Goslarer Bürgerstiftung erhält Erbe von 300.000 Euro
Alles für Goslar und Umgebung: Jutta Schober, Meinhardt Fulst und Ulrike Olbrich bilden den ehrenamtlichen Vorstand der Bürgerstiftung. Foto: Jörg Kleine
Aus dem Nachlass einer Goslarer Familie fließen rund 300.000 Euro in das Grundkapital der Bürgerstiftung. Die Erträge kommen wohltätigen Zwecken zugute.
Goslar. Mit knapp zwei Millionen Euro hat die Bürgerstiftung für Goslar und Umgebung seit 1999 wohltätige Zwecke unterstützt. Vor allem Kindern und Jugendlichen kommen die Spenden und Erträge aus der Stiftung seither zugute. Eine Goslarer Familie stärkt die Bürgerstiftung nunmehr großzügig: Rund 300.000 Euro kommen aus einer Erbschaft hinzu.
Die Freude im Vorstand der Bürgerstiftung ist groß, wie Meinhardt Fulst, Jutta Schober und Ulrike Olbrich deutlich machen. Denn die Erbschaft festigt das finanzielle Fundament, aus dem die Bürgerstiftung langfristig zehrt, um ihre sozialen Aufgaben zu erfüllen.
Satzung und Ziele der Bürgerstiftung
Die Ziele sind in der Satzung festgelegt. Es geht um Förderung von Erziehung, Bildung, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Forschung und mildtätige Zwecke, um bürgerschaftliches Engagement und Gemeinwohl zu unterstützen. Und dies gezielt und ausschließlich in der Region, also der Stadt Goslar und Umgebung.25 Jahre Bürgerstiftung
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Dabei ist die Stiftung finanziell nachhaltig ausgelegt: Das Grundkapital wird nicht angetastet, sondern sicher angelegt. Die daraus resultierenden Erträge können dann für wohltätige Zwecke fließen. Lange Jahre erlebten viele Stiftungen dabei eine Durststrecke, denn die Zinsen für Geldanlagen oszillierten um den Nullpunkt. Da ging es Stiftungen nicht anders als Sparern.
Die Goslarer Bürgerstiftung hat diese Phase solide gemeistert. Zumal sie mit vielen Aktionen zusätzlich Spenden sammelt. Dazu zählen etwa die „Leuchtenden Kinderaugen“ in der Adventszeit und die Lange Bank mit Bürgerfrühstück auf dem Goslarer Marktplatz im Sommer.
Förderung für Kinder im Blickpunkt
Mehr als 41.000 Euro kamen vor Weihnachten 2025 zusammen, um damit Kindern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, eine Freude zu bereiten. Spenden nutzt die Bürgerstiftung aber auch für weitere nachhaltige Projekte. Dazu zählt seit vielen Jahren die Aktion „Lesen macht Spaß“ mit Lesepaten an heimischen Grundschulen. Parallel unterstützt die Bürgerstiftung aktiv Schwimmkurse für Kinder, denn immer mehr Menschen können nicht schwimmen.
„Leuchtende Kinderaugen“: Mehr als 41.000 Euro an Spenden erreicht die Bürgerstiftung bei der Aktion 2025. Foto: Kaspert
Derweil arbeitet Jutta Schober, frühere Realschulrektorin, an einem weiteren nachhaltigen Projekt für Kinder: „Mathe macht Spaß“, heißt die Devise, für die sie bereits acht Mathe-Paten gewonnen hat, die künftig in Grundschulen aktiv werden sollen. Weitere sind willkommen.
Die Goslarer Bürgerstiftung ist somit eine Erfolgsgeschichte, die sich weiterentwickelt – und 1999 begann. Damals brachten die Familie Tessner, die Goslarsche Zeitung und die Verlegerfamilie Krause insgesamt 1,4 Millionen D-Mark als Stiftungskapital ein. Motor und Organisator der Stiftung war der damalige GZ-Chefredakteur Hans Kraus.
Durch Zinserträge und weitere Zustiftungen wuchs das Stiftungskapital auf zuletzt 1,2 Millionen Euro an. Dazu zählte beispielsweise auch eine Erbschaft von 20.000 Euro vor drei Jahren. Weitere 300.000 Euro kommen nunmehr aus dem Nachlass einer Goslarer Familie hinzu.Die Goslarsche Zeitung ist auch dabei
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Das Erbe wurde Anfang Dezember an die Bürgerstiftung übertragen, erklärt Meinhardt Fulst. Insgesamt waren es rund 330.000 Euro. Nach Abzug der Kosten verbleiben 315.000 Euro, von denen 300.000 Euro fest in das Stiftungskapital gehen. Die weiteren 15.000 Euro sollen direkt für wohltätige Zwecke eingesetzt werden.
Ehrenamtliche sind willkommen
Es müssen aber nicht große Summen sein, um die gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeit der Goslarer Bürgerstiftung wirkungsvoll zu unterstützen: „Jeder Euro zählt“, so heißt von jeher die Devise. Und ganz wichtig: Jede Spende bleibt in der Region, macht Meinhardt Fulst deutlich. So plant die Bürgerstiftung im kommenden Frühjahr eine öffentliche Veranstaltung, um über die Ziele, die Projekte und die Arbeit der Stiftung zu informieren.
Offen ist die Bürgerstiftung zugleich für weitere Ideen und ehrenamtliche Unterstützer, die sich auch projektbezogen einbringen können – beispielsweise als Lese- oder Mathe-Paten.
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