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Walpurgisnacht in Wolfshagen

GZ Plus IconVerhexte Nacht erweckt viele Freundschaften

Bereits am Dienstag reisen die polnischen Hexenschwestern an. Ihnen wird ein Empfang an der Schäderbaude bereitet.

Bereits am Dienstag reisen die polnischen Hexenschwestern an. Ihnen wird ein Empfang an der Schäderbaude bereitet. Foto: Leifeld

Die Wolfshäger Hexenbrut feiert mit vielen Freunden und Gästen eine Walpurgisnacht. Bis auf einen Zwischenfall verlief der Abend friedlich. Ist schon eine weitere verhexte Party für 2026 auf der Wolfshöhe geplant?

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Von Andrea Leifeld
Donnerstag, 01.05.2025, 17:00 Uhr

Wolfshagen. Die verhexte Erfolgsgeschichte im heimeligen Wolfshagen geht weiter. Tausende Besucher tanzten mit der Wolfshäger Hexenbrut und auch ihren Hexenfreundinnen aus Massachusetts/USA und Polen durch die so unheilige Harzer Walpurgisnacht in den Mai. Und auch am Tage nach dem Fest, mag der Kopf noch leicht verkatert dröhnen und die Stimme recht kratzig klingen, zeigt sich Walpurgis-Veranstalter Marcel Malchow auf teuflische Art sehr zufrieden.

Zwischen den Shows tanzen sich viele tausend Gäste durch die Partynacht.

Zwischen den Shows tanzen sich viele tausend Gäste durch die Partynacht. Foto: Leifeld

„Es war supervoll. Es waren auf jeden Fall mehr Leute da als im vergangenen Jahr“, schwärmte er, zurückblickend auf die so wunderbare Gruselnacht. Heißt in Zahlen: Mehr als 10.000 Besucher strömten vom Nachmittag bis Mitternacht auf das Festgelände an der Wolfshöhe. Ohne erhobenen Eintritt kann diese Zahl jedoch nur eine Schätzung bleiben. Aber wer dort war, kann bestätigen: Es war knackevoll. „Auch polizeirechtlich und mit Blick auf den Rettungsdienst war alles in Ordnung“, bestätigt Malchow. Es habe nur kleinere Einsätze für den Rettungsdienst gegeben – nahezu immer bedingt durch die brütende Hitze, die sich bereits ab dem Nachmittag über dem Festplateau staute. Auch eine kleine Auseinandersetzung nach Mitternacht, zwischen einigen Gästen und dem Sicherheitspersonal, konnte schnell geschlichtet werden.

Empfangen durch zwei Stelzenläufer der Kleinkunstgruppe Klirr Deluxe erreicht der Kinderumzug am Nachmittag das Veranstaltungsgelände.

Empfangen durch zwei Stelzenläufer der Kleinkunstgruppe Klirr Deluxe erreicht der Kinderumzug am Nachmittag das Veranstaltungsgelände. Foto: Leifeld

Kurzum: Die fast mondlose Nacht bot der verhexten Brut, ihren Gästen und auch dem Veranstalter mit einem sensationellen Showprogramm und ausgelassener Partystimmung viel Freude.

Dabei begann das verhexte Treiben mit einem offiziellen Part bereits am frühen Dienstagabend, an der Harzklubhütte Schäderbaude, als Ortsbürgermeister Burkhard Pahl und Ratsfrau Frauke Wagner die einfliegenden „Wiedzmuchy“- Hexenschwestern aus Polen und eine kleine Hexendelegation aus den USA, umgeben von der kreischenden heimischen Hexenbrut, auch im Namen der Stadt Langelsheim, begrüßten. Und es war für Luna Lisa und Deanna aus den USA keineswegs nur ein Gastbesuch, wie die Wolfshäher Oberhexe Antje erklärte: „Der Hexenkult genießt in den USA einen besonderen Stellenwert und Luna Lisa schreibt derzeit an ihrer Dokumentation Dance with witches.“

Offizielle Begrüßung der amerikanischen und polnischen Hexen an der Schäderbaude.

Offizielle Begrüßung der amerikanischen und polnischen Hexen an der Schäderbaude. Foto: Leifeld

Viel Sequenzen filmte ihre Begleiterin Deanna während des mehrtägigen Aufenthaltes. Das Material wird in die Dokumentation einfließen. In der Walpurgisnacht in den Harz reisen zu können, wo der Hexenkult und die teuflische Nacht ihre Wurzeln hat, war für die zwei Frauen aus Übersee eine besondere Ehre.

Der Hexenkult vereine, nicht zuletzt durch den Wolfshäger Hexentanz zu „Schüttel deinen Speck“, viele tausend Hexenschwestern in aller Welt“, erinnert Antje Wedde als verhexte Frontfrau einmal mehr in diesem Zusammenhang. Aber noch wichtiger ist ihr: „Egal, wo wir uns befinden, wir sind alles Menschen, egal ob wir unterschiedliche Sprachen, Wohnorte oder Kulturen haben, das Hexe-sein verbindet uns!“

Natürlich wurde der speckige Erfolgstanz auch am Abend auf der Wolfshöhe gemeinsam getanzt – zeitgleich, mit viele anderen Hexenschwestern in Polen, den USA und der Welt. Ebenso der zweite Weltrekord-Tanz „Ich mach's wie Bibi Blockberg …“, der mit 1100 tanzenden Hexen und Teufeln auf der Wolfshöhe 2024 einen zweiten Weltrekord bescherte.

Und doch ging es trotz aller teuflischen Verbindungen im Sinne der Wolfshäger nicht verhext zu: Eine zunächst geplante Live-Übertragung kam aufgrund der mangelhaften technischen Möglichkeiten via Internet auf der Wolfshöhe nicht zustande – der Tanz wird später auf der Hexen-Homepage zu sehen sein.

Eingebettet im verhexten Partygetümmel, zwischen Hexentanz, Wintergeist, Oberteufel und Maibowle bat Moderator Marco Assmann hier und da Publikum auf die Bühne.

Mystische Gestalten bringt die Walpurgisnacht in Wolfshagen hervor.

Mystische Gestalten bringt die Walpurgisnacht in Wolfshagen hervor. Foto: Leifeld

So, als es bereits am Nachmittag die Sieger des Malwettbewerbs für Grundschulkinder zu ehren gab: Aus den zahlreichen Einsendungen galt es, sechs junge Künstlerinnen und Künstler aufzurufen: Sophia Tschernenko, Mia-Sophie Siewecke, Sara Hauer, Anna Dropaka, Marlon Körner und Catalea Leppich können sich als Gewinner freuen.

Die Siegerbilder sind noch in den nächsten Wochen im Schaufenster des ehemaligen Schleckermarktes zu bewundern.

Am Nachmittag werden die Sieger des Malwettbewerbs geehrt.

Am Nachmittag werden die Sieger des Malwettbewerbs geehrt. Foto: Leifeld

Den Hut im verhexten Vorgartenwettbewerb hatte dann Helgrit Korsch vom Wolfshäger Fremdenverkehrsverein auf: Mit den schönsten Vorgartendekorationen zeigte sich das Seniorenheim „Haus Linde“ (Heinrich -Steinweg-Straße), vor Jana Pietsch (Spanntalstraße) und Thomas Bartjes (Heinrich-Steinweg-Straße) siegreich.

Bereits am Nachmittag hat die Wilde Minibrut als Wolfshäger Hexennachwuchs ihren Auftritt.

Bereits am Nachmittag hat die Wilde Minibrut als Wolfshäger Hexennachwuchs ihren Auftritt. Foto: Leifeld

Aber nach der Walpurgisnacht ist bekanntlich vor dem nächsten Fest. Im kommenden Jahr 2026 könnte das zehnte Jahr des 2016 veröffentlichten Erfolgsvideo zu „Schüttle deinen Speck“ der Hexenbrut einen zauberhaften Anlass bieten, für eine weiteres teuflisches Event. So hört man die Oberhexe hinter vorgehaltener Hand heimlich murmeln.

Bereits am Dienstag reisen die polnischen Hexenschwestern an. Ihnen wird ein Empfang an der Schäderbaude bereitet.

Bereits am Dienstag reisen die polnischen Hexenschwestern an. Ihnen wird ein Empfang an der Schäderbaude bereitet. Foto: Leifeld

Zum Geburtstag bekommt die amerikanische Hexenschwester Deanna (3. v. r) einen verhexten Kuchen.

Zum Geburtstag bekommt die amerikanische Hexenschwester Deanna (3. v. r) einen verhexten Kuchen. Foto: Leifeld

Neu in den Reihen der Hexenbrut ist der "Jüngling", der Zauberlehrling Jason. Hier flirtet er mit der Kostüm-Künstlerin Cassandra.

Neu in den Reihen der Hexenbrut ist der "Jüngling", der Zauberlehrling Jason. Hier flirtet er mit der Kostüm-Künstlerin Cassandra. Foto: Leifeld

Auch Zauberer Lord Merlin aus Köln fühlt sich in der Wolfshäger Hexenschar wohl.

Auch Zauberer Lord Merlin aus Köln fühlt sich in der Wolfshäger Hexenschar wohl. Foto: Leifeld

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