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„Müllboss“-Aktion in Goslar

GZ Plus IconAlle ärgern sich über die weggeschmissenen Zigarettenstummel

Begeistert dabei: Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner mit den Mini-Müllsammlern Ella Kühne, Marie Bremer, Niklas Bremer und Greta Pilz (v.l.).

Begeistert dabei: Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner mit den Mini-Müllsammlern Ella Kühne, Marie Bremer, Niklas Bremer und Greta Pilz (v.l.). Foto: Epping

Am Ende waren alle glücklich, ihre Stadt etwas sauberer gemacht zu haben. An der „Müllboss“-Aktion beteiligten sich am Freitag und Samstag rund 3000 Kinder und Erwachsene. Das bedeutet einen neuen Rekord.

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Von Sebastian Sowa
Montag, 31.03.2025, 04:00 Uhr

Goslar. Die Auswahl an Fundsachen ist immer wieder ebenso beeindruckend wie bedenklich, wenn Goslars jährliches großes Müllsammel-Wochenende ansteht: Ob Autoreifen, Gully-Deckel, Geldbeutel (allerdings ohne Moneten) oder alte Fahrräder – die freiwilligen Helfer fördern bei der Aktion „Müllboss“ alles ans Tageslicht.

Eingetütet: Beim Müllsammeln gibt es so manchen kuriosen Fund.

Eingetütet: Beim Müllsammeln gibt es so manchen kuriosen Fund. Foto: Epping

Rund 3000 Freiwillige haben sich am Freitag und Samstag an der Aktion beteiligt, sagte Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, es sei ein neuer Rekord. Zuerst waren die Goslarer Schüler und Kita-Kinder unterwegs, um Straßen und Gebüsche vom Unrat zu befreien. Tags drauf zogen Vereine, Organisationen, Parteien und auch Verwaltungsmitarbeiter nach.
Verwaltung voran: Familie Busse sammelt vorbildlich Müll am Bismarck-Denkmal.

Verwaltung voran: Familie Busse sammelt vorbildlich Müll am Bismarck-Denkmal. Foto: Epping

Drei Säcke voller Zigaretten-Stummel

Schwerdtner mit ihrem Stab in Person von Daniela Siegel, Joana Fricke und Elke Dressler säuberte den Bahnhof und konzentrierte sich hauptsächlich auf Zigaretten-Stummel. Insgesamt kamen drei gut gefüllte blaue Säcke zusammen, was alle ziemlich erschreckend fanden. Bürgerservice-Fachbereichsleiter Sven Busse kümmerte sich mit seiner gesamten Familie um den Unrat rund um das Bismarck-Denkmal und bemängelte im Vor-Ort-Einsatz die dortige Müll-Eimer-Situation: „Hier können wir definitiv etwas nachbessern.“
Mahlzeit: In der Goslarer Feuerwache gibt es im Anschluss ein verdientes Dankeschön-Essen für die freiwilligen Helfer.

Mahlzeit: In der Goslarer Feuerwache gibt es im Anschluss ein verdientes Dankeschön-Essen für die freiwilligen Helfer. Foto: Epping

Nachwuchs ist eifrig dabei

Zu den jüngsten Müllsammlern zählten ohne Zweifel Ella Kühne, Marie Bremer, Niklas Bremer und Greta Pilz. Sie fanden Gully-Deckel, aber auch Bonbons. „Die werden natürlich nicht verzehrt“, erklärte Mama Sabrina Bremer, die die Rasselbande betreute. Natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder einen kleinen Schreckmoment: Christdemokrat Claus Roschanski, Ratsherr der Stadt, stolperte beim Müllsammeln in Jürgenohl so unglücklich, dass er in einen Dornbusch fiel und sich eine Platzwunde an der Stirn zuzog. Beim Abschlusstreffen war sein leicht ramponiertes Gesicht nicht zu übersehen. Da eilte Schwerdtner prompt zur Hilfe und versorgte den CDU-Politiker mit einem dicken SPD-Pflaster.
Landung im Dornbusch: Ratsherr Claus Roschanski gibt beim Sammeln alles und verletzt sich an der Stirn. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner versorgt ihn mit einem Pflaster.

Landung im Dornbusch: Ratsherr Claus Roschanski gibt beim Sammeln alles und verletzt sich an der Stirn. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner versorgt ihn mit einem Pflaster. Foto: Sowa

Helferzahl als starkes Zeichen

Und dann gibt es immer wieder auch Menschen, die das jährliche Stadt-Müllsammeln missbrauchen, um ihren privaten Abfall loszuwerden. Darauf hatte die Stadt im Vorfeld hingewiesen. Dass trotzdem mehr fast 3000 Menschen von Vereinen, Initiativen, Unternehmen oder einfach aus privatem Engagement bereit sind, Müll, den andere verursacht haben, zu beseitigen, sei ein starkes Zeichen, bedankte sich Schwerdtner bei allen Helfern. Zum Abschluss der Aktion gab es für alle Helfer auf dem Goslarer Feuerwehrgelände ein zünftiges Dankeschön-Essen. Die gefüllten Säcke werden von der Firma Eurawasser sowie den Betriebshöfen aus Vienenburg und Goslar noch in den nächsten Tagen eingesammelt. Wie viel Unrat genau dieses Jahr zusammengekommen ist, steht noch nicht fest.
Verlässliche Kräfte: Die THW-Jugend reinigt das Gewerbegebiet Gutenbergstraße.

Verlässliche Kräfte: Die THW-Jugend reinigt das Gewerbegebiet Gutenbergstraße. Foto: Epping

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