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Auswilderung

Luchse rücken näher an die Landeshauptstadt

Das Luchsweibchin findet in ihrem neuen Revier bisher nur Männchen vor.

Das Luchsweibchin findet in ihrem neuen Revier bisher nur Männchen vor. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Zum wiederholten Mal wurde ein Luchs in Niedersachsen ausgewildert. Das soll die Art in Niedersachsen stärken. Die Vergangenheit zeigt, dass das funktionieren kann.

Von dpa 07.08.2026, 16:40 Uhr

Salzhemmendorf. Eine neue Luchsfamilie soll südwestlich von Hannover entstehen. Dazu wurde ein rund ein Jahr altes Weibchen im Weser-Leine-Bergland zwischen Hannover, Hildesheim und Hameln ausgewildert, wie das Niedersächsische Umweltministerium mitteilte. Das Tier soll sich mit bereits dort lebenden männlichen Luchsen paaren.

Die Auswilderung ist den Angaben zufolge der nächste Schritt des niedersächsischen Luchsprojektes. Ziel ist es, Luchsvorkommen in mehreren Regionen zu sichern und sie so mit anderen Populationen, auch außerhalb Niedersachsens, zu verbinden. Dadurch soll Inzucht vermieden werden. Laut Nationalpark-Chef Roland Pietsch ist das ein drängendes Problem und könne die Art ein zweites Mal ausrotten.

Der Luchs wurde im 19. Jahrhundert in Deutschland ausgerottet und wird seit den 2000er-Jahren wieder angesiedelt. Mit 160 Tieren ist das Vorkommen im Harz laut dem Ministerium derzeit das größte in Deutschland.

Bereits Junge nach Auswilderung im Solling

„Im Harz haben wir wieder eine stabile Population von Luchsen erreicht“, sagte Umweltminister Christian Meyer (Grüne). „Durch Auswilderungen wie 2023 im Solling und nun im Weser-Leine-Bergland haben wir die Möglichkeit, das Luchsvorkommen auch über den Harz hinaus in anderen Waldgebieten zu stärken.“ Im Solling wurde den Angaben nach schon mehrfach Nachwuchs gezeugt. 

Die ausgewilderte Luchsin wurde 2025 im Landkreis Goslar verwaist von Mitarbeitern des Nationalparks Harz gefunden. In den vergangenen zwölf Monaten wurde das Tier wieder aufgepäppelt. Im Weser-Leine-Bergland habe das Weibchen im Vergleich zum Harz jetzt weniger Konkurrenzdruck durch Artgenossen und noch genügend Platz für ein eigenes Revier. Andere Weibchen wurden in dem Gebiet bisher nicht nachgewiesen. In den kommenden Monaten soll das Tier zur Beobachtung einen Sender am Hals tragen.

„Heute haben wir dieser Luchsin eine Chance auf ein Leben in ihrer natürlichen Umgebung zurückgegeben - und zugleich dem Weser-Leine-Bergland ein Stück seiner ursprünglichen Vielfalt“, sagte die Staatssekretärin im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Frauke Patzke (Grüne).

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