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Klinik Dr. Fontheim

GZ Plus IconLiebenburg: Feuer fordert 70 Einsatzkräfte und 400.000 Euro Schaden

Feuerwehrmänner vor einem Haus

Auch die Drohne der Liebenburger feuerwehr kommt zum Einsatz. Foto: Leifeld

Am Mittwochabend bricht in der Liebenburger Klinik Dr. Fontheim ein Feuer aus. Die Feuerwehr berichtet über den Einsatz, die Ursache und die Höhe des Schadens.

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Von Andrea Leifeld
Donnerstag, 12.02.2026, 13:27 Uhr

Liebenburg. Zu einem Großeinsatz kam es am frühen Mittwochabend in der Liebenburger Klinik Fontheim mit 280 stationären Behandlungsplätzen für Erwachsene in inhaltlich spezialisierten Abteilungen.

Als um 18.13 Uhr die Sirenen über den Dächern der Liebenburger Ortschaft aufheulten, hatten sicher viele Bürger den gleichen Gedanken: „Die BMA Fontheim hat ausgelöst“ – so wie viele Male im Jahr, wenn die hochsensiblen Melder der Brandmeldeanlage aufgrund von Zigarettenrauch oder Deospray ein Feuer erkannt haben wollen. Also reine Routine? Diesmal nicht.

„Bereits bei Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich die Lage: Im Dachbereich eines Klinikgebäudes waren eine deutliche Rauchentwicklung sowie offener Feuerschein erkennbar“, berichtete Björn Berkefeld als stellvertretender Gemeindebrandmeister vor Ort.

Mithilfe der Drehleiter wird die Einsatzstelle auf dem Dach ausgeleuchtet.

Mithilfe der Drehleiter wird die Einsatzstelle auf dem Dach ausgeleuchtet. Foto: Leifeld

Glücklicherweise hatten zwei Klinikbewohner die Flammen auf dem mehrstöckigen Gebäude rechtzeitig erkannt und den Feueralarm ausgelöst. Im Ernst der Lage und nach dem bestätigten Feuer wurde das Stichwort für die Einsatzkräfte auf „Feuer B3“ erweitert, so Berkefeld. Die Feuerwehr Döhren wurde zur Unterstützung beim Atemschutz und der Löschwasserversorgung nachalarmiert, ebenso die Feuerwehr Goslar mit Drehleiter.

Auch das DRK Liebenburg und der Rettungsdienst Goslar waren vor Ort, sowie mehrere Polizeibeamte, anfänglich mit vier Streifenwagen. Einsatzleiter am gestrigen Abend war Björn Damke. Entgegen der ersten Meldungen waren keine weiteren Feuerwehren im Einsatz.

Atemschutztrupps verschaffen sich Zugang

Bis zum Eintreffen der Drehleiter als Spezialfahrzeug aus der Kreisstadt hatten sich zwei Atemschutztrupps den Zugang zum Dachbereich verschafft. Dort waren bereits mehrere Photovoltaik-Module durch die Flammen beschädigt, ebenso die darunterliegende Dachschicht. Der Löscheinsatz erfolgte mithilfe eines C-Rohres. Das Löschwasser wurde aus der klinikeigenen Zisterne entnommen. Der Einsatz verlief trotz der bereits umfangreichen Ausdehnung des Feuers und der anspruchsvollen Löscharbeiten reibungslos. Die Abläufe wurden durch die Liebenburger Feuerwehr mit einer Drohne überwacht und die Schadenslage dokumentiert. Das Feuer auf dem Flachdach konnte zügig unter Kontrolle gebracht werden, vermeldete die Feuerwehr.

Einsatzleitwagen der Feuerwehr

70 Rettungskräfte sind im Einsatz. Foto: Leifeld

Seitens der Klinik wurden die Patienten der Akut-Station 6a aus dem Brandgebäude evakuiert und in einem Nachbarhaus versorgt. Durch derzeitige Umbaumaßnahmen in Haus 6 waren die anderen Stationen unbewohnt. Das Gebäude blieb, trotz des Feuerwehreinsatzes auf dem Dach, unbeschädigt und die Patienten konnten noch am selben Abend auf ihre Station zurückkehren.

„Alle Abläufe haben super funktioniert“, betonte Julia Loges, Unternehmenssprecherin der Klinik Fontheim, am Tag nach dem Feuerwehreinsatz. Man erstelle umfassende Pläne und ein Konzept für den Tag X – und wenn er denn da ist, weiß man, dass alle Mitarbeiter und Rettungskräfte gut vorbereitet sind, verdeutlichte sie und gab damit auch den ausdrücklichen Dank des geschäftsführenden Gesellschafters Hans-Christian Fontheim an alle Einsatzkräfte weiter.

18 Einsatzfahrzeuge hüllen das Klinikgelände in einen blauen Lichtschein.

18 Einsatzfahrzeuge hüllen das Klinikgelände in einen blauen Lichtschein. Foto: Leifeld

Die Brandursache ist auch am Tag nach dem Feuer unklar: „Wir können noch nichts sagen. Der Brandort ist beschlagnahmt“, betonte Thorsten Ehlers, Pressesprecher der Polizei Goslar, auf Nachfrage der Goslarschen Zeitung. Mit einem Ergebnis der Brandermittler sei zeitnah nicht zu rechnen.

Spekulationen über die Ursache

Fest steht: Am Tag des Feuers wurden Schweißarbeiten auf dem Flachdach durchgeführt. Ob diese Arbeiten im Zusammenhang mit dem Feuer stehen, ist nicht bewiesen. Dass möglicherweise schadhafte Module der Photovoltaikanlage der Auslöser gewesen sein könnten, kann aber nahezu ausgeschlossen werden. „Die Anlage ist neu und war noch nicht angeschlossen“, betonte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Björn Berkefeld.

Mithilfe der Drehleiter wird die Einsatzstelle auf dem Dach ausgeleuchtet.

Mithilfe der Drehleiter wird die Einsatzstelle auf dem Dach ausgeleuchtet. Foto: Leifeld

Er selber war in der Brandnacht auch auf dem Dach: „Das Feuer wurde zügig gelöscht, aber im Nachgang musste der betroffene Dachbereich mehrere Meter um die Brandstelle geöffnet werden, weil sich unter der Bitumenschicht Styropor befindet. Da konnte eine verdeckte Brandausbreitung nicht ausgeschlossen werden“, erklärte er.

Die Suche nach möglichen Glutnestern erfolgte mithilfe einer Wärmebildkamera. Nach dem Ablöschen entdeckter Hitzenester wurde ein Schaumteppich auf dem Flachdach aufgebracht, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.

Der Einsatz war gegen 22.30 Uhr beendet. Vor Ort waren 70 Einsatzkräfte. Eine gemeinsame Einschätzung, gemacht durch die Führungskräfte der Feuerwehr und Geschäftsführer Hans-Christian Fontheim, beziffert den Schaden auf eine Höhe von rund 400.000 Euro, informierte Berkefeld.

Drehleiter vor Haus.

Die Drehleiter wird an der Rückseite von Haus 6 aufgestellt. Foto: Leifeld

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