Brandruine vom ehemaligen „Hotel Waldkater“ ist eingestürzt
Die Brandruine „Waldkater“ ist eingestürzt. Foto: Leifeld
Lange war es ein beliebter Lost Place im Westharz. Durch Feuer, Leerstand und Schneelast soll das ehemalige Hotel Waldkater eingestürzt sein. Das ist genau passiert.
Lautenthal. Das Krachen der einstürzenden Brandruine müsste in diesen frostigen Wintertagen eigentlich weithin hörbar gewesen sein – und doch brauchte die Information in der Lost-Place-Szene einige Tage, um sich rumzusprechen: Der Waldkater ist eingestürzt!
Das marode Gebäude ist vor wenigen Tagen eingestürzt. Foto: Neuendorf
Im Gerangel um die Zuständigkeiten der Behörden bei der Brandruine und der mit ihr bestehenden Gefahren für Leib und Leben hatte die Goslarsche Zeitung vor 14 Tagen über den bedenklichen Zustand des maroden Gebäudes berichtet. Gut eine Woche, bevor das ehemals so imposante Harzer Holzhaus Ende vergangener Woche, zumindest in jenem Teil, in dem vor gut einem Jahr ein verheerendes Gebäudefeuer gewütet hatte, einstürzte.
1880 erbaut
Zwei Brände und ein mittlerweile dreißigjähriger Leerstand waren an dem ehemals schmucken, im Jahre 1880 erbauten Gebäude nicht spurlos vorbeigegangen, und auch der Frost und die Schneelast der vergangenen Wochen hatten ihr Übriges getan und zum Einsturz beigetragen.
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Nebenbei bemerkt: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte das Ermittlungsverfahren nach dem Gebäudefeuer im November vergangenen Jahres aufgrund der Strafunmündigkeit der Tatverdächtigen eingestellt.

Vor allem der noch stehende Schornstein ist in unmittelbarer Nähe der Fahrbah eine Gefahr für Passanten und Autofahrer. Foto: Leifeld
„Also war die Vermutung richtig, dass das Gebäude unsicher ist!“ , betonte Ortsbürgermeister René Philipp im Angesicht der Einsturz-Ereignisse. Immer wieder war der Waldkater ein Thema im Ort gewesen.

Fotokulisse im Waldkater. Foto: Privat
Mehrfach hatten Philipp und seine Ortsratsmitglieder auf die von der Brandruine ausgehende Gefahr hingewiesen, ohne aber die Möglichkeit zu haben, selbst eingreifen zu können. Die wiederkehrenden Anfragen besorgter Bürger, die auf das baufällige Gebäude in direkter Nähe zur Landesstraße 516 hinweisen, konnte der Ortsrat nur an das Ordnungsamt der Stadt Langelsheim weitergeben, die es ihrerseits an den Landkreis Goslar als Bauordnungsbehörde weiterleitet.

Die Zuwegung ist abgesperrt. Foto: Leifeld
„Der Eigentümer des ehemaligen ‚Hotels Waldkater‘ wurde aufgefordert, die Zufahrt des Grundstückes so abzusperren, dass Dritte nicht ungehindert auf das Grundstück gelangen können. Weitere Maßnahmen sind nicht vorgesehen, da keine Gefährdung für den öffentlichen Raum festgestellt wurde“, hatte Landkreis-Pressesprecher Maximilian Strache damals auf GZ-Anfrage erklärt und den rechtlichen Rahmen geschildert: „Soweit bauliche Anlagen nicht genutzt werden und verfallen, kann die Bauaufsicht verantwortliche Personen verpflichten, die baulichen Anlagen abzubrechen oder zu beseitigen.
Beliebter Lost Place
Im Rahmen des Ermessens wird die Bauaufsicht in der Regel bei einer akuten Gefahr tätig. Andernfalls sind die verwaltungsrechtlichen Hürden für einen zu fordernden Abriss sehr hoch, da privates Eigentum verfassungsrechtlich geschützt ist“, hatte Strache zusammengefasst.
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Handlungsbedarf und eine Pflicht zum Einschreiten bestehe seitens des Landkreises nur bei akuter Gefährdung für die Öffentlichkeit.
Eine solche, deutliche Gefährdung sehen die Lautenthaler inzwischen nicht nur in dem Schornstein, der weithin sichtbar über die eingestürzte Brandruine hinausragt. Wenn er unkontrolliert einstürzt, können die Steine bis auf die Landstraße schleudern, befürchten sie.

Ein Bild aus besseren Tagen. Der Waldkater war einst ein bebiebtes Ausflugsziel. Foto: Privat
Unbeachtet der bürokratischen Hürden bedauerten nicht wenige Mitglieder einer Lost Places-Community den Einsturz des in jener Szene sehr beliebten Gebäudes. Es sei immer schade, wenn ein bekannter Lost Place das Zeitliche segnet, heißt es dort in den Sozialen Netzwerken, verbunden mit vielen Erinnerungen an vergangene Feiern – als es noch die Gaststätte Rappelkasten war – oder vom Glück schwärmend, den Charme des alten Gemäusers und seiner mystischen Fotokulisse selber noch erlebt zu haben. Das alles gehört nun der Vergangenheit an.

Das Gelände ist mit Flatterband abgesperrt. Foto: Leifeld
Mit Blick auf das große Zerstörungsbild hatte die Polizei bereits nach dem Feuer im vergangenen November auf die großen Gefahren hingewiesen, die Ruine zu betreten.
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„Das Betreten ist auch aufgrund dieser Schäden für jeden wirklich sehr, sehr gefährlich“, hatte damals Polizeipressesprecher Thorsten Ehlers betont.
Eine Einschätzung, die inzwischen auch die Lost Places-Szene teilt: „Hoffentlich ist niemand mehr so geisteskrank und geht dort rein!“ , mahnen die Mitglieder der Community einhellig.

Die Drohnen-Aufnahme macht die Zerstörung deutlich. Foto: Neuendorf
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