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Repair-Café geht an den Start

GZ Plus IconWo Harzburger ihre Elektrogeräte gratis reparieren lassen können

Manfred Hesse (l.) und Heiner Willkommen sind zwei der Ehrenamtlichen, die im Mehrgenerationenhaus Elektrogeräte reparieren.

Manfred Hesse (l.) und Heiner Willkommen sind zwei der Ehrenamtlichen, die im Mehrgenerationenhaus Elektrogeräte reparieren. Foto: Schlegel

Im Mehrgenerationenhaus wird es demnächst die Möglichkeit geben, Elektrogeräte gratis reparieren zu lassen. Die GZ sagt, wann es losgeht und was instandgesetzt wird.

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Von Holger Schlegel
Sonntag, 08.02.2026, 18:00 Uhr

Bad Harzburg. Muss man immer alles gleich wegwerfen, nur weil es nicht mehr funktioniert? Kann man die Brotmaschine nicht vielleicht doch noch reparieren? Die Stichsäge? Könnte man, wenn man die technischen Fähigkeiten dazu hat. So wie die sieben Herren, die künftig ihr Wissen im Repair-Café des Mehrgenerationenhauses in den Dienst der Allgemeinheit, der guten Sache und der Nachhaltigkeit stellen werden. Am Donnerstag fiel intern der offizielle Startschuss. Im März aber können die ersten Sachen zum Reparieren vorbeigebracht werden.

Das Repair-Café ist ein Projekt, an dem ganz viele Stellen beteiligt sind. Als Gastgeber fungieren das Mehrgenerationenhaus in Bad Harzburg, also die Diakonie, und die Luthergemeinde in Form des Teams Nachhaltigkeit. Mit im Boot ist auch der Landkreis mit der Kreislaufwirtschaft, die wiederum unter anderem von der Wirtschaftsregion Goslar GmbH (Wirego) unterstützt wird. Finanzielle Unterstützung gab es durch Fördermittel des Landes. Und auch die Clausthaler Marktkirchengemeinde stand den Projektentwicklern mit Rat und Tat zur Seite, dort gibt es nämlich schon ein Reparaturcafé.

Kein neuer Gedanke

Im Mittelpunkt stehen jedoch die sieben Ehrenamtlichen, die sich künftig darum kümmern wollen, dass im Haus der Kirche ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet werden kann.

Daniel Tomowski von der WiReGo, Landrat Dr. Alexander Saipa und Bürgermeister Ralf Abrahms bei der Vorstellung des Projekts.  

Daniel Tomowski von der Wirego, Landrat Dr. Alexander Saipa und Bürgermeister Ralf Abrahms (v.l.) bei der Vorstellung des Projekts. Foto: Schlegel

Dabei ist der Gedanke, etwas zu reparieren, ja eigentlich nicht neu, wie Landrat Dr. Alexander Saipa beim Projektstart im Haus der Kirche sagte. Nur sei es aus der Mode gekommen. Heute wird schneller weggeworfen und neu gekauft. Nicht zuletzt würden manche Dinge ja auch gar nicht mehr so lange halten wie früher. Deshalb müsse der Gedanke der Nachhaltigkeit auch irgendwann wieder bei der Industrie ankommen.

Eine Modellregion

„Jedes Mal, wenn Abfall vermieden wird, stärkt das unsere Region“, brachte es Daniel Tomowski von der Wirego ganz zugespitzt auf den Punkt. Er umriss kurz das Projekt „Kreislaufwirtschaft Goslar“. Immerhin sei der Landkreis eine von drei Modellregionen, die bundesweit vom Bundesbauministerium unterstützt werden. Stichwort: Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum.

Und bei diesem Projekt geht es nicht nur ums Reparieren, sondern beispielsweise auch um Upcycling: Auch alten Dingen, die manch einer in den Müll werfen würde, kann neues Leben eingehaucht werden. Da wäre etwa die Tasche, die aus alten Jeanshosen zusammengenäht wird. Tomowski nannte auch das Ausleihen als Beispiel. Maschinen und größere Elektrowerkzeuge muss man nicht kaufen.

Im Mehrgenerationenhaus steht natürlich die Arbeit der reparierenden Ehrenamtlichen im Vordergrund. Auch das passt genau zum Geist der Kreislaufwirtschaft.

Thorsten Ritzka ist der Kopf des siebenköpfigen Teams der Ehrenamtlichen. 

Thorsten Ritzka ist der Kopf des siebenköpfigen Teams der Ehrenamtlichen. Foto: Schlegel

Wie sieht die Arbeit im Repair-Café denn nun in der Praxis aus? Projektleiter ist Thorsten Ritzka. Der frühere Architekt ist schon sein Leben lang handwerklich interessiert. Ein passionierter Bastler? Er und seine Mitstreiter mögen das Wort „basteln“ nicht. In der Tat: Sie reparieren, setzen instand. Und das nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch mit Wissen.

Ein Elektromeister im Team

Heiner Willkommen beispielsweise ist Elektromeister. Sein Know-how ist natürlich unerlässlich für die Reparatur von Haushaltsgeräten. Die sollen ja hinterher nicht nur funktionieren, sondern auch sicher sein. Aber auch die anderen Mitstreiter sind vom Fach, alle kommen aus handwerklichen Berufen und reparieren nebenbei schon seit Jahren.

Was kann denn demnächst im Mehrgenerationenhaus repariert werden? Ausgestattet ist das Repair-Café dank eines finanziellen Zuschusses des Landes mit Werkzeug für die Reparatur von Elektro-Kleingeräten. „Es darf alles gebracht werden, was man mit einer Hand tragen kann“, umschreibt es Kerstin Eilers-Kamarys, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses. Mit anderen Worten: Der kaputte Kühlschrank bleibt zu Hause. Auch andere Dinge, Tischlerarbeiten oder Instandsetzungen, bei denen geschweißt werden muss, werden (vorerst) nicht ausgeführt. Inwieweit sich das im Laufe der Zeit noch ändert, muss die Entwicklung zeigen. Denkbar ist vieles, es muss aber auch machbar sein.

Anmeldung erforderlich

Das erste Mal wird das Repair-Café am Donnerstag, 5. März, ab 17 Uhr öffnen. Wer etwas vorbeibringen möchte, muss das aber vorher anmelden, damit die Ehrenamtlichen ihre Arbeit koordinieren und terminieren können. Und eins muss allen, die ihre defekten Geräte vorbeibringen, klar sein: Zaubern können Thorsten Ritzka und seine Kollegen auch nicht. Wenn kaputt, dann kaputt. Da hilft irgendwann auch noch so viel Fachwissen nichts.

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