Wie sieht die Zukunft der Bad Harzburger Galopprennwoche aus?
Fünf Tage lang genießen die Menschen die Rennwoche am Weißen Stein. Meist auch bei gutem Wetter. Foto: Schlegel
Der Rennverein zieht Bilanz und ist eigentlich mit der 145. Galopprennwoche sehr zufrieden. Aber er benennt auch einige Negativpunkte. Und vor allen Dingen gibt es Fragen, wie die Rennbahn und damit die Veranstaltung in naher Zukunft ausschauen wird.
Bad Harzburg. „Nach der Rennwoche ist vor der Rennwoche“ – ein plattgeklopfter Spruch, der aber gerade auf die Bad Harzburger Galopprennwoche sehr gut zutrifft. Denn der Harzburger Rennverein mit dem Präsidenten Stephan Ahrens an der Spitze beginnt schon am Tag nach dem Meeting damit, konkrete Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Wobei vieles sogar schon während der Veranstaltung festgezurrt worden ist. Es wurde sogar schon über ganz große Pläne gesprochen: Der Rennverein will auf der Anlage am Weißen Stein ein neues Gebäude bauen und ein altes sanieren. Kostenvolumen: mindestens eine Million Euro.
Der Montag nach dem Meeting ist traditionell der Tag, an dem Ahrens eine kleine „Positiv-Negativ-Rechnung“ erstellt – und erklärt, was hinter den Kulissen läuft, wie sich der Verein finanziert und was für die Zukunft geplant ist.
Der verregnete Sonntag
Positiv in diesem Jahr: der Zustand der Bahn, das Erscheinungsbild der gesamten Anlage, die Organisation der Rennen und ja, auch das Wetter. Natürlich nicht am letzten Sonntag, wo es stundenlang wie aus Eimern goss. „Das hat uns 3000 Zuschauer und 50.000 Euro Umsatz gekostet“, schätzt Ahrens. Selbst bei den schlechten Bahnverhältnissen kam es zu keinen Unfällen. Aber an den übrigen Tagen hat das Wetter gepasst, nicht zu warm, nicht zu kalt. Und der Regen kam bis dato auch immer nur zwischen den Renntagen.

Besonders gekniffen vom Wetter sind Christiane von Gadenstedt (vorn links, mit rosa Hut) und die Sponsorinnen des Rennens „Damenwahl“: Da machen sie sich schick und dann gießt es den ganzen Tag in Strömen. Foto: Epping
Weit mehr als 40.000 Besucher
Insgesamt seien für alle fünf Renntage 40.000 Tickets verkauft worden. Rechnet man die Eintrittskarten dazu, die an die Sponsoren ausgegeben wurden, dürften während der ganzen Woche mehr als 45.000 Menschen auf der Bahn gewesen sein.

Die Gastronomie, egal ob im VIP-Bereich oder „normal“ draußen bekommt von den Veranstaltern gute Kritiken. Foto: Schlegel
Nur die kleinen Felder stören
Negativ war in den Augen des Rennvereinspräsidenten natürlich die große Zahl kleiner Startfelder, gerade auch am Donnerstag. Und ja: Die Sache mit den Hürdenrennen (die GZ berichtete) gelte es, weiter zu analysieren. Denn gerade dort gehen immer weniger Pferde an den Start, mitunter nur drei pro Rennen. Die Seejagdrennen und das Hürden-Listenrennen werde der Verein erst einmal beibehalten. Über den Rest müsse man nachdenken.
Das Land soll helfen
Ein viel gravierender Blick in die Zukunft wurde bereits am ersten Wochenende geworfen. Da war nämlich Staatssekretär Joachim Schachtner aus dem Wirtschaftsministerium auf der Bahn und ließ sich vom Rennverein zeigen, wo der Schuh drückt beziehungsweise wo etwas erneuert werden soll.
Rechts zu erkennen die Wiese, auf der das Funktionsgebäude stehen soll. Links ist der Führring. Foto: Schlegel

Der Umkleidebereich für die Jockeys ist zwar urig, aber nicht mehr zeitgemäß. Foto: Schlegel

In dem langen Holzgebäude sind links die Wettschalter und rechts Funktionsräume untergebracht. Das ist alles in die Jahre gekommen. Foto: Schlegel
Das Land soll Geld geben
Die Gesamtmaßnahme jedoch kostet natürlich eine Stange Geld. Geld, das der Rennverein nicht hat. Denn von der eine Million Euro Umsatz der diesjährigen Rennwoche bleibt beim Rennverein nur ein Zehntel kleben. Stephan Ahrens sagte schon am Montag bei der Talkrunde auf dem Gestüt, dass er auch das Land in der Verantwortung sehe. Und der Staatssekretär habe bei seinem Besuch zusammen mit dem hiesigen Landtagsabgeordneten Christoph Willeke durchblicken lassen, dass er die Projekte des Rennvereins wohlwollend beurteilen würde. Mit anderen Worten: Stephan Ahrens hofft auf Fördermittel aus Hannover. Die Chancen, dessen ist er sich sicher, stehen gut.
Die Investitionen würden natürlich nicht von heute auf morgen und auch nicht bis zur nächsten Rennwoche in die Tat umgesetzt. Aber der Rennverein hat ein Ziel vor Augen: das Jahr 2030. Dann nämlich steht die 150. Bad Harzburger Galopprennwoche auf dem Programm.
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