Star-Architekt präsentiert Pläne für den Turmbau zu Harzburg
So könnte der Harzburg-Turm eines Tages aussehen. Foto: Büro Max Dudler
Der Förderverein Historischer Burgberg und der Schweizer Star-Architekt Max Dudler möchten einen Teil der alten Festung in bad Harzburg neu errichten.
Ideen zum Wiederaufbau der mittelalterlichen Festung Harzburg gab es in der Vergangenheit immer wieder mal, doch noch nie wurden sie so konkret wie in diesem Jahr. Im Juni lüftet der Förderverein Historischer Burgberg ein bis dahin gut gehütetes Geheimnis: Für das Projekt Wiederaufbau hat der Verein den Schweizer Star-Architekten Max Dudler gewonnen, der historischen Bestand und Moderne vereinen möchte. Wie das funktionieren kann, hat er bereits bei seinem Anbau ans Hambacher Schloss bewiesen. Dudler stellt seine Entwürfe gemeinsam mit seiner Teamleiterin Silke Meier zu Evenhausen bei einer Info-Veranstaltung im Bündheimer Schloss rund 80 Interessierten vor.
Bis zu 27 Meter hoch, sieben Millionen Euro Kosten
Über dem Fundament des alten Pulverturms soll auf dem Burgberg ein neuer, bis zu 27 Meter hoher Turm gebaut werden. Darin sollen sich mehrere Ausstellungsräume befinden, unter anderem zu den Harzer Burgen und den Mythen rund um den Burgberg. Das Gebäude soll aus deutschen Natursteinen bestehen. Auch die Innenräume sollen burgtypisch gestaltet werden, voraussichtlich sollen sie aus Beton mit einer Steintextur bestehen. Angrenzend an den Turm könnte ein Anbau mit Veranstaltungssaal und Aussichtsdachterrasse entstehen, in dem auch der sagenumwobene Burgbrunnen prominent in Szene gesetzt wird. Geschätzte Kosten: Fünf Millionen Euro für den Turm und weitere zwei für den Anbau.
Burgberg-Verein hofft auf Spenden
Die Pläne gefallen zwar nicht jedem, manch einem sind die Entwürfe zu lieblos und nicht mittelalterlich genug. In den sozialen Netzwerken fürchten andere einen weiteren Spaß-Turm wie auf Torfhaus. Im November stimmen die Mitglieder des Fördervereins Historischer Burgberg im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung jedoch ohne Gegenstimme für die Fortsetzung des Turmbau-Projektes. Gleichzeitig macht Vorsitzender Dirk Junicke deutlich, dass es noch lange dauern könnte, bis tatsächlich mit dem Bau begonnen wird. Unter anderem bedarf es davor einer archäologischen Untersuchung des Burgberg-Plateaus. Noch ist zudem unklar, wer als Bauherr auftreten und wie der Bau bezahlt werden soll. Erste Ideen werden bereits während der Versammlung geäußert, der Verein hofft in erster Linie auf Spenden.
Im Rahmen des „Advents im Gestüt“ wird am ersten Dezemberwochenende ein besonderer Schwibbogen versteigert. Das bringt 150 Euro ein, hat in erster Linie aber natürlich symbolischen Charakter.
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