Gutes Gelingen auch im Hochbeet und Pflanzkübel
Der Anbau von Kartoffeln im heimischen Garten ist kein Hexenwerk, doch gewisse Ratschläge müssen Selbstversorger beachten. Foto: Pixabey
Kartoffeln sind ein Grundnahrungsmittel und super vielseitig verwertbar. Dabei gelingt der Anbau ganz einfach – im Garten und sogar auf dem Balkon. Die GZ gibt Tipps.
Die Kartoffel (Solanum tuberosum) ist als Grundnahrungsmittel weltweit in aller Munde. Sie sind ein wichtiges Gemüse in jedem Selbstversorgergarten. Ob gekocht, gebraten oder frittiert – ihre Zubereitungsarten sind ungeschlagen vielseitig und ihr Anbau ist selbst für Anfänger einfach – dennoch gibt es einige Tipps zu beachten, die den Ernteerfolg noch steigern können.
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Wer Kartoffeln im großen Stil anbauen möchte, sollte ausgewiesene Pflanzkartoffeln erwerben. Sie gibt es in allen Formen und Farben im Gartenhandel und bei spezialisierten Anbauern.
Pflanzkartoffeln verwenden
Sicherlich wäre bei kleineren Anbaumengen auch der Griff in die heimische Kartoffelkiste möglich. Schnell sind vom Gartenfreund einige faustgroße Kartoffeln vor dem Verzehr gerettet und zum Vorkeimen bereitgelegt, aber Obacht: Viele Speisekartoffeln werden mit keimhemmenden Mitteln behandelt. Sie sind „gepudert“, damit sie nicht im Vorratsschrank mit dem Treiben beginnen. So behandelte Kartoffeln eignen sich nicht mehr für den Anbau.
Noch ein Tipp: Auch im Kartoffelanbau bringt ein Vorziehen einen guten Vorsprung. Das Vortreiben sorgt für eine schnellere Ernte.

Auch beim Kartoffelanbau heißt es: Vorziehen bringt Vorsprung – und eine frühe Ernte. Foto: pixabey
Zum Vorkeimen von Kartoffeln haben sich Eierkartons und Eierpaletten bewährt. Die Mulden haben die richtige Größe für Pflanzkartoffeln und die Pappe zersetzt sich später im feuchten Boden. Die Kartoffeln sollten an einem hellen, luftigen Ort bei etwa 15 Grad Celsius stehen. Der beste Zeitpunkt fürs Vortreiben ist Anfang/Mitte März. Die Knollen keimen bereits binnen zwei Wochen. Mit kräftigen Trieben versehen können die Frühkartoffeln zwischen Ende März bis Mitte April ins Beet umziehen. Der Boden sollte mittelfeucht bis trocken und locker sein. Die Pflanztiefe liegt bei zehn bis 15 Zentimetern. Das schützt sie gut vor Frost und Kälte.
Bis zwölffache Erntemenge
Für eine Beetfläche von zehn Quadratmetern werden etwa drei Kilogramm Pflanzkartoffeln benötigt. Der zu erwartende Ertrag liegt je nach Sorten beim Neun- bis Zwölffachen.
Vorziehen bringt Vorsprung
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Kartoffeln gedeihen auf leichten bis mittelschweren, tiefgründigen Böden ohne Staunässe. Sie lieben sonnige und warme Standorte. Karge Böden können mit reifem Mist und Kompost angereichert werden.
Im Kulturverlauf ist Anhäufen von Kartoffeln eine wichtige Pflegemaßnahme, um den Ertrag weiter zu erhöhen. Wenn die Triebe knapp 20 Zentimeter aus dem Boden schauen, werden sie kurzerhand noch einmal mit Erde bedeckt.
Die Kulturzeit von Kartoffeln variiert je nach Sorte, beträgt jedoch für Frühkartoffeln etwa 90 bis 120 Tage bis zur Ernte.
Da es frühe und späte Kartoffelsorten gibt, ist eine Ernte von Juni bis Oktober möglich. Zum Ernten wird eine Grabegabel verwendet, sobald das Kraut abgestorben ist.
Gute und schlechte Nachbarn
Tipp: Nur alle vier Jahre sollten Kartoffeln auf der gleichen Parzelle angebaut werden. Tomaten sollten nicht in unmittelbarer Nähe stehen, um unter anderem die Übertragung von Krautfäule zu vermeiden. Kohl und Bohnen sind hingegen gute Nachbarn. Als Nachkultur eignen sich Senf und Ölrettich als Gründünger.
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Aber das Beste ist: Um in den Genuss selbst geernteter Kartoffeln zu kommen, ist gar kein Garten erforderlich. Der Anbau gelingt ebenso problemlos in Hochbeeten oder in einem Kübel auf dem Balkon. Da Kartoffeln auch hier keine Staunässe mögen, ist unbedingt auf eine Drainage im Kübel oder Abzugslöcher zu achten.
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