Es geht los: Start auf der A36 für das Nordharzer Millionenprojekt
Neue Verkehrsführung für die Bauarbeiten: Zwischen der Anschlussstelle Wernigerode-Nord und dem Dreieck Nordharz liegt der Verkehr jetzt ausschließlich auf der Fahrtrichtung Bernburg. Foto: Gereke
Die neue Verkehrsführung ist eingerichtet – auf der Autobahn 36 beginnen die Bauarbeiten zur Fahrbahnerneuerung. Was das für Verkehrsteilnehmer im Nordharz bedeutet.
Nordharz. Jetzt geht es los: Die A36 wird zur Baustelle. Bis Dezember wird auf der Nordharz-Autobahn die Richtungsfahrbahn Braunschweig auf einer Länge von 12,6 Kilometern erneuert. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Wernigerode-Nord und der Landesgrenze zu Niedersachsen nahe der Anschlussstelle Abbenrode. Erste Einschränkungen sind spürbar.
Die Bauarbeiten erfolgen unter laufendem Verkehr. Heißt: Nach den vorbereitenden Bauarbeiten im vergangenen Herbst und dem Einrichten der Verkehrssicherung ab Ende Februar ist der Verkehr in beide Fahrtrichtungen nun komplett auf die Richtungsfahrbahn Bernburg umgelegt. Die Planer sprechen in diesem Fall von einer sogenannten 2+0-Verkehrsführung auf der Richtungsfahrbahn Bernburg. Das bedeutet, dass auf der Fahrbahn, auf der sonst der Verkehr nur gen Osten rollt, pro Richtung ein breiter Fahrstreifen zur Verfügung steht.
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„Diese Verkehrsführung bedeutet eine temporäre Sperrung der Anschlussstellen Stapelburg und Ilsenburg in Richtung Braunschweig während der Hauptbauphase“, ergänzt Theresa Looke, Pressesprecherin Niederlassung Ost der Autobahn GmbH. Die Anschlussstelle Abbenrode bleibt während der kompletten Bauzeit gesperrt. „Es soll aber vermieden werden, nicht alle drei Anschlussstellen in diesem Bereich gleichzeitig zu sperren“, ergänzt Theresa Looke. Die Park- und WC-Anlage „Brockenblick“ auf der Richtungsfahrbahn Bernburg soll aber erreichbar bleiben. Die Umfahrung für die gesperrte Anschlussstelle Abbenrode: Der auffahrende Verkehr nutzt die Umleitung über die Richtungsfahrbahn Bernburg zur Anschlussstelle Stapelburg. Der ausfahrende Verkehr folgt der ausgeschilderten Umleitung zur nächsten Anschlussstelle Vienenburg-Ost.
„Rundum-Paket“ für die Nordharzer Schnellstraße
Die Kosten für die Erneuerung der Fahrtrichtung Braunschweig belaufen sich auf rund 22,6 Millionen Euro, teilt die Autobahn GmbH auf GZ-Nachfrage mit. Einher gehen die Arbeiten mit der Teilsanierung von insgesamt 18 Bauwerken innerhalb des Bauabschnitts – neun Bauwerke im Zuge der Autobahn und neun Überführungsbauwerke. „Auch die Auf- und Abfahrten werden im Zuge der Baumaßnahme erneuert. Es erfolgt dort jedoch ausschließlich eine Deckensanierung“, erläutert die Sprecherin der Autobahn GmbH.

Während der Bauphase kommt es zu Sperrungen der Anschlussstellen zwischen Wernigerode-Nord und Dreieck Nordharz in Fahrtrichtung Braunschweig. Foto: Gereke
Denn: Die Autobahn selbst bekommt ein „Rundum-Paket“, so Theresa Looke: Die Fahrbahn inklusive Unterbau wird grundhaft erneuert. Dazu werden die alten Asphaltschichten bis auf die Frostschutzschicht ausgebaut. Anschließend erfolgt der Neuaufbahn der Fahrbahn mit Tragschicht, Binderschicht und Deckschicht in gleicher Höhe wie zuvor. „Die Asphaltbefestigung im Abschnitt der Erneuerungsarbeiten auf der A36 variieren zwischen einer Dicke von 27,5 und 38,7 Zentimetern, abhängig vom jeweiligen Abschnitt“, informiert Theresa Looke auf GZ-Nachfrage. Darüber hinaus wird neben der Sanierung der Bauwerke auch die Entwässerung erneuert – und es wird anschließend auch eine komplett neue Sicherheitsausstattung samt Markierung geben.
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Grund für die Bauarbeiten: Die Fahrbahn habe das Ende der Nutzungsdauer erreicht, heißt es. Die letzte Teil-Sanierung in diesem Bereich erfolgte in den Jahren 2009/2010 – damals war es noch die Bundesstraße 6n. Hinzu kämen Vorschädigungen der Fahrbahn, so die Autobahn GmbH. Den schlechten Fahrbahnzustand bekommen Verkehrsteilnehmer seit Langem zu spüren – in Fahrtrichtung Braunschweig ist die Höchstgeschwindigkeit in diesem Abschnitt auf mehreren Kilometern Länge auf 80 km/h herabgesetzt gewesen.
Kürzere Abstände zwischen den Anschlussstellen
Der Bau der Nordharz-Autobahn nach der Wiedervereinigung als Bundesstraße hatte übrigens einen besonderen Grund: Die Auslegung als autobahnähnliche Bundesstraße anstelle einer Bundesautobahn ermöglichte kürzere Abstände zwischen den Anschlussstellen. So befinden sich in dem Bauabschnitt zwischen Wernigerode-Nord und Dreieck Nordharz auf den rund 12 Kilometern gleich drei. Die Umwidmung der B6n zur A36 erfolgte schließlich 2019. Die Aufstufung zu einer „regulären“ Autobahn soll, so die Hoffnung von Wirtschaft und Politik, zu einer besseren wirtschaftlichen und touristischen Vermarktung der Region Harz beitragen – aufgrund des Statuseffekts, also des psychologischen Standortvorteils, an einer Autobahn zu liegen.
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Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass in diesem Jahr zwischen Dreieck Nordharz und Wernigerode die Fahrtrichtung Braunschweig der Nordharz-Autobahn erneuert wird. Im kommenden Jahr soll dann die Gegenrichtung in diesem Bereich folgen. Theresa Looke: „Eine verbindliche Aussage ist jedoch nicht möglich, da das Bauprogramm 2027 noch nicht final ist.“

Am Dreieck Nordharz informiert ein Schild am Straßenrand über die Bauarbeiten auf der Autobahn 36. Foto: Gereke
Für die kommenden Monate auf der in diesem Jahr wahrscheinlich längsten Baustelle des Nordharzes appelliert die Autobahn GmbH: „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis und eine angepasste Fahrweise im Baustellenbereich, um die eigene und die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu gewährleisten.“
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