Goslarer Nachtschicht: Konzerte und Partys statt Großraumdisco
In der Nachtschicht geht es weiter, aber anders. Betriebsleiterin Sonja Bröckling und Musikscout Tina Lopatar haben schon viele Veranstaltungen geplant. Foto: Hartmann
Nach dem Aus für die Goslarer Großraumdisco Nachtschicht stellt das Team erste Pläne für neue Veranstaltungen vor. Der Nachfolger, das Déja vu, bietet Konzerte, Flohmärkte und spezielle Partys für Zielgruppen wie Ü30, Ü40 und Ü50 an.
Goslar. Die Nachtschicht ist tot – es lebe das Déjà-vu. Auch nach dem Ende der letzten Goslarer Großraum-Disco soll es an der Carl-Zeiß-Straße weitergehen mit Feiern und Veranstaltungen. Nur eben anders. Das Team um Inhaber Salvatore Sapiente – es besteht aus seiner Frau Tina, der Betriebsleiterin Sonja Bröckling und Tina Lopatar, die als Netzwerkerin und Musik-Kontakterin fungiert – hat bereits ein umfangreiches Programm für die nächsten Monate zusammengestellt.
Bereits im vorigen Jahr waren die Räumlichkeiten renoviert und umgebaut worden, Kostenpunkt: rund 100.000 Euro. Nun soll es weitere Veränderungen geben, kündigt Betriebsleiterin Bröckling an. Vor allem soll die Bühne vergrößert und die Soundanlage aufgerüstet werden.
Anderes Freizeitverhalten
Insgesamt sei wohl die Zeit der Discoabende vorbei, meint Lopatar. Das Freizeit- und Ausgehverhalten habe sich geändert, stellt die ehemalige Betreiberin des „Tor 3“ fest. Trotzdem schwingt sehr viel Bitterkeit mit, als sie über das Ende des Discobetriebs spricht. Sie nennt vor allem die schlechte Busanbindung beziehungsweise die eingeschränkten Möglichkeiten, ein Linientaxi zu nutzen: „Eine Großraum-Disco ist nun mal außerhalb des Zentrums. Um dahin zu kommen, braucht man ein Auto oder ein Taxi. Nicht jeder hat ein Auto, und das Taxi kann sich auch nicht jeder leisten.“ Dabei sei die Lage doch eigentlich ein Vorteil: „Parkplätze sind reichlich vorhanden, keine Anwohner beklagen sich über Ruhestörung, Wohngebiete werden nicht verschmutzt durch Urin oder Erbrochenes.“
Viele Auflagen
Gewünscht hätte sich das Team der Nachtschicht ein wenig mehr Unterstützung von der Stadt. Viele Auflagen bei Veranstaltungen und Genehmigungsverfahren für Veranstaltungen seien aufwändig, beklagt sich Bröckling. Bei der Anmeldung von Flohmärkten beispielsweise müsse sie immer darauf achten, dass es zeitgleich keine ähnliche Veranstaltung gebe, sagt Bröckling.
Hinzu kämen hohe Kosten – etwa Gema, Vergnügungssteuer, Personal, Strom, Wasser –, die auch erstmal wieder eingespielt werden müssten, erinnert Lopatar. Ein Problem, das auch andere Gastgeber hätten: „Es steht fest: Goslar ist am Ende, was das Nachtleben betrifft.“ Vielleicht könnte man sich mit anderen Veranstaltern und Gastgebern zusammenschließen, überlegen Bröckling und Lopatar. Schließlich hätten die Kollegen wohl auch ähnliche Probleme.
Konzerte statt Disco
Die Nachtschicht will aber nicht aufgeben, nur umsatteln. Dann unter dem bereits eingeführten Namen „Déjà-vu“. Konzerte, Kleinkunst, besondere Veranstaltungen sollen nun im Mittelpunkt stehen. Partys für bestimmte Altersgruppen (Ü30, Ü40, Ü50) sind genauso geplant wie Kinder-Veranstaltungen und Flohmärkte. Außerdem sind die Räumlichkeiten für private Feiern und Firmenveranstaltungen buchbar.
Flohmarkt und Ü-Partys
Ein paar Veranstaltungen sind schon geplant, für die zum Teil auch Tina Lopatar als „Musik-Scout“ Bands empfohlen und kontaktiert hat.
Als letztes Event der Weihnachtszeit ist für den 27. Dezember die „After Weihnachtsmarkt Party, mit dem „DJ Tom“ (Tom Hirsch) und Karaoke geplant.
Das neue Jahr startet am 9. Januar mit einem Break-Dance-Kurs für Kinder (Anmeldung erforderlich). Am 12. Januar folgt unter dem Titel „Frauenklamotte“ ein Frauen- und Familien-Flohmarkt.
Der Monat darauf hat unter anderem die Ü30-Party mit DJ Airback (1. Februar) und ein Konzert der „Glorreichen Halunken“ (22. Februar) zu bieten. Am 8. März gibt es ein Konzert mit der Gruppe Eisfabrik, als Vorband tritt die Formation Schwarzbund auf. Am 15. März heißt es „Mama geht tanzen“. Und nackte Tatsachen gibt es am 26. April bei einer Man-Strip-Show zu begutachten.

Die Gruppe Schwarzbund tritt in der Nachtschicht auf. Foto: Privat