Paracetamol in Schwangerschaft? Mögliche Folgen für Töchter
Paracetamol ist das am häufigsten genutzte Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Foto: dpa
Die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft könnte einer Studie zufolge bei Mädchen die Fruchtbarkeit und den Zeitpunkt der Menopause beeinflussen.
Mädchen, deren Mütter während der Schwangerschaft das Schmerzmittel eingenommen hatten, wiesen im Alter von drei Monaten kleinere Eierstöcke und Gebärmütter sowie weniger Eibläschen oder niedrigere Spiegel an Fortpflanzungshormonen auf, wie das Forschungsteam im Fachjournal „Human Reproduction Open“ berichtet.
Die Ergebnisse stünden im Einklang mit Befunden aus Tierstudien, denen zufolge Paracetamol während der Trächtigkeit eine eingeschränkte Fruchtbarkeit sowie eine verkürzte reproduktive Lebensspanne weiblicher Nachkommen zur Folge haben kann, erläutert das Team um Margit Bistrup Fischer vom Rigshospitalet in Kopenhagen. Bei der aktuellen Analyse handle es sich aber um eine Beobachtungsstudie. Sie belege den Zusammenhang nicht ursächlich. Dafür bräuchte es längerfristige Nachbeobachtungen.
Die Wissenschaftler um Fischer hatten Daten von 685 Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel analysiert. Diese gaben ihre Paracetamol-Nutzung im Zwei-Wochen-Rhythmus an, zusätzlich wurden Urinproben analysiert. Nach Ende der Schwangerschaften wurden 302 Töchter im Alter von im Mittel 106 Tagen untersucht.
Keine Vorhersagen für einzelne Personen
Eine frühe Einnahme vor der 17. Schwangerschaftswoche war mit geringeren Eierstock- und Gebärmuttervolumina bei den Töchtern verbunden. Eine Einnahme ab der 17. Schwangerschaftswoche stand mit einer geringeren Zahl an Eibläschen – den Strukturen, die unreife Eizellen enthalten – in Zusammenhang.
„Frauen, die während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen haben, sollten sich durch unsere Ergebnisse nicht beunruhigen lassen“, betont Fischer aber auch. „Unsere Studie untersuchte Zusammenhänge auf Populationsebene und kann keine Vorhersagen für einzelne Frauen oder Kinder treffen.“ Laut Wissenschaftlerin Fischer sollte die neue Studie Schwangere auch nicht davon abhalten, Paracetamol einzunehmen, wenn dies medizinisch notwendig sei. Sie sollten vielmehr zu Gesprächen mit dem betreuenden Arzt darüber anregen, wann eine medikamentöse Behandlung notwendig sei und wann Alternativen in Betracht gezogen werden könnten.
Paracetamol ist das am häufigsten genutzte Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Auf einer Aufklärungsseite des Bundesgesundheitsministeriums heißt es, es sei bei leichten bis mittelstarken Schmerzen sowie Fieber während der gesamten Schwangerschaft erlaubt. Bei längerer Einnahme sollten Schwangere ärztlichen Rat einholen.
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.