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Jahresrückblick Goslar

GZ Plus IconMönchehaus: Bettina Ruhrberg geht, Miriam Bettin kommt

Das Foto zeigt von links Dorothee Prüssner, Dr. Bettina Ruhrberg, Miriam Bettin, Florian Haacke und Anke Tessner-Schreyeck im Garten des Mönchehaus-Museums.

Der VFK präsentiert die neue Mönchehaus-Direktorin Miriam Bettin, die in die Fußstapfen von Dr. Bettina Ruhrberg tritt: (v.l.) Dorothee Prüssner, Dr. Bettina Ruhrberg, Miriam Bettin, Florian Haacke und Anke Tessner-Schreyeck. Foto: Kempfer

Mönchehaus und Kaiserring: Verein zur Förderung moderner Kunst entscheidet sich für Miriam Bettin und verabschiedet Direktorin Dr. Bettina Ruhrberg.

Mittwoch, 31.12.2025, 13:00 Uhr

Im Jahr des 50. Kaiserrings steht noch etwas ganz anderes im Vordergrund: der Wechsel an der Spitze des Mönchehaus-Museums für moderne Kunst (VFK). Nach fast 20 Jahren in Goslar verabschiedet sich Dr. Bettina Ruhrberg aus dem Amt der Direktorin – jedoch nicht, ohne Goslar noch einmal einige herausragende Ausstellungen zu bescheren. Dazu gehören nach einer Überblicksausstellung über die Werke von Kaiserringträgern, von denen es nie genug geben kann („Never Enough“), ebenso wie prachtvolle Tulpentableaus von Lucia Simons sowie der Versuch, den Goslarern Videokunst mit den Filmen von Yalda Afsah näher zu bringen.

Die Nachfolge von Bettina Ruhrberg wird gesichert: Der VFK trifft eine wichtige Entscheidung und kann die 37 Jahre junge Miriam Bettin verpflichten, die in Goslar aufgewachsen ist und im Mönchehaus mit moderner Kunst in Berührung kam.

Wichtig für Kunst und Stadt

Die Katze aus dem Sack gelassen hatten die amtierende Direktorin Bettina Ruhrberg und Vorsitzender Florian Haacke bereits zur Jahreshauptversammlung des Vereins. „Uns ist bewusst, wie wichtig diese Stelle ist – für den Verein, die Stadt und den Kaiserring“, sagte VFK-Vorsitzender Florian Haacke. Bereits im Spätsommer 2024 war die Position bundesweit ausgeschrieben worden. Die Entscheidung für Miriam Bettin fiel einstimmig. Sie überzeugte auch mit ihrem Netzwerk, den Erfahrungen mit Kunstvereinen (Köln und Braunschweig) und Museen, ihrem internationalen Kontext. Der Vorstand erlebte sie als „verbindlich, konkret und schnell, das ist das, was wir hier benötigen“, sagte Florian Haacke. Viel Vorschusslorbeeren für eine junge Ausstellungsmacherin, auf die mit dem Kaiserring der Stadt Goslar und dem Ganzjahresprogramm im Mönchehaus auch große Aufgaben zukommen – sie muss den Spagat zwischen internationaler Kunstszene und lokalen Bedürfnissen und Voraussetzungen in Goslar schaffen.

Der Vorstand hegt keine Zweifel daran, dass ihr das gelingt: „Sie passt zu uns“, ist sich Vorstandsmitglied Dorothée Prüssner sicher. „Bettina Ruhrberg hat die Messlatte hochgelegt“, sagt die stellvertretende VFK-Vorsitzende Anke Tessner-Schreyeck: „Wir sind froh, dass wir so eine phantastische Person bekommen haben.“ Sie sei schlicht „ein Glücksfall für Goslar“, betont Florian Haacke.

Nahtloser Übergang im Mönchehaus-Museum

Miriam Bettin tritt die Stelle am 1. September an. Parallel dazu gestaltet Bettina Ruhrberg mit Katharina Fritsch ihre letzte Kaiserringausstellung, bevor sie nach Berlin zieht. Im Dezember wird sie auf der Rathausdäle mit großem Bahnhof verabschiedet. Eine humorvolle Feier, ein trauriger Anlass: „Wir haben ihn so spät ins Jahr geschoben wie irgend möglich“, erklärt Florian Haacke, aber nun „müssen wir uns verabschieden“. Seit Kaiserringträger Isaac Julien 2022 aufs Podest der Kaiserpfalz gestiegen sei, habe er gewusst, dass er diese Direktorin eines Tages mit Juliens Worten verabschieden würde: als „amazing, magnificent Bettina“. Ihre Leidenschaft für die Kunst ist ansteckend. Sie war eine „außergewöhnliche Direktorin“, die maßgeblich das kulturelle Leben in Goslar geprägt, das Museum geöffnet und weiterentwickelt habe, sagt Schwerdtner.

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