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Großprojekt der Stadt

GZ Plus IconMeilenstein auf dem Weg zum neuen Seesener Feuerwehrgerätehaus

Vor Garagen stehen in Reihe die Fahrzeuge einer Feuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr Seesen soll ein neues, modernes Feuerwehrgerätehaus bekommen. Eine Erweiterung am alten Standort ist unter anderem aus Denkmalschutzgründen nicht möglich. Foto: Stadt Seesen

Viele Jahre laufen bereits die Planungen, jetzt erfolgt ein Meilenstein auf dem Weg zum neuen Feuerwehrgerätehaus für Seesen. So soll es aussehen, so geht es weiter.

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Von Andreas Gereke
Mittwoch, 18.02.2026, 04:00 Uhr

Seesen. Meilenstein auf dem Weg zum neuen Feuerwehrhaus für die Seesener Brandbekämpfer: Der Landkreis Goslar hat die Baugenehmigung fürs neue Gerätehaus erteilt. Nächstes großes Etappenziel ist die Suche nach einem Generalunternehmer, teilt die Stadt mit.

„Wir haben mit Spannung darauf gewartet“, so Petra Borchert, Fachbereichsleiterin für Ordnung bei der Stadt Seesen, in einer Pressemitteilung der Verwaltung. Zwar habe auf Seiten der Stadt Seesen genügend „Raum“ bestanden, um die Planungen ohne Zeitverlust fortzuschreiben – doch erst jetzt herrsche die Gewissheit, dass tatsächlich alles wie geplant umgesetzt werden könne.

Was sehen die Planungen vor? Entstehen soll auf dem ehemaligen Seesener Schützenplatz ein Feuerwehrgerätehaus mit 13 Garagen, informiert Axel Hengehold, Seesens Pressesprecher, auf GZ-Nachfrage. Zum Komplex zählen zudem Waschhalle, Übungsturm, Einsatzzentrale, Stabsraum, Schulungsräume sowie Räume für die Kinder- und Jugendfeuerwehr. Das neue Gebäude soll auch die zentrale Kleiderkammer, eine Kfz-Werkstatt mit zwei Hebebühnen, Atemschutzwerkstatt, Lagerräume, Waschplatz und Wasserentnahmestelle beherbergen, ergänzt Hengehold.

Spinde für 120 Einsatzkräfte

„Die Umkleidebereiche erhalten Spinde für 120 Einsatzkräfte. Im und am Übungsturm kann Anleitern, Abseilen, Tiefenrettung, Tür- und Fensteröffnung geübt werden. Das Feuerwehrgerätehaus soll darüber hinaus mit Schulungsräumen und Übungsmöglichkeiten für die stadtweite Modulare Grundausbildung genutzt werden“, erklärt Hengehold. Die Alarmausfahrt führt auf die Bornhäuser Straße. Die Erschließung des Grundstücks wird von der Straße „An der Masch“ gebaut. Ein solches Großprojekt kostet natürlich. Die Stadt Seesen spricht von rund 20 Millionen Euro. Hengehold: „Wir halten diese Summe nach wie vor für realistisch.“

Eine Visualisierung zeigt das neue Seesener Feuerwehrgerätehaus. Es soll 13 Garagen umfassen.

Die Visualisierung zeigt, wie das neue Seesener Feuerwehrgerätehaus aussehen könnte. Zum Gebäude gehören neben einem Übungsturm auch 13 Fahrzeuggaragen. Foto: Stadt Seesen

Wie geht es nach der Baugenehmigung weiter? Die Stadt sucht nun einen Generalunternehmer, der die eigentlichen Bauarbeiten bis zur schlüsselfertigen Übergabe betreuen kann. Aufgrund des Investitionsvolumens wird die Ausschreibung europaweit erfolgen. „Optimal wäre ein Generalunternehmer, der mit Projekten dieser Größenordnung vertraut ist und vielleicht sogar an anderer Stelle schon mal ein vergleichbares Gebäude errichtet hat“, beschreibt Fachbereichsleiterin Petra Borchert die Anforderungen in der Mitteilung.

Bereits im vergangenen Jahr waren Vorarbeiten auf dem Schützenplatz erfolgt. Am späteren Bauplatz für das Feuerwehrgerätehaus waren Schmutzwasserleitungen neu verlegt worden. Das war notwendig, damit später das Gebäude nicht direkt auf der Leitung gestanden hätte, die quer unter dem Schützenplatz verlief, damit in einem Schadensfall nicht der Boden des Gerätehauses hätte aufgerissen werden müssen, um an die defekte Leitung zu kommen.

Warum der Anbau notwendig ist

Notwendig wird der Neubau, weil das derzeitige Feuerwehrhaus nicht mehr den Anforderungen genügt: Die Garagen sind zu klein für moderne Feuerwehrfahrzeuge. Heutige Anforderungen an Arbeitssicherheit und Hygiene können in den alten Räumlichkeiten sowohl im Bereich der Ortsfeuerwehr als auch im Werkstattbereich nicht oder nur teilweise umgesetzt werden, hatte Hengehold im vergangenen Jahr erläutert.

Visualisierung des neuen Gebäudes: Ein Feuerwehrfahrzeug rückt gerade aus.

Die Visualisierung ermöglicht auch den Blick aus einem anderen Winkel auf das Gebäude: Die Alarmausfahrt führt auf die Bornhäuser Straße. Foto: Stadt Seesen

Die Planungen für ein neues Feuerwehr-Domizil laufen seit Jahren: Insbesondere die Standort-Frage hatte viel Zeit in Anspruch genommen: Zunächst war einstmals eine mögliche Realisierung auf dem bisherigen Grundstück der Feuerwehr Seesen geprüft worden. Unter anderem aus denkmalschutzrechtlichen Gründen war die Idee, den derzeitigen Standort zu erweitern und umzubauen, nicht möglich. In der Diskussion waren auch eine Fläche am Park der Generationen sowie die Möglichkeit eines Grundstückskaufs an anderer Stelle, was sich aber zerschlug, da der Eigentümer nicht verkaufsbereit war. Der Schützenplatz entpuppte sich schließlich als idealer Standort, da von dort die sogenannten Hilfsfristen, also die Zeiten von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Ersthelfer und des Löschzuges am Einsatzort, bestens eingehalten werden können. Um den Platz nutzen zu können, waren viele Gespräche mit der Schützengesellschaft notwendig – seit Jahrhunderten in Besitz der Platzrechte. Deren Mitglieder entschieden sich vor einigen Jahren schließlich dafür, den Platz für den Neubau des Feuerwehrhauses zur Verfügung zu stellen, hieß es in einer Information der Stadt im Jahr 2023.

Damals war übrigens noch von einem optimistischeren Zeitplan die Rede: Wenn alles nach Plan verlaufen wäre, hätte bereits Mitte 2024 mit der Baugenehmigung gerechnet werden können und die Ausschreibung hätte im Herbst 2024 erfolgen können, hieß es. Jetzt sehen die Planungen die Ausschreibung der generalunternehmerischen Leistung für das 3. Quartal 2026 vor. Wenn dies erfolgreich auf den Weg gebracht worden ist, könnte im Frühjahr 2027 der erste Spatenstich auf dem ehemaligen Schützenplatz erfolgen und damit der eigentliche Bau des neuen Gerätehauses beginnen, heißt es. Aktuell geht die Stadt von rund zwei Jahren Bauzeit aus.

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