Kommentar: Das Problem heißt Kommunikation
Das neue Logo der Stadt Bad Harzburg mit dazugehörigem Schriftzug. Foto: (Grafik) design office
Das Problem in der Bad Harzburger Logo-Debatte liegt nicht im Geld oder Aussehen, sondern darin, wie die Verantwortlichen der Stadt kommunizieren, sagt GZ-Redakteur Christoph Exner in seinem Kommentar.
Bad Harzburg. Wer sich gegen Kritik zur Wehr setzen möchte, der darf das natürlich tun. Die Frage ist nur, in welcher Art und Weise. Die Stadt Bad Harzburg, allen voran ihr Bürgermeister, hat in der Kommunikation nach außen schon öfter keine gute Figur gemacht – und sich mit dem jüngsten Auftritt im Rat erneut keinen Gefallen getan. Die Sitzung kurzerhand zur Quizshow zu machen und der Zeitung anschließend demonstrativ eine Tüte mit dem neuen Logo zu überreichen, wirkte weniger souverän als vielmehr so, als wolle man Kritiker vorführen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Fakten: Die GZ hat der Stadt nie Steuerverschwendung vorgeworfen. Im Gegenteil: In einem Kommentar zur Berichterstattung wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die 12.000 Euro weder das Silberbornbad retten noch Schlaglöcher beseitigen würden.
Über das Aussehen und die Verständlichkeit des Logos darf und wird es unterschiedliche Meinungen geben. Das eigentliche Problem in der gesamten Debatte liegt woanders: schlechte Kommunikation. Das Logo einer Stadt zu ändern, sollte kein Projekt sein, das im kleinen Kreis entsteht. Der Stadtrat hätte frühzeitig eingebunden oder zumindest informiert werden müssen. Das ist offenkundig nicht passiert.
Dass der Bürgermeister das neue Logo nun verteidigt, überrascht derweil nicht. Auch in der freien Wirtschaft würde sich ein Geschäftsführer stets hinter die Entscheidungen seines Unternehmens stellen. Verwunderlich ist eher der Zeitpunkt. Die öffentliche Kritik am Logo gibt es seit Wochen – eine offizielle Einordnung aus dem Rathaus kam bislang nicht. Stattdessen entsteht der Eindruck, als wollten sich sowohl der Bürgermeister als auch der Erste Stadtrat aus der Verantwortung ziehen. Stattdessen wird diese der Wirtschaftsförderung zugeschoben.
Christoph Exner Foto: Mittendorf