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Regions-Präsidentenwahl in Hannover

GZ Plus IconCDU wählt Oliver Junk mit großer Mehrheit zu ihrem Kandidaten

Ein Mann spricht in ein Mikrofon.

Goslars ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk stellt sich am Dienstag den Mitgliedern der Regions-CDU in Hannover vor. Die wählen ihn mit großer Mehrheit zu ihrem Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten. Foto: Tristan Übermuth

Die Regions-CDU in Hannover setzt für die Wahl zum Regionspräsidenten auf den früheren Goslarer Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. Er wurde als Bewerber gewählt.

Mittwoch, 18.02.2026, 14:00 Uhr

Hannover/Goslar. Goslars ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, der als Professor für Kommunalrecht an der Hochschule Harz in Halberstadt arbeitet, ist offiziell Kandidat der CDU für das Amt des Regionspräsidenten in Hannover. Am Dienstagabend wurde der 50-Jährige während einer Mitgliederversammlung erwartungsgemäß und mit großer Mehrheit zum Bewerber gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Junk erhielt 98,5 Prozent der Stimmen. 195 CDU-Mitglieder stimmten während der Versammlung in Langenhagen für den Verwaltungsexperten, der in Goslar lebt. Nur drei stimmten im Maritim-Airport-Hotel am Flughafen gegen den erfahrenen Wahlkämpfer, berichtet Bernward Schlossarek, Vorsitzender des CDU-Regionsverbandes und der CDU-Regionsfraktion.

Ein Politikwechsel

Junk war am 3. Februar bereits vom Regionsvorstand der Christdemokraten nominiert worden. In ihm sehen die Christdemokraten einen Kandidaten, „der fachliche Kompetenz und langjährige kommunale Führungserfahrung“ mitbringe. Schlossarek bezeichnet die Kommunalwahl 2026 im September als „Richtungsentscheidung für die Region Hannover: „Wir wollen einen echten Politikwechsel und einen Neustart.“

Falls Junk die Wahl gewinnen sollte, würde die CDU bei der Regionspräsidentenwahl erstmals seit 2001 die SPD besiegen. Die tritt zur Regionswahl mit Eva Bender an, der Bildungs- und Kulturdezernentin der Stadtverwaltung Hannover. Die Linke schickt den Verdi-Gewerkschaftssekretär Mizgin Ciftci ins Rennen.

Junk wird in einer Mitteilung des CDU-Regionsverbandes Hannover mit den Worten zitiert, zum „Pflichtprogramm“ würden für ihn unter anderem „eine höhere Attraktivität, eine bürgernahe und serviceorientierte Verwaltung“ sowie „ein Miteinander auf Augenhöhe zwischen der Landeshauptstadt und den gleichberechtigten Mitgliedskommunen“ gehören. Sein Ziel sei es zudem, „die ehrenamtsfreundlichste Region Deutschlands zu schaffen“. In den Mittelpunkt wolle er die Themen Verkehr, Wirtschaft und Ehrenamt stellen. Das große Potenzial der Wirtschaft und der Arbeitgeber sei bisher nicht gehoben worden.

Umzug nach Hannover

Junk kündigte kürzlich in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen an, im Fall seines Wahlsiegs mit seiner Familie nach Hannover zu ziehen. Die Zeit bis zum Wahltermin am 13. September wolle er nutzen, um sich den Menschen in der Region vorzustellen. Im Wahlkampf setze er auch auf Social Media. Außerdem stelle er ein ehrenamtliches Wahlkampfteam zusammen. Dazu dürften vermutlich frühere Wegbegleiter gehören, die ihn bereits in Goslar im Wahlkampf gegen Urte Schwerdtner unterstützt haben, gegen die er die Wahl 2021 verlor.

Mit den Themen, die in der Region Hannover diskutiert werden, ist Junk bereits vertraut. Seit rund drei Jahren berät er die CDU-Regionsfraktion in Rechtsfragen. Der Kontakt zu ihm sei zustandegekommen, weil die CDU „über die Hochschule“ einen Experten auf diesem Gebiet gesucht habe, berichtete Bernward Schlossarek der GZ kürzlich.

Die Region Hannover ist das größte Landkreis-Gebilde in Niedersachsen und laut Schlossarek sogar bundesweit. Der Verbund vertritt rund 1,2 Millionen Einwohner, in der Verwaltung sind 3200 Mitarbeiter beschäftigt. Der Regionspräsident ist unter anderem für den öffentlichen Personennahverkehr, die Krankenhausversorgung und die Abfallentsorgung zuständig. Der aktuelle Regionspräsident Steffen Krach (SPD) gibt sein Amt auf, weil er in Berlin für die Sozialdemokraten als Regierender Bürgermeister kandidiert.

Ein weiterer Goslarer

Die Wahl von Oliver Junk zum CDU-Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten mit 98,5 Prozent bezeichnet Bernward Schlossarek als „super Ergebnis“ und als Zeichen für „große Geschlossenheit“. Die Stimmung in der Versammlung sei „von Aufbruch, Zuversicht und spürbarer Entschlossenheit“ geprägt gewesen.

Im Rathaus von Hannover sitzt mit Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) übrigens bereits ein Goslarer. Bei den Kommunalwahlen entscheiden die Wähler auch über die Besetzung des Chefpostens im Rathaus.

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