Wann kann Gielde den Saal des Franz-Tasler-Hauses wieder nutzen?
Der Bauzaun ist aufgestellt, die Container stehen bereit, das Schild, das auf ein Fördermittelprogramm hinweist, prangt am Eingang: Am Gielder Franz-Tasler-Haus tut sich was. Foto: Gereke
Seit zweieinhalb Jahren ist der Saal des Franz-Tasler-Hauses gesperrt. Die Gielder bewegt die Frage: Wann können sie ihn endlich wieder nutzen? Dazu gab es im Ortsrat neue Informationen – so wie auch zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses.
Gielde. Es sind zwei Großprojekte – und die Gielder brennen darauf zu wissen, wie es mit ihnen weitergeht: Es geht um den Neubau des Feuerwehrgerätehauses und die Sanierung des Franz-Tasler-Hauses. Informationen dazu gab es auf der Sitzung des Ortsrates. Und zumindest bei einem Projekt scheint nun Licht am Ende des Tunnels in Sicht.
Der Ortsrat traf sich zu seiner Sitzung im Franz-Tasler-Haus, genauer gesagt im Clubraum: Der Saal des Dorfgemeinschaftshauses kann seit Jahren nicht genutzt werden. Was ursprünglich nur das Aufhängen einer neuen Decke aus Brandschutzgründen sein sollte, für das der Saal nur sechs Wochen lang nicht zur Verfügung gestanden hätte, entwickelte sich zu einem Großprojekt ungeahnter Dimension. Denn nach dem Abnehmen der alten Decke kam ans Licht: Die Statik der kompletten Dachkonstruktion ist mangelhaft, Schwellen und Pfetten verzogen. Seit Sommer 2022 ist der Saal gesperrt. Der Trockenbauer stoppte sofort die Arbeiten – und es begann die Zeit der verschiedensten Untersuchungen. Unter anderem galt es, das Fundament hinsichtlich seiner Fähigkeit zu überprüfen, ob es ein neues Dach tragen kann.
Architekt Armin Meyer-Herbig erläutert die Pläne zur Sanierung des Franz-Tasler-Hauses, dessen Saal seit Sommer 2022 gesperrt ist. Foto: Gereke
Die Ergebnisse stellte Architekt Armin Meyer-Herbig jetzt im Ortsrat vor. Demnach wird die alte Dachkonstruktion abgerissen und durch eine neue ersetzt. „Ich hatte anfangs auch gedacht, wir können die Alte irgendwie retten – aber das ist nicht der Fall.“ Ein Kran wird dazu individuell vorgefertigte Brettbinder auf die Außenmauern heben. „Die sehen aus wie eine Fachwerkkonstruktion“, erklärt Meyer-Herbig. Sie überspannen dann den Saal auf seiner Breite von fast zwölf Metern.
Durchgang vom Saal zum Spielplatz
Um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, wuchs das Projekt auch um eine energetische Sanierung. So erhalten die Außenwände eine Dämmung. Der Brandschutz wird verbessert – dazu entsteht ein zweiter Rettungsweg über eine Außentreppe aus dem zweiten Clubraum im Obergeschoss. Ausgerüstet werden soll das Gebäude mit einer Brandwarnanlage – „eine Meldeanlage ist nicht vorgeschrieben“, so Meyer-Herbig.
„Freue mich absolut“
Zudem bekommt das Gebäude eine Behindertentoilette, um der Barrierefreiheit gerecht zu werden. Dazu fällt die Nische an der Theke weg. Auch wird die Decke künftig etwas niedriger sein. Der Dachboden kann nicht als Lager genutzt werden. „Die Dachkonstruktion ist so nicht gerechnet. In der Mitte wird es nur einen Wartungsgang geben.“ Möglich ist auf dem neuen Dach eine Photovoltaikanlage, allerdings ist sie nicht vorgesehen. Außerdem entsteht ein Durchgang vom Saal zum Spielplatz. „Dafür fällt allerdings etwas vom Aufbewahrungsraum weg.“

Groß ist das Interesse der Gielder an der Sitzung des Ortsrates im Clubraum des Franz-Tasler-Hauses. Foto: Gereke
Und ein Bauzaun am Franz-Tasler-Haus, der seit einigen Tagen steht, verrät: Es geht jetzt auch richtig los. Meyer-Herbig nannte sogar einen Zeitplan: „Gehen Sie davon aus, dass Sie den Saal im November wieder nutzen können“, sagte er. November dieses Jahres, wie er nach einer Bemerkung aus dem Publikum anfügte. In vielen Gesichtern waren die Gedanken zu erkennen: Endlich wieder die Möglichkeit zum Eisbeinessen, endlich wieder Weihnachtsdisco. Aus Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig sprudelte die Freude: „Ich freue mich absolut, dass es in Gang kommt. Es wäre so schön, wenn wir ab November wieder im Saal feiern könnten.“ Herbig schränkte allerdings ein: „Wir müssen schon ein bisschen Glück haben, das alles auch so funktioniert wie erhofft und der Prüfstatiker seine Termine hält.“ Und natürlich dürfte das Bauen im Bestand auch keine weiteren negativen Überraschungen parat haben.

Die geöffnete Saaldecke ermöglicht einen Blick auf die marode Dachkonstruktion des Franz-Tasler-Hauses. Foto: Gereke (Archiv)
Nach der Vorstellung des Projekts unterbrach die Ortsbürgermeisterin für quasi eine dritte Einwohnerfragestunde. In der entbrannte eine Diskussion um die Frage, was denn mit der Bühne passieren soll. Einige würden sie am liebsten zu einem Stuhllager umfunktionieren. Andere betonten, wie wichtig eine Bühne auch weiterhin sei. Und die Frage kam auf, ob denn beispielsweise auch Toilette oder Clubraum modernisiert werden. Das werde nicht der Fall sein. Auch die Heizung bleibe die alte. „Hauptziel ist es, den Saal wieder in die Nutzung zu kriegen – wir machen keine Komplettsanierung“, erklärte Herbig. Ortsratsmitglied Florian Zalesinski verwies zudem darauf, was alleine das jetzige Projekt koste und eigentlich alle froh sein könnten, dass das Geld dafür bereitstehe.
Eigenanteil der Gemeinde ist noch offen
In der Sitzung war ansonsten die Finanzierung kein Thema. Auf GZ-Nachfrage nannte Michael Petrick, Leiter des Fachbereichs Bau, Umwelt und Liegenschaften der Gemeinde, aber den Betrag von rund 550.000 Euro, die die Sanierung kosten würde. Geld bekäme die Gemeinde von Asse-Fonds, aus Leader- und Sportförderung. Wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde sein werde, dazu wollte Petrick sich noch nicht äußern. Das hänge beispielsweise davon ab, ob der Landkreis die Berechnung der Gemeinde, was den Anteil der sportlichen Nutzung des Franz-Tasler-Hauses angeht, teile, oder ob er eine andere Rechnung aufmache.

Auf einem Teil der Grünfläche am Jugendzentrum soll das neue Gielder Feuerwehrgerätehaus entstehen. Ein Schild steht bereits an der Zufahrt. Foto: Gereke
Um noch ganz andere Summen wird es beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses Gielde gehen – denn das wird ein Millionenprojekt. Entstehen soll es auf einem Teil der Grünfläche am Jugendzentrum. Erste Bäume sind bereits gefällt. „Der Bauantrag ist gestellt und liegt zur Genehmigung beim Landkreis“, informierte Petrick. Allerdings habe die Gemeinde noch kein Signal erhalten, wann mit der Genehmigung zu rechnen sei. Die Fachplanung für Heizung/Sanitär und Elektro sei ausgeschrieben. Gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr sei ein sogenanntes Raumbuch angelegt worden. Darin geht es um Fragen, wie viele Steckdosen und Lichtschalter in den Räumen wo verbaut sein sollen.
Das Gebäude soll auch ein Notstromaggregat erhalten. Derzeit laufen Berechnungen zur benötigten Leistung und zur Entwässerung. Für das neue Feuerwehrgerätehaus werde eine größere Fläche versiegelt, die Einleitung erfolge in Bestandskanäle. Die Ausfahrt bei Einsätzen solle über eine Ampelanlage geregelt werden. Petrick: „Wir hoffen auf eine baldige Genehmigung, damit wir mit der Ausschreibung des Rohbaus beginnen können.“ Entstehen soll ein eingeschossiges Gebäude samt Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen.