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Von Frankfurt nach Köln

Extremschwimmerin – Durch Main und Rhein gegen das Ertrinken

 Rund 200 Kilometer will die gebürtige Marburgerin in vier Tagen von Frankfurt nach Köln schwimmen.

Rund 200 Kilometer will die gebürtige Marburgerin in vier Tagen von Frankfurt nach Köln schwimmen. Foto: Jennifer Brückner/dpa

Badekappe und Schwimmbrille auf, die Boje um den Bauch geschnallt: Nathalie Pohl startet ihre 200-Kilometer-Fluss-Challenge. Die Marburgerin schwimmt für den guten Zweck von Frankfurt nach Köln.

Von Lea Winkler (Text) und Jennifer Brückner (Foto), d 11.08.2026, 07:30 Uhr

Frankfurt/Main. Die Sonne geht gerade auf, als Nathalie Pohl in Frankfurt in den Main springt. Kurz nach 6.00 Uhr startet die Extremschwimmerin ihre Fluss-Challenge „Rivers: Frankfurt to Cologne“. Rund 200 Kilometer will die gebürtige Marburgerin in vier Tagen von Frankfurt nach Köln schwimmen – durch Main und Rhein.

Angst hat die 31-Jährige nicht, aber Respekt. „Man weiß nie genau, was einen da draußen erwartet“, sagt sie kurz vor ihrem Start der Deutschen Presse-Agentur. Und dennoch gilt für sie: „Wenn wir keine Risiken eingehen, dann können wir auch nichts gewinnen.“

Bedeutung des sicheren Schwimmens

Pohl nimmt die nasse Herausforderung aus einem ernsten Grund an. Nach einer Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind in diesem Jahr bis einschließlich Juli mindestens 261 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben gekommen – 15 mehr als im Vorjahreszeitraum. 

Vor allem seit Beginn der Badesaison gab es deutlich mehr tödliche Unfälle: Zwischen Anfang Mai und Ende Juli ertranken allein 189 Menschen. Das waren so viele Badetote wie seit 2019 nicht mehr.

Zusätzliche Herausforderungen bringt das derzeitige Niedrigwasser im Rhein.

Zusätzliche Herausforderungen bringt das derzeitige Niedrigwasser im Rhein. Foto: Jennifer Brückner/dpa

„Dieses Jahr gibt es leider so viele Badetote“, sagt Pohl. Mit ihrer Challenge will sie daher gemeinsam mit dem Hilfsverein der Deutschen Vermögensberatung auf die Bedeutung des sicheren Schwimmens aufmerksam machen und Spenden für Schwimmprojekte und die Schwimmausbildung von Kindern sammeln. „Schwimmen hat mein Leben für immer verändert“, sagt sie. Diese Erfahrung wolle sie weitergeben.

Sondergenehmigung für riskantes Projekt

Ihre Schwimmreise ist nicht ohne Risiko. DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei warnen grundsätzlich vor dem Schwimmen in großen Flüssen. Für ihr Projekt hat Pohl eine Sondergenehmigung erhalten. Das Risiko ihrer Challenge sei ihr bewusst: „Am Ende kann immer irgendwas passieren.“ Ihr Team habe deshalb ein eng getaktetes Sicherheitskonzept vorbereitet. Nach Angaben ihrer Sprecherin wird Pohl von insgesamt sieben Booten begleitet.

Zusätzliche Herausforderungen bringt das derzeitige Niedrigwasser im Rhein. An vielen Rheinpegeln haben die Wasserstände in den vergangenen Tagen historische Tiefstwerte erreicht. Für die Binnenschifffahrt ist das problematisch. Die Fährgemeinschaft Kaub im Mittelrheinabschnitt bei Mainz hatte ihren Betrieb am Montag bereits vorübergehend eingestellt.

Für Pohl bedeutet der niedrige Wasserstand im Rhein vor allem weniger Strömung.

Für Pohl bedeutet der niedrige Wasserstand im Rhein vor allem weniger Strömung. Foto: Jennifer Brückner/dpa

Für Pohl bedeutet der niedrige Wasserstand vor allem weniger Strömung. „Wir werden nicht ganz so schnell vorwärtskommen wie geplant“, sagt sie. Sorgen mache sie sich dennoch nicht: „Da ist genug Wasser da, und das sollte kein Problem werden.“ 

Problematisch könnte für die 31-Jährige aber die Wasserqualität werden. Bei geringerer Wassertiefe bilden sich unter anderem mehr Algen. „Ich hoffe, dass ich da gesund durchkomme“, sagt Pohl.

Zwei Stunden im Wasser, zwei Stunden Pause

Geschwommen wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Pohl wechselt sich dabei mit anderen Freiwasserschwimmerinnen und -schwimmern ab: Zwei Stunden ist sie selbst im Wasser, anschließend übernehmen jeweils andere Schwimmer immer eine einstündige Schicht. Dass sie die Strecke nicht allein bewältigen muss, ist für Pohl besonders wichtig: „Als Team ist man immer stärker als allein“, sagt sie.

Geschwommen wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Geschwommen wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Foto: Jennifer Brückner/dpa

Eine der Begleiterinnen ist die 31-jährige Maria Paulig. Als Paratriathlon-Guide kennt sie sich mit Freiwasserschwimmen und sportlichen Langstrecken-Herausforderungen aus. Für sie beginnt der Einsatz allerdings erst später: Um 12.00 Uhr ist sie für den Wechsel mit Pohl eingeplant. 

„Das heißt, ich habe noch ein bisschen Zeit, mich zu erholen oder nochmal ein bisschen runterzukommen“, sagt sie am Morgen vor dem Start. Auf die Challenge freut sich Paulig nicht nur aus sportlicher Sicht. „Es ist immer schön, für den guten Zweck Projekte zu unterstützen und im Team etwas zu erreichen“, sagt sie.

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