“.
Für den Landkreis Goslar stellte das Landesamt ein Defizit von 89 Prozent gegenüber dem Referenzzeitraum von 1991 bis 2020 fest. In diesem Zeitraum hatte die Wasserbilanz für den Landkreis – also die Differenz zwischen Niederschlagsmenge und Verdunstungsmenge – noch bei 389 Millimetern gelegen, der aktuelle Wert beträgt nur noch 45 Millimeter, das ist ein Minus von 358 Millimetern.
Besonders schwacher März
Verantwortlich für den Rückgang ist die gesunkene Menge an Niederschlägen. Auf den Landkreis Goslar fielen im Jahr 2025 nur noch 749 Millimeter Wasser. Im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2021, der noch 1029 Millimeter einbrachte, ist dies ein Minus von 27 Prozent beziehungsweise 280 Millimetern. Besonders stark ist der Unterschied im März, traditionell einer der stärksten Monate beim Regenfall: Hier liegt das Defizit bei 90 Prozent.
Verglichen mit den Werten, die das Landesamt für ganz Niedersachsen ermittelt hat, liege das Gebiet des Landkreises Goslars „auf einem mittleren niedrigen Niveau“, schätzt LBEG-Pressesprecher Eike Bruns die Zahlen ein. Den Norden, aber auch die Region Hannover und Braunschweig habe es deutlich schwerer getroffen.
Günstige Lage hilft Goslar
Goslar profitiere von seiner topografischen Lage, diesem Gebiet „spielt der Regen noch in die Hände“, sagte Bruns. „Aber das ist kein Anlass, in große Freude zu verfallen. Wir müssen auf jeden Fall daran arbeiten, dass das nicht weiter den Bach runtergeht.“ Das sei eine Aufgabe des Wassermanagements, das etwa für die Anlage zusätzlicher Regenrückhaltebecken sorgen müsse, damit mehr Wasser versickern und so zum Grundwasser werden könne.
Der Blick auf das gesamte Bundesland: In Niedersachsen sind 129 Millimeter (minus 17 Prozent) weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Mittel zwischen 1991 und 2020. Zusammen mit den höheren Temperaturen, die für mehr potenzielle Verdunstung sorgen, ergibt sich eine Klimatische Wasserbilanz von minus 50 Millimetern. Gegenüber dem Vergleichszeitraum sind das 174 Millimeter oder 141 Prozent weniger Wasser.

Seit 2011 mehren sich die orangefarbenen Balken. Das bedeutet, es verdunstet mehr Wasser als Niederschläge herabfallen. Für das Grundwasser sind das keine guten Aussichten. Foto: Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Schon vergangenes Frühjahr hatte das LBEG die Auswertung veröffentlicht, dass das niedersächsische Wasserdefizit im März 2025 das größte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Die Klimatische Wasserbilanz betrug minus 39 Millimeter. Das entspricht einem Defizit von 39 Litern pro Quadratmeter. Hauptgrund war, dass im Landesdurchschnitt gerade mal sieben Millimeter Niederschlag fielen.
„So wenig wie noch nie“
„So wenig wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“, erklärt Mithra Hajati, Hydrologin im LBEG. Zwar brachte der Oktober überdurchschnittliche Niederschläge insbesondere im Norden Niedersachsens, das Defizit im Landesmittel konnten diese jedoch nicht ausgleichen. Das wirkt sich auch auf die Grundwasserneubildung aus. Die Auswertungen des LBEG zeigen, dass sie damit weiterhin in einem niedrigen Bereich liegt, der seit etwa 25 Jahren im landesweiten Durchschnitt vorherrscht.
Üblicherweise sind in Niedersachsen der Dezember und der Januar die Monate mit der stärksten Grundwasserneubildung. Dies nicht nur wegen der starken Schneefälle, sondern auch, weil die Pflanzen in dieser Zeit nur geringe Mengen Wasser verbrauchen, die Niederschläge also zu großen Teilen versickern und ins Grundwasser eingehen können. Jedoch haben die Winterniederschläge im Jahreswechsel 2025/2026 bisher keine Trendwende erkennen lassen.
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