Fischsterben in Bad Harzburger Teichen: Das ist der Grund
Ein GZ-Leser macht bei seinem Hundespaziergang in Eckertal eine beunruhigende Entdeckung. Foto: Raksch
Hunderte Fische treiben dieser Tage tot in den Klärteichen bei Eckertal. Woran das liegt und warum es trotzdem einen Hoffnungsschimmer gibt.
Eckertal. An den Klärteichen in Eckertal bot sich in den vergangenen Tagen ein schauriges Bild: Hunderte Fische trieben leblos an den Ufern, überall dort, wo das Eis bereits aufgetaut war. Die GZ hat nachgefragt, wie es zu dem Fischsterben kam.
Am vergangenen Montag meldete sich ein besorgter Leser, der die Fische bei seinem täglichen Hundespaziergang entdeckt hatte. Jens Göttling, Abwassermeister der Kläranlage Bad Harzburg klärt auf: Die Fische seien aufgrund von Sauerstoffmangel gestorben. Durch die extrem kalten Temperaturen in jüngster Vergangenheit seien die Teiche zugefroren und der Sauerstoffgehalt im Wasser gesunken.
Große Gefahr im Winter
Der Naturschutzbund (Nabu) erklärt auf seiner Webseite, wenn ein Gewässer im Winter zufriere, sei seine größte Gefahr nicht die Kälte, sondern fehlender Sauerstoff. „Ist das Eis klar und wird nicht von Schnee bedeckt, gelangt ausreichend Licht auf das Gewässer, und die Pflanzen können so genügend Sauerstoff bilden.“ Durch eine dicke Schnee- und Eisdecke komme jedoch kaum noch Licht in das Gewässer und der Sauerstoff werde irgendwann so knapp, dass die Fische ersticken.
Die Fische seien nicht gezielt in die Klärteiche eingesetzt worden, sondern auf natürlichem Wege dorthin gelangt, etwa über eingetragenen Laich, erklärt Abwassermeister Göttling weiter. Auch er habe ein solches Fischsterben in 40 Jahren bei der Stadt Bad Harzburg noch nicht erlebt. Die Kläranlage habe auf den Tod der Tiere keinen Einfluss nehmen können, doch nachdem man dort am Wochenende davon erfahren habe, sei unverzüglich gehandelt worden.
In den aufgeschmolzenen Uferbereichen der Klärteiche treiben hunderte tote Fische. Foto: Raksch
Mitarbeiter entdecken lebendige Jungfische
Messungen hätten Werte von weniger als einem Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser ergeben: Eine akute Lebensgefahr für Fische. Sofort habe die Kläranlage die zuständige Untere Wasserbehörde eingeschaltet, ein übliches Verfahren. Zudem hätten Mitarbeiter die toten Fische bereits so weit abgesammelt, wie es die in Teilen noch zugefrorenen Teiche zuließen.
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So langsam schmelze das Eis und in Kürze würden sie nun auch die restlichen Tiere entfernen können. Der Sauerstoffgehalt sei indes schon wieder auf Werte zwischen 1,5 und 1,6 Milligramm pro Liter Wasser gestiegen. Und trotz allem gibt es einen kleinen Lichtblick: Laut Göttling sahen die Mitarbeiter in den Teichen kürzlich bereits einige quicklebendige Jungfische umherschwimmen.
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