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Tierschutz

Rinder in Niedersachsen dürfen nicht mehr angebunden werden

Das Land Niedersachsen will weg von der sogenannten Anbindehaltung für Rinder. (Archivbild)

Das Land Niedersachsen will weg von der sogenannten Anbindehaltung für Rinder. (Archivbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Angebunden, praktisch ohne Platz sich zu bewegen - so sollen Rinder in Niedersachsen nicht mehr gehalten werden. Bis es so weit ist, dauert es aber noch.

Von dpa Dienstag, 02.06.2026, 15:20 Uhr

Hannover. Die Haltung von Rindern mit minimalem Bewegungsfreiraum ist in Niedersachsen künftig verboten. Nach einem Erlass des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums sollen Betriebe diese Haltung in den kommenden Jahren nach dem Ablauf von Übergangsfristen aufgeben. „Das ist wirklich etwas ganz Besonderes und kann Vorbild für ganz Deutschland sein“, sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne).

Betriebe mit einer ganzjährigen Anbindehaltung sollen diese innerhalb von sechs Monaten melden und innerhalb von 18 Monaten aufgelöst oder in eine tierfreundlichere Form umgebaut haben. Betriebe, die nur teilweise auf Anbindehaltung setzen, etwa saisonal oder mit zusätzlichem Auslauf, haben für die Meldung drei Jahre und für Um- oder Abbau höchstens sieben Jahre Zeit. Zuvor haben die Veterinärämter vier Wochen Zeit, um die neue Regelung bekannt zu machen.

Rund 1.000 Betriebe betroffen

In Ausnahmefällen sind den Angaben nach auch längere Fristen möglich. Das Ministerium verwies zudem auf mögliche Zuschüsse für den Umbau sowie Erleichterungen bei der Umstellung auf andere Erzeugnisse. Viele Betriebe hätten bereits in mehr Tierwohl investiert und die Haltung ihrer Rinder verbessert, sagte Staudte. „Es ist nur fair, wenn künftig alle Betriebe die Anforderungen nach artgerechter Bewegungsmöglichkeit erfüllen müssen.“ Die neue Regelung sei zusammen mit Vertretern der Landwirtschaft, Wissenschaft und aus dem Tierschutz erarbeitet worden.

Laut dem Ministerium gibt es in Niedersachsen noch mehr als eintausend Betriebe, in denen Rinder über mehrere Monate im Jahr oder Stunden am Tag in Anbindehaltung gehalten werden. Insgesamt zählt das Bundesland fast 18.000 Betriebe.

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