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Feuer im ehemaligen Hotel „Waldkater“

GZ Plus IconBrandursache im Lost Place weiterhin unklar

Geballte Feuerwehr-Power: Mit dem Teleskopmast aus Langelsheim und der Drehleiter aus Goslar rückten die Einsatzkräfte gegen die Flammen vor.

Geballte Feuerwehr-Power: Mit dem Teleskopmast aus Langelsheim und der Drehleiter aus Goslar rückten die Einsatzkräfte gegen die Flammen vor. Foto: Leifeld

Auch vier Tage nach dem Großbrand im ehemaligen Hotel „Waldkater“ bei Lautenthal ist die Ursache unklar. Das Gebäude war bei Fotografen sehr beliebt. Eine Geschichte von einem komplizierten Feuerwehreinsatz und einem verlorenen Ort.

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Von Andrea Leifeld
Dienstag, 19.11.2024, 04:00 Uhr

Lautenthal. Vier Tage ist der Großbrand im ehemaligen Hotel Waldkater her. Noch ist unklar, wie es dazu kam. 170 Einsatzkräfte aus fast zehn Ortsfeuerwehren hatten in der Nacht zum Samstag bis in die frühen Morgenstunden gegen das Ausbreiten der Flammen angekämpft. Die Bergwacht, der Rettungsdienst Goslar und mehrere Polizeibeamten waren ebenfalls vor Ort. Auch ein Drohnen-Team und der AB Wasser der Kreisfeuerwehrbereitschaft kamen zur Hilfe.

Großeinsatz der Feuerwehr am Freitag

Freitagabend gegen 20 Uhr ging bei der Feuerwehr der Notruf ein. Ein „Vollbrand“ der beliebten Lost-Place-Kulisse, gelegen an der L516 zwischen Lautenthal und Hahnenklee. Vor Ort gestaltete sich die Situation anders: Lediglich eine stärke Rauchentwicklung aus einem Fenster im ersten Obergeschoss deutetet für die Einsatzkräfte ein Feuer an. Der Langelsheimer Stadtbrandmeister und Einsatzleiter Matthias Brunke vermutetet zu jenem Zeitpunkt einen Entstehungsbrand in einer Zwischendecke. Einen Innenangriff ließ er allerdings aufgrund des maroden Gebäudezustands abbrechen, trotz des massiven Kräfteeinsatzes der Feuerwehren, eines Außenangriffs mithilfe des Teleskopmastes aus Langelsheim und der Drehleiter aus Goslar breitete sich das Feuer weiter aus.

Die Löschwasserversorgung gestaltet sich kompliziert.

Die Löschwasserversorgung gestaltet sich kompliziert. Foto: Leifeld

Brandursache bislang unklar

Auch die Löschwasserversorgung gestaltete sich schwierig. Drei Leitungen wurden über die gut einen Kilometer lange Wegstrecke von Lautenthal aufgebaut und mithilfe von eingesetzten Zwischenpumpen betrieben.

In der fortschreitenden Nacht mutierte das Feuer zu einem Großbrand. Die Ursache des Feuers war am Montag noch unklar. Die Brandursachenermittler waren noch nicht tätig geworden, erklärte Häuserpressesprecher Thorsten Ehlers auf Anfrage unserer Zeitung. Möglicherweise wird die Staatsanwaltschaft einen Gutachter anfordern. Mit einem Ergebnis sei auf keinen Fall vor dem Ende der Woche zu rechnen. Auch die Schadenshöhe ist schwer einzuordnen, so Ehlers.

Geschichte des „Waldkaters“

Der „Waldkater“ blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Das Gebäude wurde um 1880 als kirchliche Einrichtung erbaut. Eine Postkarte aus dem Jahr 1908 belegt, dass der Waldkater zunächst eine „Kaffeewirtschaft“ war. Daraufhin, vermutlich in der Zeit des Ersten Weltkriegs, wandelte er sich zum „Kurhaus“. Er war zudem dreimal das Motiv auf Lautenthaler Notgeldscheinen – öfter als das „Waldschlösschen“. Bereits auf einem Foto von 1925 ist der Waldkater mit Dachgeschoss und Nebengebäude zu sehen – er war nun ein Hotel. Anfang der 1950er Jahre erwarb die Braunschweigische Landeskirche das Haus, um dort ein Jugendheim einzurichten. 1972 verließ die Kirche den Waldkater zugunsten von Haus Hessenkopf. Das Gebäude wurde so wieder Hotel. Anfang der 1990er Jahre sollen Asylsuchende im Haus untergebracht gewesen sein, 1995 zog die Musikkneipe „Rappelkasten“ ein. Seit 1996 steht das Gebäude leer.

Um die Drehleiter einsetzen zu können, musste die Stellfläche erst freigeschnitten werden.

Um die Drehleiter einsetzen zu können, musste die Stellfläche erst freigeschnitten werden. Foto: Leifeld

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