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Diakonin für vakante Pfarrstelle

GZ Plus IconLandeskirche schafft Präzedenzfall in Westerode/Bettingerode

Propst Jens Höfel führt Diakonin Gordana Prade mit einem Gottesdienst in der Dorfkirche Westerode offiziell in ihr Amt ein.

Propst Jens Höfel führt Diakonin Gordana Prade mit einem Gottesdienst in der Dorfkirche Westerode offiziell in ihr Amt ein. Foto: Nachtweyh

Nach langer Vakanz ist die Pfarrstelle für Bettingerode/Westerode und Lochtum mit Diakonin Gordana Prade jetzt neu besetzt. Eine Personallösung, die bislang für die Landeskirche Braunschweig einmalig ist. Wie es dazu kam, lesen Sie hier.

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Von Berit Nachtweyh
Donnerstag, 28.08.2025, 04:00 Uhr

Westerode/Bettingerode. Für die Kirchengemeinde Bettingerode/Westerode mit Lochtum endet eine „herausfordernde Zeit“, wie Kirchenverordnete Tanja Groene es beim Einführungsgottesdienst für Gordana Prade am Sonntagnachmittag formulierte: Nach fünf Jahren Vakanz ist die Pfarrstelle mit der Diakonin im Juli neu besetzt worden, seit Sonntag ist Prade nun auch offiziell im Amt, und die Landeskirche Braunschweig besiegelt damit den von ihr geschaffenen Präzedenzfall.

„Auch für die Propstei Bad Harzburg ist das ein Anlass zur Freude“, bekannte Propst Jens Höfel zur festlichen Amtseinführung in der voll besetzten Dorfkirche von Westerode. Seit anderthalb Jahren hatte er für eine solche Lösung bei der Landeskirche gekämpft, nachdem sich zuvor niemand auf die freie Pfarrstelle beworben hatte. Denn: Seit 2022 ist Gordana Prade als Prädikantin in der Propstei ehrenamtlich im Einsatz, als Religionslehrerin und Ausbilderin für angehende Diakone war sie zuvor bei der Evangelischen Stiftung Neinstedt angestellt. Im Sommer hat sie ihr Theologie-Fernstudium in Luzern abgeschlossen – warum also personell nicht mal neue Wege beschreiten? Vor diese Frage hatte Höfel das Landeskirchenamt gestellt.

Aufgaben einer Pfarrperson

Ein Selbstläufer war dieser Präzedenzfall trotz aller theologischen Voraussetzungen dennoch keineswegs, erinnerte Propst Höfel an zahlreiche Gespräche mit vielen Abteilungen. Am Ende hat die Landeskirche der Lösung zugestimmt und beschäftigt Gordana Prade nun als Diakonin, die auch Aufgaben einer Pfarrperson übernimmt. Wenn sie in gut zwei Jahren auch ihre Ausbildung zur Pfarrverwalterin abgeschlossen hat, wird sie als Pfarrerin übernommen.

Schon jetzt arbeitet die 50-Jährige im Kirchengemeindeverband „Zwischen Harz und Harly“ im Pfarrteam mit Dagmar Hinzpeter und Sandra Jang zusammen und blickt voller Vorfreude auf das, was vor ihr liegt: „Wir sollten den Schwung des Neuanfangs nutzen für die Aufgaben, die vor uns liegen“, wandte sie sich an die Gemeinde. Wissend, dass alle „miteinander etwas gestalten“ wollen, sieht sie es an der Zeit, wieder etwas zu wagen.
Die Kirchenvorstände Astrid Hartmann (2.v. l.) und Kilian Peters danken Vakanzvertreterin Dagmar Hinzpeter (r.) und begrüßen Diakonin Gordana Prade.

Die Kirchenvorstände Astrid Hartmann (2.v. l.) und Kilian Peters danken Vakanzvertreterin Dagmar Hinzpeter (r.) und begrüßen Diakonin Gordana Prade. Foto: Nachtweyh

Dank an Kirchenvorstände

Zuvor aber nutzte Propst Höfel noch einmal die Gelegenheit, den Kirchenvorständen zu danken: „Sie haben das Gemeindeleben in der Vakanz aufrechterhalten“. Unterstützt von Vakanzvertreterin Dagmar Hinzpeter, die in den zurückliegenden fünf Jahren unglaubliches geleistet habe. Ein Dank, dem sich die Kirchenvorsteher Astrid Hartmann und Kilian Peters nur ausdrücklich anschließen konnten: Dagmar Hinzpeter habe „das Überleben der Gemeinde gesichert“.

Jetzt also gehe es darum, gemeinsam neue Wege zu beschreiten. Offen dafür ist Gordana Prade, davon konnte sich beim Einführungsgottesdienst am Sonntag jeder überzeugen. Sie sagt: „Glaube lebt, wenn er vorgelebt wird“. Christin zu sein, sei für sie eine Lebenseinstellung.

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