Warum die Orgel der Harzburger Lutherkirche ein Gerüst braucht
Ein riesiges Gerüst, zehn Meter hoch, umhüllt aktuell die Sauer-Orgel. Foto: Schlegel
Die Sauer-Orgel der Lutherkirche ist leergeräumt, alle 3000 Pfeifen sind weg. Nun steht ein Gerüst um den Orgelkasten. Die GZ erklärt, was es damit auf sich hat.
Bad Harzburg. Im Vergleich zu dem, was in den vergangenen Jahren alles in der Lutherkirche geputzt, gemalt und gebaut wurde, ist das aktuelle Projekt vergleichsweise klein. Und doch ist es für sich genommen eine recht komplexe Sache. Rund um die leergeräumte Sauer-Orgel ist ein zehn Meter hohes Gerüst aufgebaut worden, von dem aus verschiedene Restaurierungsarbeiten erledigt werden.
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Ein ungewöhnlicher und auch seltener Blickwinkel: von hinten über die Orgel ins Kirchenschiff. Foto: Schlegel
Nur noch eine leere Hülle
Die eigentliche Orgel hoch über den Köpfen der Kirchenbesucher ist also nur noch ein leeres Gehäuse mit einer Fläche von zusammen rund 100 Quadratmetern. Um diese Holzkonstruktion herum, mit dem markanten Orgelprospekt als Front, steht ein Gerüst, auf dem das Team des Restaurators Holger Windmann arbeitet. Zwei Aufgaben gilt es zu erfüllen: In einem letzten Dreieck in der Gewölbedecke hinter der Orgel muss noch die Quensen-Malerei freigelegt werden. Problem laut Holger Windmann: Beim Bau der Kirche 1903 waren diese Verzierungen aufgemalt worden, bevor die Orgel eingebaut wurde. Da war das sicherlich einfacher. Nun muss um die Orgel herum gearbeitet werden.
Freilegung kostet 20.000 Euro
Wobei das eigentliche Vorhaben wie gesagt überschaubar ist: Nur 25 Quadratmeter misst das Deckenstück, das Windmann und seine Leute bearbeiten, und die Sache geht vergleichsweise locker von der Hand. „Wir hatten Glück“, sagt der Restaurator. Befürchtungen, der Putz würde locker sein, hätten sich nicht bestätigt.

Mit Lappen und Schwamm wird das Gehäuse abgewaschen. Foto: Schlegel
Verein bezahlt Orgelreinigung
Die Generalüberholung der Sauer-Orgel ist da schon eine andere Hausnummer: 70.000 Euro kosten die Arbeiten, die in der Orgelbaufirma ausgeführt werden. Die Landeskirche schießt 20.000 Euro zu, den Rest zahlt der Förderverein für Orgelmusik in der Luthergemeinde. Und der Verein finanziert auch die Reinigung des Gehäuses mit noch einmal 6000 Euro.100.000 Euro für schwebendes Licht
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Das Instrument soll glänzen
Aber schon dadurch komme auch ein gewisser Glanz wieder zum Vorschein, verspricht Windmann. Zusammen mit den ebenfalls polierten Prospekt-Orgelpfeifen dürfte das Instrument wirklich fast wie neu aussehen.
Bis das die Gemeindemitglieder bewundern können, geht aber noch einige Zeit ins Land. Windmann wird noch den ganzen Februar brauchen. Der Einbau der gereinigten Pfeifen dürfte nach Schätzung der geschäftsführenden Pfarrerin Petra Rau den März und wohl auch den April in Anspruch nehmen. Immerhin müssen 3000 Orgelpfeifen wieder an ihren Platz. An ihren richtigen Platz. Ein riesiges Puzzlespiel, aber zu Ostern soll alles fertig sein.

Das Gerüst ist zehn Meter hoch. Foto: Schlegel
Nach 12 Jahren Restaurierung
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Wobei: Ganz vollständig ist die Freilegung noch nicht. Es fehlt noch der untere Bereich der Seitenempore, und es fehlen dafür aber auch noch die 100.000 Euro, die die Maßnahme kosten würden. Spenden werden jetzt schon gesammelt, denn ein Ziel der Kirchengemeinde ist, die Mission Quensen-Malerei zum 125. Geburtstag der Lutherkirche abgeschlossen zu haben. Und der wäre im Jahr 2028.
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