Skisaison im Harz: Hier wird am Wochenende noch einmal geöffnet
Hinweistafeln am Wurmberg in Braunlage für Skifahrer und Rodler. Die Pisten werden am bevorstehenden Wochenende voraussichtlich noch einmal geöffnet, zum letzten Mal in dieser Saison. Foto: dpa
Bereits vorige Woche haben die meisten Skilifte im Harz die Wintersaison beendet, nur ein Betrieb will an diesem Wochenende die Pisten noch ein letztes Mal öffnen.
Harz. Die Ski- und Rodelsaison im Harz ist angesichts beinahe frühlingshafter Temperaturen vorbei. Die meisten Liftbetreiber sind einigermaßen zufrieden und denken bereits an das Ostergeschäft. Nur einer will an diesem Wochenende noch einmal Wintersportler begrüßen.
Zwar sei die Piste hart, aber es liege noch genug Schnee, sagt Fabian Brockschmidt, Betriebsleiter der Wurmbergseilbahnen. Also wolle er doch mal sehen, ob sich die Abfahrten noch herrichten lassen. Ansonsten richtet er den Blick aber schon auf Ostern, um die Kart- und Sommerrodelbahn und die Berg-Erlebniswelt zu öffnen. Ansonsten, das sieht auch er so, sei es bei Temperaturen von zehn Grad plus mittlerweile zu warm. „Das wird es jetzt gewesen sein“, sagt er.
„Das ist okay“
45 Betriebstage kann Brockschmidt vorweisen, wenn er das bevorstehende Wochenende dazu zählt. „Das ist okay“, sagt er. Eigentlich hatte er, optimistisch wie er ist, während der langanhaltenden Frostperiode zwischenzeitlich 80 Betriebstage als Ziel angegeben und von einer Saison bis in den März geschwärmt.
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Zufrieden ist Brockschmidt dennoch. Das wird deutlich, wenn er sagt: „Wir haben alle gewonnen, wir haben allen gezeigt, dass noch ein Winter da ist.“ Zwar habe er hin und wieder mit Kunstschnee ausgeholfen, aber mehrfach seien alle sechzehn Pisten vom Berg bis ins Tal geöffnet gewesen – ohne Schneekanonen. An mehreren Tagen habe der Naturschnee ausgereicht. „Das hatten wir lange nicht“, sagt Brockschmidt zufrieden und geradezu erleichtert.
Heiko Rataj, Betreiber des Erlebnis-Bocksberg in Hahnenklee, ist schon längst darüber hinweg, eine Wintersportsaison nach Betriebstagen zu bewerten. Seit einigen Jahren antwortet er auf solche Fragen, indem er sagt: „Der Winter ist die Kirsche auf dem Pudding.“ Anders formuliert klingt das so: „Seit einigen Jahren setzen wir massiv auf den Frühling, den Sommer und den Herbst, um uns ein Polster zu schaffen für einen miesen Winter.“
Nur selten Kunstschnee
Rataj sagt, die Zeiten seien vorbei, in denen mit Kunstschnee ein schmaler weißer Streifen in einer grünen Landschaft produziert werde. Das sei ökologisch weder zeitgemäß noch sinnvoll. Etwas anderes sei es, eine Piste an einigen Stellen mit Kunstschnee zu präparieren. Mit Blick auf Schneekanonen, die vor einigen Jahren bei manchem als Allheilmittel galten, um den Wintersport in den Mittelgebirgen zu retten, sagt Rataj: „Wenn keine längere Kälteperiode in Sicht ist, machen wir die Dinger gar nicht an.“
Über die Wintersportsaison sagt Rataj: „In diesem Jahr war es ganz gut, das hat der Gastronomie und den Hotels geholfen. Aber man sollte sich unabhängig davon machen.“ So sei es der Ostsee-Region gelungen, dass die Menschen mittlerweile im Winter ans Meer fahren. Auch der Harz halte auch im Winter jede Menge Angebote als Alternative bereit. Außerdem gebe es gut geführte Hotels, die mit Angeboten wie Sauna und Wellness zu jeder Jahreszeit gut besucht seien.
Vorige Woche hatte Holger Körber seinen Rodellift von Dienstag bis Freitag geöffnet, jetzt ist aber Schluss. Er kommt auf 25 Betriebstage und sagt: „Alles gut, das war in Ordnung.“ Körber, der im vorigen Jahr seinen Skilift abgerissen hat, weil sich das Geschäft nicht mehr lohnte, hat davon profitiert, dass er seinen Rodellift zu Zeiten öffnen konnte, als gerade in mindestens einem Bundesland Ferien waren. „Dadurch hat sich das auch in der Woche gelohnt.“ Ansonsten hat er aber festgestellt, „dass die Leute weniger Geld haben“. Viele Eltern hätten ihre Kinder alleine auf die Piste geschickt, an seinem Lift wird pro Person bezahlt.
Nicht solche Winter wie früher
Karsten Otto von den Alberti-Liftbetrieben am Matthias-Schmidt-Berg in St. Andreasberg hat die Saison ebenfalls beendet. „Wir können nicht mehr öffnen, es ist sehr mild, die Schneebedingungen reichen nicht mehr aus“, sagt er. Sein Fazit lautet: „Wir sind zufrieden.“ Rund 30 Betriebstage hat er gehabt, schätzt Otto und fügt an: „Aber wir kommen nicht an die Verhältnisse von früher ran.“ Dafür habe es zwischendurch zu viele Regentage gegeben, der Winter sei nicht konstant gewesen. Aber mit Sommerrodelbahn und einem Mountainbike- und Downhill-Erlebnis-Park lebt auch Otto mit dem Matthias-Schmidt-Berg längst nicht mehr nur vom Wintersport allein. So laufen auch die Planungen für eine Hängeseilbrücke weiter.
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