Zähl Pixel
Vorstand bezieht Stellung

GZ Plus IconNach dem Donnerwetter: Wie steht es um Harzburgs Tierschutzverein?

Die Vertreterinnen und Vertreter der Ordnungsämter sowie Bürgermeister Ralf Abrahms (Mitte) hören von Klaudia Klensmann und Michael Prinz (v.r.) wie die Situation im Tierheim aktuell ist.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Ordnungsämter sowie Bürgermeister Ralf Abrahms (Mitte) hören von Klaudia Klensmann und Michael Prinz (v.r.) wie die Situation im Tierheim aktuell ist. Foto: Schlegel

Nach Entlassungen, einem toten Welpen und viel Kritik meldet der Vorstand nun geregelte Bahnen im Tierheim. Auch Transparenz wird versprochen, doch die hat Grenzen.

author
Von Holger Schlegel
Freitag, 13.02.2026, 16:00 Uhr

Bad Harzburg. Vor gut sechs Wochen berichtete die GZ von einem Donnerwetter im Tierschutzverein und dem Tierheim Eckertal. Nun kommt dort, um bei diesem Bild zu bleiben, langsam wieder die Sonne hinter den dunklen Wolken zum Vorschein. Die Vorstandsmitglieder Klaudia Klensmann und Michael Prinz jedenfalls berichteten am Donnerstag im Rathaus vor einer Schar Verwaltungsleuten aus fünf Städten von „geregelten Bahnen“, in denen der Betrieb jetzt wieder laufe.

Die Zusammenkunft war eine gleich fünffache Vertragsunterzeichnung. Für die Städte Clausthal-Zellerfeld, Oberharz am Brocken, Liebenburg, Langelsheim und Bad Harzburg nimmt das Tierheim Eckertal Fundtiere auf und bekommt dafür je nach Größe der Stadt, Zahl der Fundtiere und Aufwand eine Kostenerstattung. Aus Bad Harzburg beispielsweise 40.000 Euro.

Diese Vereinbarungen und Verträge sind nicht neu, doch die fünf Kommunen haben sich jetzt unter Federführung von Bad Harzburg zusammen mit dem Tierschutzverein auf einheitlich formulierte Schriftstücke geeinigt.

Für Bürgermeister Ralf Abrahms war das ein schönes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Letztlich war es aber doch nur ein reiner Verwaltungsakt.

Viel spannender, auch für die Behördenvertreter, waren Antworten auf die Frage, was im Tierheim Eckertal eigentlich los ist. Immerhin waren Verein und Tierheim rund um den Jahreswechsel in die Schlagzeilen geraten. Mitarbeiter waren gleich im halben Dutzend entlassen worden, ein toter Welpe sorgte für Aufregung, auch das Veterinäramt wurde eingeschaltet. Und genau dort setzte Vereinsvorstand Klensmann nun an: Das Amt habe dem Tierheim einen guten Zustand bescheinigt, es bestünden keine Bedenken, dass der Betrieb einwandfrei laufe.
Im Tierheim Eckertal werden Fundtiere aus fünf Kommunen untergebracht. Das wurde jetzt mit einheitlichen Verträgen erneut besiegelt.

Im Tierheim Eckertal werden Fundtiere aus fünf Kommunen untergebracht. Das wurde jetzt mit einheitlichen Verträgen erneut besiegelt. Foto: Schlegel

Auch personaltechnisch brauche sich niemand Sorgen zu machen. Das Team vor Ort sei qualifiziert, neues Personal sei eingestellt worden, „wir haben alles im Griff“. Unverzichtbare Stützen seien auch die Ehrenamtlichen, die mit den Tieren Gassi gehen. Es müsse also keine Kommune Panik haben, dass die frisch ausgearbeiteten und unterzeichneten Verträge in vier Wochen wieder hinfällig seien. Klensmann: „Wir hoffen also auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.“ Die Kommunen könnten sich auch jederzeit von der Lage im Tierheim überzeugen. Klaudia Klensmann und Michael Prinz jedenfalls luden alle Behördenvertreter zur Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins am 4. März um 18 Uhr in der Sportpark-Gaststätte ein. „Wir versprechen Transparenz“, so Klensmann. Die Presse sei allerdings bei der Versammlung nicht zugelassen. So weit geht die Transparenz dann wohl doch nicht.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region