Tumulte und Pyro: Wolfsburger Chaos nach Pleite gegen HSV
Fans von Wolfsburg werfen Leuchtfackeln auf den Platz. Foto: Andreas Gora/dpa
Spieler liefern sich ein Handgemenge, Fans schießen Leuchtraketen ab. Eine Trainer-Entscheidung wird es erst am Sonntag geben. Auch der Sport-Geschäftsführer muss um seinen Job bangen.
Wolfsburg. Tumulte, Pyrotechnik und Trainerdiskussion: Unmittelbar nach dem verlorenen Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV (1:2) hat sich beim VfL Wolfsburg eine hochbrisante Abstiegsstimmung verbreitet. Chefcoach Daniel Bauer droht nach der sechsten Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen das Aus.
„Jetzt müssen wir wirklich erst mal das alles ein bisschen sacken lassen, dann Gespräche führen und dann werden wir, wenn es was zu sagen gibt, dann auch was sagen“, sagte VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler am Samstagabend bei Sky: „Das war doch ein bisschen viel heute alles. Morgen geht es dann aber weiter, und dann werden wir natürlich auch Entscheidungen treffen.“
Geht es auch um den Sport-Geschäftsführer?
Schon nach dem Spiel hatten sich die Entscheidungsträger in den Katakomben der Volkswagen Arena zu stundenlangen Beratungen zurückgezogen. Dabei ging es offenbar nicht nur um die Zukunft von Bauer, sondern auch um die von Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen.
Zunächst war ein Statement des Dänen angekündigt worden, dann wurde dieses verschoben. Später hieß es, Christiansen würde sich gar nicht mehr äußern. Ihm wird eine völlig verfehlte Kaderplanung angelastet, zudem lag er sowohl mit dem jungen niederländischen Trainer Pauli Simonis als auch dessen Nachfolger Bauer daneben.
Bauer sagt nichts über eigene Zukunft
Bauer selbst konnte oder wollte auf der Pressekonferenz keine Auskunft zu seiner Zukunft geben: „Morgen früh um 11.00 Uhr ist unser Spielersatztraining. Seht mir nach, es geht nicht um meine Person. Der Frust ist riesengroß.“
Auch bei Spielern und Fans. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rudelbildung von Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller sah die Rote Karte. Im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezündet, einige Fackeln flogen auch Richtung Platz.

Tumulte nach dem Bundesligaspiel VfL Wolfsburg gegen Hamburger SV Foto: Andreas Gora/dpa
Der Kapitän ist frustriert
„Es war absolut kein schöner Moment. Alle, die es mit dem VfL Wolfsburg halten, sind frustriert“, sagte Kapitän Maximilian Arnold bei DAZN. Es sei nicht schön in der Kabine gewesen, verriet der Mittelfeldspieler: „Ich glaube, heute schläft keiner, weil es ziemlich weh tut.“ Bei seinem Sky-Interview wurde Arnold durch Zwischenrufe von den Rängen gestört.
„Da sind Dinge gefallen, die definitiv unter der Gürtellinie sind“, sagte der HSV-Coach Merlin Polzin bei DAZN über die Szenen unmittelbar nach dem Spiel: „Natürlich ist das nie schön.“ Der deutsche Fußball lebe von der Emotionalität, „wenn man dann unzufrieden ist mit der Leistung, die gezeigt wird, dann entlädt sich das vielleicht irgendwann“, sagte Polzin: „Aber trotzdem hoffe ich natürlich, dass der VfL sich fängt.“

Fans von Wolfsburg werfen Leuchtfackeln auf den Platz. Foto: Andreas Gora/dpa

Tumulte nach dem Bundesligaspiel VfL Wolfsburg gegen Hamburger SV Foto: Andreas Gora/dpa