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15 Jahre Wirtschaftsförderung Wirego

GZ Plus IconOptimismus für die Wirtschaftsregion Goslar

Die Wirtschaftsförderung der Region Goslar ist vielfältig aktiv, um Unternehmen und Gründer aus der Region zu unterstützen – wie hier Wirego-Chef Dr. Jörg Aßmann bei einer Messe.

Die Wirtschaftsförderung der Region Goslar ist vielfältig aktiv, um Unternehmen und Gründer aus der Region zu unterstützen – wie hier Wirego-Chef Dr. Jörg Aßmann bei einer Messe. Foto: privat

Nach 15 Jahre Wirtschaftsförderung im Landkreis Goslar zieht Wirego-Chef Dr. Jörg Aßmann eine Zwischenbilanz. Allen Unkenrufen zum Trotz blickt er optimistisch voraus. Dafür liefert er wichtige Argumente.

Von Jörg Kleine Freitag, 01.08.2025, 04:00 Uhr

Goslar. Bei allen Unkenrufen durch Wirtschaftskrise, Stimmungstief bei Unternehmen in der Region und wiederholt schlechten Prognosen für den Landkreis Goslar blickt Dr. Jörg Aßmann keineswegs pessimistisch in die Zukunft. Die Region sei gut aufgestellt, betont der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises. Vor 15 Jahren wurde die „Wirego“ gegründet.

Am 1. August 2010 nahm die Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co. KG ihre Arbeit auf. Seither sind Geschäftsführer Dr. Jörg Aßmann und sein Team am Ball, um Unternehmen, Gründer und deren Rahmenbedingungen wirksam zu verbessern. „Eine gleichzeitig herausfordernde wie auch bedeutsame Aufgabe, bei der vor allem Kontinuität und Beharrlichkeit zum Erfolg führen“, resümiert Aßmann.

„Auch, wenn unsere Tätigkeit von vielen äußeren Faktoren abhängig ist und Ergebnisse nicht immer sofort sichtbar sind, so werden wir doch nicht müde, die Standortvorteile unserer Region mit Begeisterung hervorzuheben“, betont der Wirego-Chef. Denn nicht zuletzt die Berichte rund um den Prognos-Zukunftsatlas oder das wirtschaftliche Stimmungstief im Großraum Braunschweig seien es, die Fragen aufwerfen und Lösungen fordern.

Netzwerke und Universität

Dabei könne sich die Bilanz der Wirego „durchaus sehen lassen“, sagt Aßmann: Beratungs-, Mentoring- und Chemienetzwerk Harz sowie das Gründungszentrum auf dem Campus-Gelände der TU Clausthal seien durch Wirego-Initiative entstanden. Zahlreiche Messeauftritte der Wirtschaftsregion Goslar, auch bei der Expo Real in München, seien organisiert worden.

2024 habe die Wirego den Immobilienservice professionalisiert sowie das Projekt „Kreislaufwirtschaft Landkreis Goslar“ angeschoben. 2025 seien eine Energieberatung für Unternehmen sowie die „Gründungs- & Innovationsakademie“ etabliert.

Zur Bilanz der Wirego gehörten ebenso unzählige begleitete Förderanträge, Gründungsberatungen, Firmen- und Messebesuche sowie Veranstaltungen, macht Aßmann deutlich: „Alles Bausteine, die für eine aktive, dynamische Wirtschaftsregion elementar sind. Und die gleichzeitig für eine enge Vernetzung zwischen den Unternehmen sorgt und Synergien ermöglicht.“

Ein klares Zeichen für den Investitionswillen in der Region und die Attraktivität des Standortes seien die von der Wirego betreuten GRW-Projekte – also Förderung durch die bundesweite Gemeinschaftsaufgabe zur regionalen Wirtschaftsentwicklung. Hier geht es insbesondere um die Unterstützung von arbeitsplatzschaffenden Investitionen.

60 Millionen Euro aus Förderprogrammen

Von 2016 bis 2024 seien im Landkreis Goslar über dieses Programm Investitionen von insgesamt knapp 275 Millionen Euro gelaufen. Dafür seien mehr als 60 Millionen Euro an Zuschüssen geflossen – und rund 750 Arbeitsplätze entstanden. Darüber hinaus seien zukunftsweisende Projekte über die Technologie- und Innovationsberatung angeschoben worden, seit vielen Jahren gemeinsam angeboten von der Wirego und der TU Clausthal. Trotz mancher Negativ-Schlagzeilen sieht Aßmann Region somit gut aufgestellt. Zahlreiche „Hidden Champions“, erfolgreiche Betriebsübernahmen, aktive Netzwerke und Unternehmen, die sich klar zum Landkreis Goslar bekennen, stimmten ihn positiv.

„Wir werden nichts schönreden und wir kennen die Herausforderungen, mit denen unsere Gesellschafter und Unternehmen kämpfen“, unterstreicht der Wirego-Chef. Umso wichtiger sei es, dass die Wirtschaftsförderung als kompetente und unterstützende Anlaufstelle für Bestandsunternehmen, Investoren und Gründer aktiv sei.

Aßmanns Optimismus wird dabei auch von Experten des Prognos-Instituts gestützt, wie Dr. Olaf Arndt und Jan Lukas Röbke in einem beitrag für das GZ-Magazin „Wirtschaft im Harz“ im Frühjahr deutlich machten. Beide sehen neben einigen Schwächen des Landkreises auch erstaunlich viele Stärken und Potenzial. Sie sehen die Unternehmenslandschaft breit aufgestellt und regional verankert.

Das Rückgrat bilden dabei vor allem kleine und mittlere Betriebe, die sich oft krisenfester erweisen als Konzerne und wirtschaftliche Monostrukturen. Auch die enge Zusammenarbeit mit der TU Clausthal und der Harz-Tourismus sind Pluspunkte für den Landkreis.

Aktive Gründerszene in der Region

Mit Blick auf die kommenden Jahre gebe es mehrere Schwerpunktthemen für der Wirego, sagt Aßmann. Zunächst gelte es, die Zukunftsfähigkeit der bestehenden Unternehmen weiter durch Information, Vernetzung und Services zu stärken. Dazu zählten beispielsweise die Vermittlung von Fördermitteln und Fachkräften. Um Investoren für den Standort zu gewinnen, seien auch weiterhin überregionale Aktivitäten und Netzwerkarbeit notwendig. Ein weiteres Augenmerk liege auf der Weiterentwicklung der Gründungsregion. „Eine aktive Gründungsszene steigert die Attraktivität des Standorts und bietet Potenzial sowohl für die wirtschaftliche als auch für die demografische Entwicklung“, sagt Aßmann.

Die Herausforderungen in der Region würden nicht weniger. „Umso höher ist der Ansporn, diese mit unserem engagierten Team und einer engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aktiv anzugehen“, bilanziert der Wirego-Geschäftsführer.

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