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Zur Kritik am Harzburger Stadtlogo

GZ Plus IconKommentar: Teures Logo, billige Argumente

Das neue Logo ist aus dem Stadtwappen entwickelt worden, das allerdings nicht von der Bildfläche verschwinden wird.

Das neue Logo ist aus dem Stadtwappen entwickelt worden, das allerdings nicht von der Bildfläche verschwinden wird. Foto: Design Office

Über das neue Logo kann man streiten, aber bei der Kritik an den Kosten wird die Diskussion schief, sagt GZ-Redakteur Holger Schlegel in einem Kommentar.

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Von Holger Schlegel
Montag, 26.01.2026, 12:00 Uhr

Bad Harzburg. 12.000 Euro. Diese Summe hat die Debatte um das neue Stadtlogo von Bad Harzburg befeuert wie kaum ein anderes Detail. Für viele ist sie der Beweis, dass hier Steuergeld zum Fenster hinausgeworfen wurde. Verständlich, aber an diesem Punkt wird die Diskussion schief.

Ja, 12.000 Euro sind viel Geld. Und ja, man darf und sollte fragen, ob das Logo dieses Geld wert ist. Aber nein: Mit 12.000 Euro hätte man weder das Silberbornbad gerettet noch die Schlaglöcher der Stadt beseitigt. Ein Monat Betrieb im Silberbornbad kostet rund 100.000 Euro. 12.000 Euro wären also rechnerisch dreieinhalb Schwimmbadtage. Und für eine Straßensanierung reicht diese Summe nicht einmal, um ernsthaft anzufangen.

Holger Schlegel

Holger Schlegel Foto: Privat

Wer also argumentiert, man hätte das Geld „lieber ins Bad, in die Straßen oder in die Kitas stecken sollen“, greift zu kurz. Das ist emotional nachvollziehbar, aber sachlich falsch. Es sind unterschiedliche Töpfe, unterschiedliche Dimensionen und vor allem unterschiedliche Probleme.

Das heißt nicht, dass die Kritik am Logo unberechtigt wäre. Im Gegenteil. Ein Stadtlogo ist identitätsstiftend. Es sollte wiedererkennbar sein, selbsterklärend wirken und im besten Fall Stolz erzeugen. Wenn viele Bürger sagen, sie sähen darin eher Goslar als Bad Harzburg, wenn selbst Ratsmitglieder öffentlich Zweifel äußern und von fehlender Vorabinformation sprechen, dann ist das ein ernst zu nehmendes Signal.

Das eigentliche Problem ist deshalb nicht die Summe von 12.000 Euro. Das eigentliche Problem ist der Eindruck, dass ein Zeichen geschaffen wurde, das mehr erklärt werden muss, als es erklärt. Und dass ein Projekt dieser Symbolkraft offenbar an Teilen des Rates und der Öffentlichkeit vorbei entwickelt wurde.

Wer jetzt allein auf die Zahl starrt, macht es sich zu einfach. Die berechtigte Frage lautet nicht: Was hätte man mit 12.000 Euro sonst alles machen können? Sondern: Warum überzeugt ein Logo für 12.000 Euro so viele Menschen nicht?

Diese Frage lässt sich nicht mit Verweis auf das Silberbornbad beantworten. Aber sie sollte beantwortet werden, wenn das neue Zeichen tatsächlich eines für die ganze Stadt sein soll.

Holger Schlegel

Holger Schlegel Foto: Privat

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