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Glasfaser-Ausbau im Nordharz

GZ Plus IconGigaNetz bricht Projekt in Langelsheim vor der Vermarktung ab

Zwei orangefarbene Werbeschilder der Deutschen GigaNetz an Straßenlaternen vor einem Gebäude und Bäumen

Der Glasfaser-Ausbau der Deutschen GigaNetz scheitert in der Region. Auch Langelsheim ist betroffen. Foto: Exner (Archiv)

Im Mai 2025 hätte die Vermarktung der Deutschen GigaNetz für schnelles Internet in Langelsheim beginnen sollen. Doch bis dahin kamen sie gar nicht. So geht es weiter.

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Von Ronja Heinemann
Montag, 02.02.2026, 04:00 Uhr

Langelsheim. Schnelles Internet noch in diesem Jahr – diese Aussicht hatte die Deutsche GigaNetz im Frühjahr 2025 für Langelsheim in Aussicht gestellt. Doch aus den ambitionierten Ausbauplänen wird vorerst nichts. Der Glasfaserausbau in Langelsheim ist gestoppt, noch bevor die Vermarktung überhaupt begonnen hat. Grund dafür ist nach Angaben des Unternehmens eine zu geringe Nachfrage in der Region.

Wie die Deutsche GigaNetz auf Anfrage mitteilte, wurde in den benachbarten Städten Goslar und Bad Harzburg die erforderliche Quote der sogenannten Nachfragebündelung nicht erreicht. Diese Quote ist Voraussetzung dafür, dass ein eigenwirtschaftlicher Ausbau – also ohne Kosten für Kommune oder Bürger – realisiert werden kann. Trotz intensiver Werbemaßnahmen, Informationsveranstaltungen und erheblicher finanzieller Investitionen habe sich nicht genügend Interesse an einem Glasfaseranschluss bis ins Haus gezeigt.

Scheitern wirkt sich aus

Da Goslar und Bad Harzburg Teil eines gemeinsamen Ausbau-Clusters mit Langelsheim sind, wirkt sich das Scheitern der Nachfragebündelung dort direkt auf Langelsheim aus. Unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei ein Ausbau in Langelsheim derzeit nicht sinnvoll darstellbar, erklärte Carmen Fesenbeck vom Presseteam der Deutschen GigaNetz.

Besonders ernüchternd: In Langelsheim selbst hatte die Vermarktung noch nicht einmal begonnen. In einem ergänzenden Gespräch erläuterte Unternehmenssprecherin Fesenbeck, dass es bislang nicht einmal zehn konkrete Interessensbekundungen gegeben habe. Die Nachfrage sei so gering gewesen, dass man auf den Start der Akquise komplett verzichtet habe.

Dabei hatte die Deutsche GigaNetz ursprünglich große Pläne. Ab Mai sollte die Vermarktung starten, zunächst im östlichen Stadtgebiet, später auch in den Ortsteilen. Ziel war ein flächendeckender Ausbau, sobald eine Mindestquote von 35 Prozent erreicht worden wäre. Glasfaser bis ins Haus, ohne Anschlusskosten, galt als zukunftssichere Alternative zum bestehenden Kupfernetz.

Keine leichte Entscheidung

Dass es nun anders kommt, sei dem Unternehmen nicht leichtgefallen. Man wisse um die Bedeutung eines modernen Glasfasernetzes für die Entwicklung der Stadt, heißt es in der Stellungnahme. Gleichzeitig mache die geringe Zahl an Vertragsabschlüssen eine Investition in Millionenhöhe unmöglich.

Ganz ausgeschlossen ist ein Glasfaserausbau in Langelsheim jedoch nicht. Die Deutsche GigaNetz will die Situation weiter beobachten. Sollte sich das Interesse der Bürgerinnen und Bürger in Zukunft deutlich erhöhen oder sich die Rahmenbedingungen in der Region verändern, könne das Projekt erneut geprüft werden. Auch im persönlichen Gespräch ließ Fesenbeck durchblicken, dass ein neuer Anlauf beispielsweise in einem Jahr denkbar sei – Erfahrungen zeigten, dass sich Einstellungen und Prioritäten durchaus ändern können.

Für Langelsheim bedeutet das zunächst: Der Traum vom schnellen Glasfaser-Internet bleibt vorerst unerfüllt. Ob und wann sich das ändert, hängt maßgeblich von der Nachfrage vor Ort ab.

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