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Handball

Darum darf Deutschland auf Gold hoffen: Alles zum EM-Finale

Franz Semper, Renars Uscins und Nils Lichtlein spielen um EM-Gold.

Franz Semper, Renars Uscins und Nils Lichtlein spielen um EM-Gold. Foto: Sina Schuldt/dpa

15.000 Fans, Kanzler Merz in der Halle und eine Rekordprämie: Was Deutschlands Handballer gegen Topfavorit Dänemark in der „Hölle von Herning“ erwartet. Und was für einen EM-Titel spricht.

Von Jordan Raza und Eric Dobias, dpa Sonntag, 01.02.2026, 07:10 Uhr

Herning. Ein letzter Schritt trennt Deutschlands EM-Handballer von der Goldmedaille. Doch dieser Schritt führt mitten hinein in die „Hölle von Herning“ – dorthin, wo in Dänemark der ultimative Endspielgegner wartet. Keeper Andreas Wolff spricht von einer „Über-Mannschaft“, Rune Dahmke vom „besten Team der Welt“ und Nils Lichtlein von den „eigentlich Unbesiegbaren“. 

Unter die 15.000 Fans mischt sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen vor der Neuauflage des Olympia-Finals und erklärt, warum sich Deutschland durchaus Hoffnungen auf den dritten EM-Titel nach 2004 und 2016 machen kann. 

Wer überträgt das Finale?

Fans können das Finale auf zwei Wegen verfolgen: Ab 17.50 Uhr meldet sich Florian Zschiedrich live im ZDF, an seiner Seite Experte und Co-Kommentator Sören Christophersen sowie Kommentator Martin Schneider. Alternativ überträgt der kostenpflichtige Sportsender Dyn das Endspiel mit dem Expertenteam um die Handball-Ikonen Stefan Kretzschmar und Pascal Hens. Das Spiel um Platz drei zwischen Kroatien und Island (15.15 Uhr) läuft im ZDF-Stream und bei Dyn.

Was spricht für Deutschland?

Der Druck liegt klar bei den erfolgsverwöhnten Dänen. Der Olympiasieger und Weltmeister wartet seit 2012 auf einen EM-Titel, fast alle der 15.000 Fans in der Jyske Bank Boxen erwarten das Ende des Fluchs. „Dänemark hat alles zu verlieren und wir haben nichts zu verlieren“, sagte Juri Knorr und positionierte Deutschland als klaren Außenseiter. Das verlorene Olympia-Finale war eine Lehre: Trotz sicherer Silbermedaille gibt es diesmal keine Zufriedenheit. „Wir haben damals ein bisschen abgeschaltet. Diesmal sind wir bereiter“, so Knorr.

Im EM-Finale brauchen Deutschlands Handballer Juri Knorr in Bestform.

Im EM-Finale brauchen Deutschlands Handballer Juri Knorr in Bestform. Foto: Sina Schuldt/dpa

Dass Dänemark verwundbar ist, wurde nicht nur bei der Vorrundenpleite gegen Portugal deutlich. Auch im Halbfinale gegen Island tat sich der Topfavorit schwer. Zudem plagen die Skandinavier große Personalprobleme auf der Kreisläuferposition. Deutschland droht hingegen weiter ein Ausfall des erkrankten Abwehrspielers Tom Kiesler. 

Was spricht für Dänemark?

Das skandinavische Star-Ensemble ist auf nahezu jeder Position topbesetzt. Erfolgsfaktoren der vergangenen Jahre sind Torhüter Emil Nielsen, Rückraumspieler Simon Pytlick und allen voran der zweimalige Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin. Den Titelhunger stillt kein Triumph – dafür sorgt Trainer Nicolaj Jacobsen mit ständigem Vorantreiben. „Unsere größte Stärke ist unsere Unermüdlichkeit“, sagte Gidsel.

Dirigiert Mathias Gidsel die Dänen zum ersten EM-Titel seit 14 Jahren? (Archivbild)

Dirigiert Mathias Gidsel die Dänen zum ersten EM-Titel seit 14 Jahren? (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Dauerspieler stand bereits mehr als sieben Stunden auf dem Feld – so lange wie kein anderer EM-Teilnehmer. Die 15.000 Fans sind der achte Mann: Von der ersten Minute an wird die rote Wand ihr Team nach vorn peitschen und Deutschland gnadenlos ausbuhen.

Wie ist die Bilanz? 

Aus deutscher Sicht verheerend. Den letzten Pflichtspielsieg gegen Dänemark feierte das DHB-Team bei der EM 2016. Seither setzte es eine Niederlage nach der anderen – besonders schmerzhaft die 26:39-Demütigung im Olympia-Finale. „Ich war so sauer, weil ich fand, dass die Jungs nach einer Viertelstunde das Spiel einfach verschenkt haben“, erinnerte sich Gislason. 

Ratlosigkeit im DHB-Team nach dem Debakel im Olympia-Finale 2024.

Ratlosigkeit im DHB-Team nach dem Debakel im Olympia-Finale 2024. Foto: Tom Weller/dpa

Selbst beim 30:40 bei der WM 2025 blieb Deutschland chancenlos, erst beim jüngsten 26:31 hielt man lange dagegen.

Um welche Prämie spielt das DHB-Team?

Die mögliche Prämie für das Team von Alfred Gislason ist so hoch wie noch nie. Mit dem Einzug ins Finale hat sich die Riege um Kapitän Johannes Golla bereits eine Gesamtprämie von 430.000 Euro gesichert. Sollte Deutschland zum dritten Mal Europameister werden, erhöht sie sich auf 575.000 Euro.

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