Vierter Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Clausthal-Zellerfeld
Bergmann Erik Hippauf zieht für die Wählergemeinschaft Bürger für Bürger in den Wahlkampf. Foto: Neuendorf/ Privat
Erik Hippauf will für die Wählergemeinschaft Bürger für Bürger in das Clausthal-Zellerfelder Rathaus einziehen. Politische Erfahrung hat er nicht, aber hohe Ambitionen.
Clausthal-Zellerfeld. Wenn die Wählerinnen und Wähler am 13. September die politischen Karten neu mischen, haben sie auch in der Hand, wer für die nächsten acht Jahre auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt. Die Wählergemeinschaft Bürger für Bürger geht mit Polit-Neuling Erik Hippauf ins Rennen um das Bürgermeisteramt.
Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, hat die Wählergruppe bereits am Donnerstag Hippauf als Kandidaten nominiert. „Die Versammlung fand im Beisein zahlreicher Mitglieder statt und stand ganz im Zeichen der kommunalpolitischen Weichenstellung für die Zukunft der Berg- und Universitätsstadt“, heißt es in der Mitteilung. Nach seiner Erklärung, als Kandidat antreten zu wollen, sei die anschließende Wahl einstimmig ausgefallen.
„Das geht besser“
„Mit der klaren Zustimmung unterstreicht sie ihr Vertrauen in ihn und seine Vorstellungen für die weitere Entwicklung der Stadt“, heißt es weiter. Und: „Mit der Nominierung startet die Wählergruppe nun geschlossen in den bevorstehenden Wahlkampf.“
Was motiviert Erik Hippauf zu seiner Kandidatur? „In erster Linie habe ich ein bisschen Angst bekommen, bei dem, was gerade in Clausthal-Zellerfeld passiert“, erklärt der 55-Jährige auf GZ-Nachfrage. „Die Tourismus-Branche leidet, weil nichts passiert“, findet Hippauf und sagt: „Das geht besser.“ Gerade wenn Schnee liegt, sei der Harz voller Touristen, nur Clausthal-Zellerfeld profitiere nicht davon. Dabei habe die Stadt durch die Bergbau-Tradition eigentlich viel Potenzial.
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Als Positivbeispiel nennt der Bergmann, der am Schacht Konrad arbeitet, den Nachbarort Hahnenklee. Sei es vor einigen Jahren noch ein Ort „alter Berliner“ gewesen, vollziehe Hahnenklee aktuell eine 180-Grad-Wende. „Der Bocksberg ist in junger Hand“, attestiert Hippauf. Auch weil die Hotels und Einrichtungen auf die Kunden zugingen und das Angebot nach ihnen ausrichten würden. „In Clausthal-Zellerfeld sehe ich nichts davon“, sagt er. Man müsse den Leuten erst einmal etwas anbieten, damit sie auch kommen.
Stichwort: Zusammenhalt
Dabei, so ist er überzeugt, könne man auch ohne große Kosten viel erreichen. Ein richtiger Weihnachtsmarkt etwa oder die Wiederbelebung der Zellerfelder Markttage. Am Beispiel des stets gut besuchten Bergbauernmarktes könne man schließlich sehen, dass derartige Angebote durchaus angenommen würden. Was man dafür brauche, sei aber Engagement und Zusammenhalt, sagt der 55-Jährige und verweist auf das Volksrodeln. Anfang Januar hatten sich, wie berichtet, mehrere Vereine und Akteure zusammengetan und innerhalb weniger Tage das Event organisiert und durchgeführt. „Es geht, wenn man will“, ist der Schluss von Hippauf.
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Dass er bislang keine politische Erfahrung vorweisen kann, wertet er als Vorteil. „Dieses normale logische Denken“, komme einigen Politikern mit der Zeit abhanden, findet er. „Sicher werde ich auch Hilfe brauchen und suchen“, aber er sei „voll überzeugt“, dass er dem Amt des Bürgermeisters gewachsen sei.
Keine Prognose
Wie schätzt der Kandidat seine Chancen ein? „Ich habe keine Ahnung“, gibt er offen zu. Viele würden ihn kennen, er ist aktiv bei der Suchhundestaffel Nordharz und seit 30 Jahren beim Technischen Hilfswerk. Aber eine Prognose möchte er nicht abgeben, sondern unvoreingenommen in den Wahlkampf gehen.
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