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Klinik in Goslar stößt an Grenzen

GZ Plus IconEtliche Fälle in Notaufnahme – Minister im Harz auf Stippvisite

Ein Mann spricht in einem Kreißsaal mit einer Frau.

Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi informiert sich bei einem Rundgang über die Asklepios-Harzklinik. Im Kreißsaal spricht er mit der leitenden Hebamme Susanne Teuteberg (r.), mit dabei sind unter anderem auch die ärztliche Direktorin Dr. Larissa Henze (2.v.l.) und Oberärztin Aurelija Jankute (l.). Foto: dpa

Die Asklepios-Klinik in Goslar stößt derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen, auch wegen etlicher Fälle in der Notaufnahme. Derweil hat ein Minister die Klinik besucht.

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Von Oliver Stade
Freitag, 09.01.2026, 08:00 Uhr

Goslar. Niedersachsens Gesundheits- und Sozialminister Dr. Andreas Philippi (SPD) hat am Donnerstag die Asklepios-Klinik in Goslar besucht, um sich bei einem Rundgang durch mehrere Abteilungen über die Klinik zu informieren, die auf einigen Gebieten wegweisend ausgestattet ist. Derweil stößt die Klinik aufgrund eines anhaltend großen Patientenandrangs in der Notaufnahme an ihre Grenzen.

Zwischen dem 23. Dezember und Mittwoch dieser Woche habe die Notaufnahme 1300 Patienten aufgenommen. 450 der Menschen seien wegen eines Sturzes ins Krankenhaus gekommen. Rund 100 davon hätten daher operiert werden müssen. Unter den Patienten seien derzeit auch viele mit Atemwegsproblemen sowie Corona- und Grippefälle.

Zusätzliche Bereitschaft

Das Krankenhaus gelange an seine Kapazitätsgrenzen, sagte Kliniksprecher Ralf Nehmzow am Rande des Ministerbesuchs. Er berichtete, dass chirurgische Eingriffe, die nicht dringend notwendig sind, verschoben werden, um in Erwartung der gefährlichen Straßenverhältnisse in diesen Tagen Kapazitäten zu schaffen, um Notfälle behandeln zu können. Für das Wochenende sollen daher zusätzliche Ärzte in Bereitschaft gehalten werden.

Die Notaufnahme stand indes nicht auf dem Besuchsplan für Minister Philippi. Auf der Intensivstation erfuhr er indes von Chefarzt Professor Dr. Jörg Heine, dass die Abteilung in Goslar zu den modernsten Intensivstationen in Niedersachsen oder sogar Norddeutschlands gehöre. Derzeit würden vor allem viele Patienten mit Corona- und Grippe-Infektionen behandelt, manche müssten isoliert werden. Pro Jahr würden zudem bis zu 400 Patienten mit Oberschenkelhalsbrüchen behandelt.

Auch die Asklepios-Krankenhausapotheke gilt als wegweisend ausgestattet. Leiterin Mechthild Wenke stellte das Medikamentensystem vor, das auf einem geschlossenen Prozess (Closed Loop Medication Management) beruht, bei dem mithilfe von Technik Einzeldosen, sogenannte Unit Doses, von Arzneimitteln produziert werden. Der vollautomatische und computerunterstützte Ablauf bis zur Verabreichung enthält mehrere Sicherheitsstufen. Mechthild Wenke sagte, die Fehlerquote werde „auf null“ gefahren und das Personal entlastet.

Minister Philippi, der von Haus aus Chirurg ist und früher am Krankenhaus in Herzberg gearbeitet hat, lobte das Verfahren. Die Klinik gehöre damit zu den Vorreitern in Deutschland.

Philippi, der sich neben seinem Ministeramt im Kreistag von Göttingen auch weiterhin kommunalpolitisch engagiert, besuchte außerdem die Geburtshilfe. Dort traf er unter anderem auf die leitende Hebamme Susanne Teuteberg, die er von seiner früheren Arbeit als Mediziner kennt. Sie führte den Minister, der unter anderem von Klinik-Geschäftsführer Florian Nachtwey, der ärztlichen Direktorin und Chefärztin Dr. Larissa Henze und von Landrat Dr. Alexander Saipa begleitet wurde, durch die Entbindungsstation.

Ziel sind größere Einheiten

Philippi, der auf allen Abteilungen den Austausch suchte, kam dabei auch auf die Krankenhausreform zu sprechen und auf das Ziel, in dem Zuge größere Kliniken und größere Abteilungen zu schaffen. Dabei erkundigte er sich nach der jährlichen Anzahl der Geburten in Goslar, die die Klinik zuletzt mit 377 angegeben hatte. Philippi nannte, ohne sich aber auf eine Grenze festlegen zu wollen, eine Größenordnung von 450 bis 500 Geburten als Richtwert.

Teuteberg und weitere Mitarbeiterinnen betonten indes, die Geburtshilfe sei die einzige im Landkreis Goslar. Seit der Schließung der Geburtshilfe in Herzberg würden auch Frauen aus Herzberg entbunden. Spürbar sei zudem, dass mehr Frauen aus Clausthal-Zellerfeld nach Goslar kommen würden, für die Herzberg früher eine Alternative war. Mit Blick auf die Klinikreform, die auf größere Einheiten abzielt, berichtete Philippi, es gebe Regionen, in denen Schwangere 40 Minuten bis zur nächsten Geburtshilfe fahren müssten. Eine zentrale Frage für das Land sei es, wie die Angebote künftig verteilt würden, „damit es gerecht ist“.

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