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Konzert mit Blind Date

GZ Plus IconGelungene Sommernacht-Premiere auf dem Goslarer Museumsufer

Da bekommt auch GZ-Fotograf Uwe Epping seinen Bühnenauftritt (v.l.): Hartmut Mahnkopf, Lars Pietrzyk, Martin Mahnkopf, Maik Vorlop und Jens Metzlaff sind Blind Date und posieren vor Publikum.

Da bekommt auch GZ-Fotograf Uwe Epping seinen Bühnenauftritt (v.l.): Hartmut Mahnkopf, Lars Pietrzyk, Martin Mahnkopf, Maik Vorlop und Jens Metzlaff sind Blind Date und posieren vor Publikum.

Jede Menge Wetterglück und ungebremste Feierseligkeit: Die Band Blind Date hat Goslarer und Gästen am Samstagabend ein echtes Gute-Laune-Konzert auf dem Museumsufer geboten. Die Sommernacht-Premiere ist jedenfalls gelungen.

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Von Frank Heine
Montag, 30.06.2025, 11:00 Uhr
Sonne satt, aber nicht zu heiß. Eine lokale Band, die in Goslar einen Namen und ihre Fans hat. Eine Location mitten in der Stadt, die etabliert ist und die jeder kennt. Und obendrein ein Wochenende, an dem außer in der Region verstreuten Abiturbällen überraschend wenig los war, weil sich viele Veranstalter offenkundig mit dem Starttermin des Goslarer Schützenfestes verhauen haben. Das beginnt erst am nächsten Freitag. Was hätte also am vergangenen Samstag schiefgehen sollen?
Musik zum Mitsingen und Mitklatschen: Die Sommernacht findet ihre Gäste auf dem Museumsufer.

Musik zum Mitsingen und Mitklatschen: Die Sommernacht findet ihre Gäste auf dem Museumsufer. Foto: Epping

Bei der Sommernacht-Premiere am Museumsufer ließ Blind Date musikalisch jedenfalls nichts anbrennen. Das Quintett kennt die Abzuchtbühne von regelmäßigen Altstadtfest-Auftritten wie seine Westentasche – sie sind dort alte Freunde sozusagen. Mit Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ starteten die Mannen um Leadsänger Martin Mahnkopf, der so markant breitbeinig stehen und so lausbubenhaft routiniert erzählen kann. Muss er auch, weil er nicht nur Singen als Hobby hat, sondern auch viel ehrenamtlich Politik in Goslar und in Vienenburg macht. Für die vielen Goslarer und Gäste vor der Bühne spielen an diesem Abend aber nur Namen wie Klaus Lage, Joachim Witt oder die Ärzte eine Rolle, deren Songs Mahnkopf zusammen mit Hartmut Mahnkopf, Maik Vorlop, Jens Metzlaff und Lars Pietrzyk zelebriert. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner ist auch nur ganz privat da. Der Rat hatte seine letzte Sitzung vor der Sommerpause ebenfalls schon eine Woche früher als gewöhnlich – vermutliche Begründung siehe oben.
Das fetzt: Auch die junge Generation weiß musikalisch mit der Neuen Deutschen Welle offenkundig etwas anzufangen.

Das fetzt: Auch die junge Generation weiß musikalisch mit der Neuen Deutschen Welle offenkundig etwas anzufangen. Foto: Epping

Umlagerter Ausschank

Brauhaus-Wirt Odin Paul sieht an diesem Abend eigentlich ganz zufrieden aus. Er will die Sommerparty in dieser Form gern im Goslarer Veranstaltungskalender etablieren. Warum auch nicht? Sein mobiler Ausschank ist umlagert und sehr gefragt. Leckere Köstlichkeiten, die zum Schlemmen einluden? Das Fragezeichen bliebt stehen. Sie waren angekündigt, sind aber gewiss in Güte und Zahl ausbaufähig.
Gitarren-Duo: Jens Metzlaff (l.) und Martin Mahnkopf legen los.

Gitarren-Duo: Jens Metzlaff (l.) und Martin Mahnkopf legen los. Foto: Epping

Auf der anderen Seite haben viele der Besucher die Zeit schon vorher genutzt und sich in der Goslarer Gastronomie eine feste Grundlage für den Abend verschafft. Es wird geschunkelt, getanzt, getrunken, gesungen – das Tempo wechselt teils innerhalb eines Liedes wie bei Reinhard Meys Grenzenlosigkeit über den Wolken.
Wem gehört denn der BH? Martin Mahnkopf macht eine Kleiderdurchsage.

Wem gehört denn der BH? Martin Mahnkopf macht eine Kleiderdurchsage. Foto: Epping

Mahnkopf erzählt von der früher ewig ähnlichen Playlist zu seligen „Jolly Joker“-Zeiten in Braunschweig, freut sich beim Norweger-Titel „Take on me“ von Aha über einen zugeworfenen BH, bittet den an der Bühne lauernden GZ-Altmeister Uwe Epping zum Schnappschuss nach oben und kann skandinavisch auch mit den Schweden von Roxette und ihrem „The Look“. Irgendwann und irgendwie ist er bald aber schon wieder bei Nena und will mit ihr hingehen, wo sie will.
An den Drums: Maik Vorlop trommelt, was das Zeug hält.

An den Drums: Maik Vorlop trommelt, was das Zeug hält. Foto: Epping

Verhinderte Eintracht-Fans

Wo es nächstes Jahr hingeht mit der Sommernacht? Die Entscheidung liegt bei Paul, der selbst am Sonntag erst einmal Richtung Süden aufbrach. Bruce Springsteen hatte in Mailand zum Konzert gebeten. Klar: Ist irgendwie noch eine Schippe drauf im Vergleich zu Mahnkopf und Museumsufer. Pauls Ärgernis: Der Eintracht-Fan par exellence, der schon mal die Bank wechselt, wenn die Kontonummer hinten auf eine 96 endet, verpasste den Auftritt seiner Braunschweiger Zweitliga-Fußballer beim VfL Oker. Wenn die Eintracht doch schon mal in die Gegend kommt und er nicht hinterher reisen müsste. Das Schicksal teilte er übrigens mit seinem früheren Museumsufer-Mitstreiter Henning Kluß, der nach der Sommernacht auf dem Museumsufer am Sonntag bei einer Familienfeier in der „verbotenen Stadt“ gefragt war. Man kann nicht alles haben ...
Hartmut Mahnkopf beherrscht den Bass.

Hartmut Mahnkopf beherrscht den Bass. Foto: Epping

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