Schiri-Streit taugt für das Sportgericht
Okers Joshua Zimmermann (l.) wird kurz vor der Pause vom Assistenten an der Seitenlinie aufgerufen, seine Proteste gegen einen Pfiff des Schiedsrichters einzustellen. Foto: Epping
Dieser Bericht hat eine große Tragweite: Der Schiedsrichterausschuss wartet auf den Report der Bezirksliga-Partie Oker gegen Vienenburg. Es geht um eine Suspendierung.
Auch einen Tag nach dem kuriosen Schiedsrichterstreit im Rahmen der Partie der Fußball-Bezirksliga zwischen dem VfL Oker und der FG Vienenburg/Wiedelah lässt sich über dessen Auslöser nur spekulieren. Viel wird vom Bericht des Unparteiischen abhängen, der dem Bezirksschiedsrichterausschuss am Montag noch nicht vorlag. Für die Polizei dagegen ist die Sache vorerst erledigt.
Wie berichtet, tauschte Schiedsrichter Kai Schwarz (Braunschweig) in der Halbzeitpause der Partie einen seiner beiden Assistenten gegen die im Publikum anwesende Schiedsrichterin Susen Berkefeld aus.
Kompetenz überschritten?
Auf dem Rasen verlief die erste Halbzeit für ein Derby nicht übermäßig hart oder unfair. Das Spiel war geprägt von schnellen Umschaltmomenten, aber auch vielen Ballverlusten und Zweikämpfen. Kurz vor der Pause gab es allerdings eine ungewöhnliche Szene. Nach einem Duell mit einem Vienenburger protestierte Okers Linksverteidiger Joshua Zimmermann gegen den Pfiff des Schiedsrichters. Daraufhin lief der Linienrichter zu ihm, um ihn sehr lautstark aufzufordern, endlich Ruhe zu geben. Es sei nicht das erste Mal, dass der Spieler sich beschwere.
Dass ein Assistent damit einem Spieler direkt ermahnt, ist zumindest ungewöhnlich. Schwarz beruhigte die Situation schließlich und zeigte Zimmermann Gelb – dann war Halbzeit.
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„Etwa sechs oder sieben Minuten nach Beginn der Pause wurde ich von Özcan (Okers Co-Trainer Gürel, d. Red.) gebeten, zu den Schiedsrichtern zu kommen“, erzählt Ordner Stefan Peters, selbst seit über 20 Jahren Unparteiischer. Schwarz habe ihm dann offenbart, seinen Assistenten suspendiert zu haben, weil er keine weitere Zusammenarbeit für möglich halte. Peters möge zudem bitte den Assistenten aus der gemeinsamen Kabine geleiten. „Ich hatte mich dann selbst angeboten, einzuspringen“, sagt Peters, allerdings hatte Gürel zu dem Zeitpunkt bereits Susen Berkefeld, ebenfalls Schiedsrichterin, im Publikum ausfindig gemacht.
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„Okers Co-Trainer hat mich gefragt, ob ich einspringen würde, da habe ich natürlich zugesagt“, erzählt die Goslarerin, die im Nachgang von dem Streit sehr überrascht ist: „Wir Schiedsrichter sind eigentlich Familie.“ Sie habe zwar im Kinderfußball schon viele Dinge erlebt, die es früher in der Form nicht gab, aber so einen Streit auch noch nicht.
Und so wurde die Partie, die 6:4 für den VfL ausging, ohne weitere Zwischenfälle beendet. Kurz vor Schluss stand schließlich die Polizei am Fußballplatz. Es habe einen Streit gegeben, „und wir wurden gerufen, um zu schlichten“, erklärt deren Pressesprecher Thorsten Ehlers. Daraus habe sich allerdings kein „strafbarer Hintergrund“ ergeben. Somit sei die Sache erledigt.
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Diese liegt nun beim Schiedsrichterausschuss des Fußballbezirks Braunschweig. Dessen Vorsitzender Mario Birnstiel habe durch den GZ-Artikel zum Spiel zwar Kenntnis von den Vorfällen, allerdings „bedarf es einer Aufarbeitung“, die auf Grundlage des Schiedsrichterberichts stattfinden wird. Mögliche Konsequenzen könnten eine „sportgerichtliche Bewertung“ sein. Somit wird es zumindest an dieser Stelle eine Fortsetzung im kuriosen Schiedsrichterstreit geben.
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