Bullauge ist Juwel des Oberharzer Bergbaus: Wo bleibt die Lampe?
Das Bullauge, das einen Blick in den Stollen ermöglicht, weckt den Forschergeist von Hartmut Schulz. Er vermisst aber nach wie vor dort eine Lampe. Foto: Schulz
GZ-Leser Hartmut Schulz macht auf ein besonderes Juwel des Oberharzer Bergbaus in Clausthal-Zellerfeld aufmerksam – das Bullauge in der Rathaus-Tiefgarage, das einen Blick in den Sorger Wasserlauf gewährt. Er vermisst aber nach wie vor dort eine Lampe.
Clausthal-Zellerfeld. „Einzigartig in der Oberharzer Bergbaugeschichte ist wohl, wenn ein unterirdischer Wassergraben durch ein Bullauge betrachtet werden kann. Und das sogar mitten im Stadtgebiet“, schwärmt GZ-Leser Hartmut Schulz. Konkret meint er das Bullauge an der Rathaus-Tiefgarage in Clausthal-Zellerfeld, durch das der Sorger Wasserlauf zu sehen ist. „Die Besichtigung dieses wenig bekannten Relikts ist lohnenswert“, betont er, auch wenn er im Inneren des Stollens noch immer eine Lichtquelle vermisst. Auch Thomas Gundermann vom Oberharzer Geschichts- und Museumsverein (OGMV) hätte sich dort eine Lampe gewünscht, die Installation scheint aber nicht so einfach zu sein.
Unbekanntes Relikt

In der Rathaus-Tiefgarage macht ein Bullauge auf ein einzigartiges Relikt aufmerksam. Foto: Schulz
Das Bullauge weckt Schulzes Forschergeist. „Mit einer lichtstarken Taschenlampe wird die damalige Stollenbauweise sichtbar. Es kann nur bewundert werden, was hier von den Altvorderen geschaffen wurde“, sagt er. Eine dort angebrachte Dennerttanne erklärt, dass der Wasserlauf einst die Wasser aus dem Feldgrabengelände zum damaligen Sorger Teich transportierte, der zwischen der Clausthaler Münze und der Straße am Teichdamm lag. Die unter der Erde liegenden Wasserläufe wurden zu Bergbauzeiten genutzt, um Wasser zu transportieren. Denn überirdische Gräben drohten im Winter zu gefrieren. Im Berg hingegen war es konstant sieben bis neun Grad kalt. Bei dem Bau der Tiefgarage in den 1990ern wurde schließlich dieser Wasserlauf angeschnitten. Damit dennoch dieses historische Relikt gewürdigt bleibt, wurde damals das Bullauge angebracht.
Große Teile der Bevölkerung wissen gar nicht, was für ein „Juwel der Oberharzer Wasserwirtschaft“ in der Tiefgarage versteckt liegt. Es wurde in den vergangenen Jahren auch ganz schön vernachlässigt, bis Gundermann im vergangenen Jahr das Bullauge anlässlich des Stadtjubiläums in Clausthal-Zellerfeld herausputzte. Damals äußerte er die Idee, dort einen festen Strahler zu installieren, damit die Menschen in das Innere des Stollens blicken können. Für das Festwochenende hatte er sogar eine akkubetriebene Lampe dort aufgestellt, bei der er allerdings jeden Tag die Batterien wechseln musste. „Blickt man aktuell durch das Bullauge in den Stollen, ist dort aber kein Beleuchtungskörper auszumachen“, sagt Schulz.
Großer Aufwand
Auch der OGMV-Tannenbeauftragte Gundermann bedauert das. Durch die bauliche Anlage – das Bullauge befindet sich immerhin in einer massiven Betonwand – sei es nicht so leicht dort eine Lichtquelle anzubringen, wie er es anfangs vermutet hatte. Es müsste zudem so etwas wie ein Schalter angebracht werden, mit dem die interessierten Besucher das Licht nach Bedarf an- oder ausschalten können. Womöglich müsste sogar noch der Denkmalschutz für den Bau mit ins Boot geholt werden. Hinzu komme der finanzielle Aufwand. Gundermann sicherte aber zu, das Thema noch einmal im Museumsvereins anzusprechen. Womöglich könnte der Verein eine Lösung finden und das Geld dafür locker machen.