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Eigene Daten besser als offizielle

GZ Plus IconBraunlage: Einwohnerzahlen gehen nach wie vor zurück

Das Bild zeigt eine Stadtansicht von St. Andreasberg.

In St. Andreasberg sind die Einwohnerzahlen erstmals unter die Marke von 1400 gesunken. Foto: Eggers

Die Einwohnerzahlen in der Stadt Braunlage sinken weiter, teilt der Bürgermeister jetzt mit. Die Folgen sind schon bei der Zusammensetzung des nächsten Rates zu spüren.

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Von Michael Eggers
Dienstag, 13.01.2026, 04:00 Uhr

Braunlage. Die Zahl der Einwohner geht weiter zurück. Zum 31. Dezember 2025 waren noch 5262 Menschen in der Stadt Braunlage gemeldet, das sind 64 weniger als ein Jahr zuvor. Das hat Bürgermeister Wolfgang Langer jetzt mitgeteilt. Er hofft weiter, dass die Stadt mit der Schaffung neuer Wohngebiete den Abwärtstrend stoppen kann.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer dabei ist, dass die Kommune diesmal Wanderungsgewinne erzielt hat, das heißt, es sind mehr Menschen in die Stadt Braunlage gezogen als weggezogen. Allerdings ist der Sterbeüberschuss noch sehr viel höher, sodass die Einwohnerzahlen nach wie vor zurückgehen.

DIE EINWOHNERSTATISTIK IN ZAHLEN

5262 Menschen leben mit Hauptwohnsitz in der Stadt Braunlage. Das sind 64 weniger als im Vorjahr (5326).

1310 Menschen haben ihren Nebenwohnsitz in der Stadt (-6).

6572 Menschen leben mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Braunlage (-70).

3026 Menschen leben mit Hauptwohnsitz in Braunlage (-22).

1383 Menschen leben mit Hauptwohnsitz in St. Andreasberg (-37).

835 Menschen leben mit Hauptwohnsitz in Hohegeiß (-5).

391 Menschen sind aus der Stadt Braunlage weggezogen.

424 Menschen sind in die Stadt Braunlage gezogen.

Den 15 Geburten stehen 112 Sterbefälle gegenüber.

4630 Menschen in der Stadt Braunlage haben die deutsche Staatsbürgerschaft.

632 Menschen sind Ausländer, davon haben 320 Menschen eine Staatsbürgerschaft aus einem EU-Land.

Nur noch 15 Ratsmitglieder

Und offiziell ist der Rückgang noch sehr viel höher als die Zahl, die jetzt von der Stadt ermittelt worden ist. Der sogenannte Zensus des Landesamtes für Statistik habe ergeben, dass die Stadt Braunlage mittlerweile weniger als 5000 Einwohner hat, heißt es von der Stadt Braunlage. Das hat nicht nur Folgen für die Schlüsselzuweisungen, die das Land Niedersachsen der Kommune zahlt, auch der Rat wird nach der Kommunalwahl am 13. September kleiner. Wenn das Gremium dann zur konstituierenden Sitzung Anfang November zusammenkommt, wird es statt bisher 17 Ratsmitgliedern (inklusive Bürgermeister) nur noch 15 Ratsmitglieder geben.

Wie diese unterschiedlichen Zahlen von Landesamt und Stadt zustande kommen, könne er nicht genau sagen, teilte Wolfgang Langer auf Anfrage mit. „Wir verlassen uns aber natürlich auf unsere Zahlen, denn die Menschen, die unser Einwohnermeldeamt verzeichnet, sind natürlich vorhanden“, meinte er.

Vor 50 Jahren viel mehr Einwohner

Dass alle Orte der Stadt Braunlage von den Einwohnerzahlen her größer wirken, liegt dabei nicht nur an den mehr als insgesamt 13.000 Gästebetten, sondern auch an den vielen Bürgern mit Zweitwohnsitz. Rechnet man die Personen hinzu, die in Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß mit Nebenwohnsitz gemeldet sind, hat die Stadt 6572 Einwohner. Für die Bürger mit Zweitwohnsitz gibt es aber keine Schlüsselzuweisungen, das ist dann auch ein Grund, warum Braunlage die Zweitwohnungssteuer erhebt.

Seit Jahrzehnten gehen die Einwohnerzahlen in der Stadt Braunlage bis auf wenige Ausreißer zur Zeit der Vereinigung beider deutscher Staaten stetig zurück. 1980 beispielsweise kamen Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß zusammen noch auf 10.130 Einwohner, 1990 waren es noch 9019, im Jahr 2000 dann 7815 und 2010, kurz vor der Fusion, 6314 Einwohner.

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