Grundschüler werden jetzt im Oberharz-Gymnasium unterrichtet
Unterricht im Beisein des Bürgermeisters Wolfgang Langer: Inge Jupke bringt den Mädchen und Jungen der Glückauf-Schule St. Andreasberg zum Start am Oberharz-Gymnasium erst einmal Namensschilder mit. Foto: Eggers
Weil an der Glückauf-Schule in St. Andreasberg zu viele Lehrkräfte krank sind, werden die Erst- und Zweitklässler jetzt am Oberharz-Gymnasium unterrichtet.
Braunlage/St. Andreasberg. Das war nicht nur für die Mädchen und Jungen der Glückauf-Schule St. Andreasberg aufregend. Am Dienstag sind sie erstmals am Oberharz-Gymnasium in Braunlage unterrichtet worden, wo sie mit Abstand die Kleinsten sind, denn alle anderen Schüler sind mindestens drei bis vier Jahre älter. Und auch die Lehrkräfte finden die neue Situation spannend. Bianca Trogisch, die Pressesprecherin des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung, teilt auf GZ-Anfrage mit, dass eine Lehrerstelle an der Grundschule St. Andreasberg zum 1. Februar ausgeschrieben sei, um kurzfristig Abhilfe zu schaffen.
Wie berichtet sind zwei der drei Lehrkräfte der Glückauf-Schule krank. Aus diesem Grund können derzeit nur die Dritt- und Viertklässler in der Bergstadt unterrichtet werden. Die Erst- und Zweitklässler werden seit Dienstag am Oberharz-Gymnasium in Braunlage beschult. Wie auch in Hohegeiß werden die St. Andreasberger Grundschüler jahrgangsübergreifend in zwei Kombiklassen unterrichtet.
Hohegeiß wäre zu weit
Zunächst hatte das Regionale Landesamt für Schule und Bildung geplant, die St. Andreasberger an der Wurmbergschule in Braunlage unterrichten zu lassen. Doch weil die Grundschule der Kernstadt bereits Lehrkräfte nach Clausthal-Zellerfeld abgeordnet hat, habe es kein Personal dafür gegeben, berichtete Bürgermeister Wolfgang Langer.
Dann war es Plan der Behörde, die St. Andreasberger in Hohegeiß zu beschulen. Doch da hatten die Eltern und Kommunalpolitiker der Bergstadt protestiert. Das hätte täglich eine Schulstunde mit dem Bus hin und eine Schulstunde zurück für die sechs- bis achtjährigen Kinder bedeutet.

Bio-Lehrerin Dr. Clara Hoppenau zeigt den Mädchen und Jungen der Glückauf-Schule St. Andreasberg das Aquarium des Oberharz-Gymnasiums. Foto: Eggers
Eine ausgebildete Grundschullehrerin
Seit Dienstag nun unterrichtet jede der zehn Lehrkräfte die St. Andreasberger Kinder ein paar Stunden in der Woche. Vor diesem Hintergrund passt auch der Schulausfall am Freitag und Montag ins Konzept. Weil sie da nicht unterrichten konnten, hätten die Braunlager Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums Minus-Stunden aufgebaut, die nun abgebaut werden können, erklärte Cordes.
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Doch bevor der Unterricht am Dienstag starten konnte, hatte der Schulleiter den Grundschülern erst einmal das Schulzentrum gezeigt. Bei dem Gang durch Aula, Räume und Flure fiel den Kleinen gleich das Aquarium ins Auge. Die kleinen Fische stießen auf großes Interesse, und Cordes informierte Bio-Lehrerin Dr. Clara Hoppenau, die den Mädchen und Jungen dann gleich das Leben im Aquarium näher brachte.
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In der ersten Woche fahren die Mädchen und Jungen aus der Bergstadt noch mit dem Linienbus nach Braunlage, berichtete der Bürgermeister, ab Donnerstag bringt sie dann ein Schulbus direkt bis zum Schulzentrum. Finanziert werde der Bus vom Landkreis Goslar. So kurzfristig sei das Chartern des Schulbusses aber nicht möglich gewesen.
Damit die St. Andreasberger Mädchen und Jungen aber sicher per Linienbus nach Braunlage kommen, hat die Stadt Braunlage ihre Mitarbeiterin Birgit Schuller vom Hauptamt gebeten, die Kinder zu begleiten, die mit dem Bus um 7.45 Uhr ab Glockenberg starten. Mit dabei sind auch die beiden Schulbegleiterinnen Gülhan Inceös und Jessica Winkel, die sich jeweils um ein Kind individuell kümmern.
Dauer noch unklar
In Braunlage steigen die Erst- und Zweitklässler dann jeweils um 8.07 Uhr an der Haltestelle Trinitatiskirche aus dem Linienbus aus. Zu Fuß geht es anschließend weiter zum Schulzentrum. Zum Start am Dienstag hatte der Bürgermeister die St. Andreasberger bereits an der Haltestelle erwartet und sie dann bei ihrem neuen Schulweg begleitet.
Wolfgang Langer betonte, dass er zusammen mit Schulleiter Dr. Joachim Cordes die Eltern aus St. Andreasberg am Freitag in einer Informationsveranstaltung in der Aula der Glückauf-Schule über die neue Regelung unterrichtet habe. Insgesamt sind zur Premiere am Dienstag 17 der insgesamt 19 Mädchen und Jungen der Klassen 1 und 2 von St. Andreasberg nach Braunlage gefahren. Ein Kind war krank, ein anderes versehentlich noch zur Glückauf-Schule gegangen. Wie lange die neue Regelung gilt, ist nicht klar, es wird aber gehofft, dass die Mädchen und Jungen Anfang Februar wieder zu Fuß in St. Andreasberg zur Schule gehen können.
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