Braunlage: Sanierung der B27-Ortsdurchfahrt dauert sechs Jahre
An der Verkehrsinsel an der Lauterberger Straße/Silberschächte sollen im August die Sanierungsarbeiten der B27 im Zuge der Ortsdurchfahrt Braunlage beginnen. Foto: Eggers
Im August soll mit der Sanierung der B27 im Zuge der Ortsdurchfahrt Braunlage begonnen werden. Sechs Jahre soll sie dauern. In einer Bürgerversammlung im Kurgastzentrum haben Landesbehörde und Stadt das Vorhaben ausführlich vorgestellt.
Braunlage. Sie dauert länger als zunächst angekündigt, die Sanierung der B27 im Zuge der Ortsdurchfahrt Braunlage. Stand jetzt sollen die Arbeiten voraussichtlich 2031 abgeschlossen sein. Dafür sind vor allem die vielen Nebenarbeiten verantwortlich, wie in der Bürgerversammlung am Dienstagabend vor 180 Besuchern erklärt wurde.
„Wenn wir nur die Fahrbahn sanieren müssten, wären wir in einem Dreivierteljahr durch“, sagte Günter Hartkens, der Geschäftsbereichsleiter Goslar der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Aber im Zuge der Arbeiten würden auch noch die Gehwege, die Ab-, Regen- und Trinkwasserkanäle, die Stromleitungen und die Leitungen der Telekom saniert, beziehungsweise erneuert. Die Landesbehörde ist dabei nicht einmal der Hauptinvestor. Den Löwenanteil trägt die Stadt Braunlage.
Bürgermeister Wolfgang Langer beantwortet nicht nur die Fragen der Einwohner, er moderiert die Bürgerversammlung zudem. Foto: Eggers
Die Kosten
Die Kosten für die gesamte Sanierung sind noch nicht absehbar. Der erste Bauabschnitt kostet mehr als drei Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund für die Fahrbahn und einen Teil des Regenwasserkanals 1,1 Millionen Euro. Die Stadt ist für die Gehwege, Sanierung der Bushaltestellen und Baumpflanzungen mit 790.000 Euro dabei, die Städtischen Betriebe Braunlage (SBB) zahlen 911.000 Euro für einen Teil des Regenwasserkanals und für die Sanierung des Abwasserkanals. 148.000 Euro habe die Harz-Energie für die Trinkwasser- und Stromleitungen veranschlagt. Die Kosten der Telekom stehen noch nicht fest.
Erster Abschnitt
Der erste Bauabschnitt ist 420 Meter lang und führt von der Verkehrsinsel im Bereich der Silberschächte in der Lauterberger Straße zur Ampel Herzog-Wilhelm-Straße/Bahnhofstraße. Derzeit läuft die Ausschreibung der Arbeiten, der Zuschlag soll Ende Juli erfolgen, Ende August könne dann gestartet werden. Es gilt als sicher, dass dieser erste Abschnitt nicht mehr in diesem Jahr beendet werden kann. Die Baustelle werde dann so hergerichtet, dass der Verkehr ungehindert passieren kann. Gearbeitet wird unter Vollsperrung, und das aus Sicherheitsgründen. Wie Günter Hartkens betonte und auch, weil die Fahrbahn mit 6,50 bis 7,50 Meter nicht breit genug sei, um eine einspurige Verkehrsführung zuzulassen.
Günter Hartkens, der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar, informiert über die Sanierung der Fahrbahn der B27 im Zuge der Ortsdurchfahrt Braunlage. Foto: Eggers
Verkehrsführung
Gearbeitet wird jeweils von April bis Oktober. In dieser Zeit wird der überregionale Verkehr weiträumig aus Richtung Blankenburg von Königshütte über die Landesstraße nach Tanne und dann die B242 nach Braunlage umgeleitet. Innerörtlich gibt es ebenfalls Umleitungsstrecken, die Verkehrsführung steht aber noch nicht fest. Laut Bürgermeister Wolfgang Langer ist es denkbar, dass die Straßen „Zu den Silberschächten“ oder „Am Steinfeld“ Einbahnstraßen werden und die Wiesenstraße in beide Richtungen befahrbar ist.
Erreichbarkeit
Vieles soll über den sogenannten kleinen Dienstweg, sprich im direkten Gespräch der Anlieger mit dem Polier der Baustelle erfolgen. Die Anlieger sollen ihre Grundstücke stets erreichen können, und das möglichst auch mit dem Auto. Es könne aber sein, dass diese Erreichbarkeit mit dem Wagen einmal ein paar Tage nicht funktioniert. Auf alle Fälle gewährleistet werde die Müllentsorgung. Die Anlieger sollen ihre Mülltonnen wie gehabt an die Straße stellen. Von dort sollen sie dann von den Mitarbeitern der Baufirma zu einem Sammelpunkt gebracht werden. Ähnlich soll bei Nicht-Erreichbarkeit des Grundstücks auch bei gewerblichen Betrieben verfahren werden, sprich die Lastwagen bringen die Ware zu einem Punkt, von dem aus sie dann zu den Anliegern weitertransportiert werden.
180 Besucher kommen zur Bürgerversammlung ins Kurgastzentrum. Foto: Eggers
Projekt insgesamt
Die B27 im Zuge der Ortsdurchfahrt Braunlage wird auf einer Strecke von 2,4 Kilometern saniert. Dies sei auch immer so geplant gewesen, wie Günter Hartkens betonte. Die Länge von 3,7 Kilometer, von der häufiger die Rede war, sei nie von der Landesbehörde bestätigt oder mitgeteilt worden. Der zweite Bauabschnitt vom Ortseingang Lauterberger Straße zur Verkehrsinsel Silberschächte ist 500 Meter lang. Der dritte Bauabschnitt von der Ampel Bahnhofstraße/Herzog-Wilhelm-Straße bis zur Einmündung Marktstraße ist 430 Meter lang. Der vierte Abschnitt von der Einmündung Marktstraße bis zum Brunnen ist 320 Meter lang, und der fünfte und letzte Bauabschnitt umfasst 540 Meter auf der Elbingeröder Straße.
Finanzierung
Die Bürger werden bei dem Projekt, beispielsweise für die Sanierung der Gehwege, nicht zur Kasse gebeten. „Wir haben keine Straßenausbaubeitragssatzung“, sagte Bürgermeister Wolfgang Langer. Er betonte, er sei zuversichtlich, dass die Stadt die weiteren Anteile an den Bauabschnitten finanzieren könne, auch wenn die Kommune finanziell gesehen nicht auf Rosen gebettet sei. Dies sei aber eine Investition in die Infrastruktur, von der die Stadt die nächsten 50 Jahre profitieren könne.
Lkw-Verkehr
In der Sitzung kam auch die Diskussion wieder auf, den Lkw-Verkehr über die Kreisstraße 68 und dann die Auffahrt-Nord der B4/B242 umzuleiten. So fahren die 40-Tonner nicht über die Herzog-Wilhelm-Straße und die Innenstadt würde entlastet. Diese Forderung beschäftigt die Kommunalpolitiker bereits seit mehr als 40 Jahren. Sie scheiterte stets daran, dass in diesem Bereich der B4-Auffahrt ein Wasserschutzgebiet ist. Braunlage bezieht sein Trinkwasser von dieser Fläche, die deswegen nicht verändert werden dürfe. Zudem machte Günter Hartkens klar, dass durchschnittlich nur etwa 400 Lastwagen täglich durch Braunlage fahren und das über eine Bundesstraße. Einig war sich die Runde zudem, dass die sogenannte intelligente Ampel bereits für eine Verbesserung gesorgt habe. Hartkens machte aber auch klar, dass es an Spitzentagen immer wieder mal zu Staus in Braunlage kommen könnte.
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