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GZ Plus IconEine österliche Spurensuche in Goslars Großem Heiligen Kreuz

Vier Frauen stehen vor einem Hauseingang, der von Beachflags eingerahmt wird, hinter einem Aufsteller.

Dass sich im schon von außen altehrwürdig aussehenden Großen Heiligen Kreuz die bunte Vielfalt in kleinen Kunsthandwerker-Kammern erstreckt, muss Passanten erst mal signalisiert werden. Die Kreativen wie (v.li.) Bärbel Philipp, Sigi Göder, Iris Schulz und Gabriele Rochow haben in neue Werbemittel investiert. Foto: Kempfer

In den Kunsthandwerkerkammern im Großen Heiligen Kreuz kann Ostern kommen. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier dekoriert – eine vorösterliche Spurensuche.

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Von Sabine Kempfer
Dienstag, 31.03.2026, 10:00 Uhr
„Schau mal rein“ steht auffordernd auf Plakaten, Aufstellern und Beachflags: Die Kunsthandwerkerinnen im Großen Heiligen Kreuz machen neu auf sich aufmerksam. Zu viele Menschen gingen achtlos am Gebäude vorbei, viele wüssten gar nichts vom bunten Innenleben, klagen die Kreativen – selbst manch Einheimischer entdecke die Angebote zum allerersten Mal. Dabei lohnt ein Gang durch die kleinen, bunten Kammern immer, bei deren Betreten es ratsam ist, den Kopf einzuziehen; momentan ist jeder Raum von Langohren infiltriert – Ostern kann kommen.
Ein brauner Osterhase, der an die Maus aus der Sendung mit der Maus erinnert.

Österlicher geht‘s nicht: Ein Ei dient als Körper für diesen Osterhasen, der irgendwie an die Sendung mit der Maus erinnert... Foto: Kempfer

Die Öffnungszeiten wurden wieder an die Hauptsaison angepasst – mittwochs bis samstags sind die Kammern von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Nur in dieser Woche ist alles anders. Karfreitag bleiben die Räume geschlossen; dafür kann am Ostermontag nach Herzenslust gestöbert werden – wer Lust hat, kann Osterhasen zählen – eine schöne Beschäftigung, wenn Kinder dabei sind. Wie viele Langohren in den Kammern Einzug gehalten haben, davon sind am Ende die Kunsthandwerkerinnen selber überrascht, die doch nur „ein bisschen dekoriert“ haben und sich bei der Frage nach Österlichen zunächst zurückhaltend äußerten.

Österliche Spurensuche

Doch schon in Kammer 10, der „Aufhübschkammer“, finden sich Stoffeier und Osterhasen mit Knickohren aus Stoffresten. Sie sei ein „Deko-Fan“, gibt Bärbel Philipp zu, sie dekoriere mit Leidenschaft. Hier sitzen die Häschen mitten im Geschmeide; nicht wenige Besucher wollen da die Deko kaufen. Das ist weiter hinten in Kammer 16 auch so: „Das ist schon meine zweite Deko“, verrät Gabriele Rochow, die erste Charge sei komplett verkauft: Die aus Sackstoff gefertigten, mit Watte gefüllten Hasen sehen aber auch zu niedlich aus.
Eine Schüssel mit Osterhasen aus Sackstoff und mit roten Herz-Nasen steht im Eingang zu einem Warenraum.

Manchmal ist die Deko der Renner: Die kleinen Sackhäschen sind schon die zweite Generation, denn viele Besucher wollten die Hasen haben. Foto: Kempfer

Doch zurück zum Anfang: Vor den Kammern 11 und 12 verraten schon die Kissen auf der Bank, dass Ostern den „Kammer-Frauen“ nicht egal ist: Hier haben die Hüllen Hasendarstellungen. „Schönes aus Stoff“ verrät ein Schild, was Besucher drinnen bei Sigi Göder erwartet: Tischwäche, viel davon mit Ostermotiven. Die Hasen seien allerdings „Saisonware“, sagt Göder; nach Ostern sei man mit Hasen durch. Dann kommen sie ab in die Kiste – bis zum nächsten Osterfest.
Auf einer weißen Metallbank sind Kissen mit tierischen Bezügen drapiert. Ganz oben: Osterhasenmotive.

Für wenige Wochen im Jahr kommen die Hasenstoffe ganz groß raus – danach verschwinden sie bis zum nächsten Osterfest in der Kiste. Foto: Kempfer

Wer immer der Nase nach geht, landet in Kammer 14 – bei handgemachten Seifen von Silke Seiz, verkauft von Margit Gouwentak, die drei Jahrzehnte lang Kindermode angeboten hat. Jetzt gibt es hier Schafsmilch- und Ziegenmilchseife; Häschen sind eher Fehlanzeige. Allerdings hat auch Gouwentak österlich dekoriert; mit einem Ostereierstrauß im Fenster und Osterglocken im Kassenbereich macht sie es sich selber schön. „Ich brauche das“, gesteht sie. Blumen seien ihr wichtig. „Manchmal wichtiger als Brot“.
Frühlingshaft dekorierte Fensternische mit Zweigen, gelben Blumen und Osterkörben.

Manche der Fensternischen im Großen Heiligen Kreuz ist für Ostern besonders schön dekoriert. Foto: Kempfer

Hase und Elefant

Vor den Kammern 15 und 16 sitzen Hasen auf der Leiter. Hier gibt es „handgemachte Lieblingsstücke für die Kleinsten“. Heißt: Schnuffeltiere. In diesen Kammern sind die Hasen etwas ganz Besonderes: Es seien Ganzjahreshasen, sagt Gabriele Rochow und erläutert: „Bei Kindern gehen Hasen das ganze Jahr.“ Gleich beliebt sei lediglich noch der Elefant. In der Doppelkammer, in der auch Annett Arndt Kreatives aus Holz anbietet – mit Hasen, Eiern und Haseneiern – ist viel Österliches zu entdecken. Neben den „Kopfüberhasen“ werden sogar „Hasenköttel“ verkauft: Schoko-Rosinen. Da sage noch einer, die „Kammer-Frauen“ hätten sich nicht auf Ostern vorbereitet. Nur in Kammer 17 ist derzeit so gar nichts zu finden. Aus gutem Grund: Die Kammer ist noch immer leer.
Eine geöffnete Tür und ein Aufsteller weisen darauf hin, dass hier noch ein Kunsthandwerker einziehen kann. Für die Frauen mehr als ein Osterwunsch. Wer Interesse hat, meldet sich bei Sprecherin Gabriele Rochow unter www.gabriele.rochow@gmx.de – oder schaut einfach während der Offnungszeiten mal rein – ganz wie die neuen Werbemittel es nahelegen.
Drei bunte Stoff-Hühner hinterm Lattenzaun.

Es müsse nicht immer Hasen sein: Auch die bunten Hühner machen sich zu Ostern gut. Foto: Kempfer

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