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Band-Contest begeistert

GZ Plus Icon„Local Heroes“: Band „Undecisive“ gewinnt voller Entschlossenheit

„Undecisive“, die Rock- und Metal-Band aus Salzgitter-Bad, sind die Sieger des Local Heroes-Events.

„Undecisive“, die Rock- und Metal-Band aus Salzgitter-Bad, sind die Sieger des Local Heroes-Events. Foto: Leifeld

Punkrock, Hip-Hop und Gitarrenpower: Beim ersten Local-Heroes-Bandcontest in Lautenthal bebt der Kurpark. Drei Bands kämpfen um den Einzug ins Landesfinale – und trotzen Regen, Stromausfall und harter Jurywertung.

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Von Andrea Leifeld
Montag, 14.07.2025, 04:00 Uhr

Nordharz. Eine bebende Konzertmuschel und im Licht der Bühnenshow blitzende Bäume - so etwas hat der alt-ehrbare Kurpark noch nicht erlebt. Anlass ist der Local Heroes Bandcontest, der am Samstagabend erstmals in der Bergstadt ausgetragen wurde. Drei Bands aus der Region treten in einem jeweils 30-minütigen musikalischen Kampf gegeneinander an. Ihr Ziel ist es, die nächste Stufe des Contests beim Südniedersachsen-Entscheid in Einbeck zu erreichen.

„Sturzflug“ aus Seesen bieten Punk.

„Sturzflug“ aus Seesen bieten Punk. Foto: Leifeld

Die aus Seesen stammende Punkrock-Formation „Sturzflug“ startet den Wettbewerb mit einer klaren Haltung und gesellschaftspolitischen Texten. Danach folgt das Duo „Deeska & Bandiit67“, das mit Hip-Hop, urbanem Sound und Beats und eigenem Ganster-Rap seine Fans begeistert. Als dritter im Bunde betreten „Undecisive“ (dt. für unentschlossen), die einst aus der Schulrockband des Gymnasiums Salzgitter-Bad hervorgingen, die Bühne. Sie verbinden kraftvolle Gitarrenarbeit mit eingängigen Melodien und einer ausdrucksstarken Gesangsstimme. Die Aussagen in ihren Texten macht ihre Musik außerdem zu einem wichtigen Statement. Souverän stemmen sie auch einen kurzzeitigen Stromausfall während ihres Auftritts. All das beschert den rockigen Gästen aus Salzgitter schließlich den Contest-Sieg in Lautenthal.

„Deeska & Bandiit67“ sind zwei wahrhaft böse Buben aus Goslar. Sie gehen mit Gangster-Deutsch-Rap an den Start.

„Deeska & Bandiit67“ sind zwei wahrhaft böse Buben aus Goslar. Sie gehen mit Gangster-Deutsch-Rap an den Start. Foto: Leifeld

Die fünfköpfige Jury, bestehend aus den lokalen Musikern und Kulturveranstaltern Steffen Heister, Sven Eichler, Marco Assmann, Olly Strohmeyer und Nina Jennewein, macht es sich backstage nicht einfach, die Darbietungen in acht Kategorien wie Arrangement, Groove, Eigenständigkeit und Gesang zu bewerten. Auch die Frage, ob der Musikact generell eine Zukunft in der stark umkämpften Szene haben könnte, beschert wichtige Zusatzpunkte. Neben der 60-prozentigen Gewichtung der Jurystimmen ist auch das Voting des Publikums wichtig, denn dessen Stimmen fließen zu 40 Prozent in die Abschlusswertung ein.

Backstage werden die Stimmen des Publikums ausgezählt. Insgesamt geben 60 Besucher ihre Stimmen ab.

Backstage werden die Stimmen des Publikums ausgezählt. Insgesamt geben 60 Besucher ihre Stimmen ab. Foto: Leifeld

Der Wettbewerb wurde vom Projekt „Local Heroes Niedersachsen“ organisiert. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Landesarbeitsgemeinschaft Rock in Niedersachsen e. V., die vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wird. Der Wettbewerb fand erneut unter der Leitung des Vereins Goslarer Music Szene e. V. (GMS) statt, dessen Vorstandsvorsitzender der Veranstaltungstechniker Jorden Roblick ist.

Fachjury und Publikums-Voting

„Ziel ist es, jungen Künstlerinnen und Künstlern aller Stilrichtungen aus der Popularmusik eine Plattform zu bieten, um sich zu präsentieren, und den Austausch innerhalb der regionalen Musik-Szene zu fördern“, betont Jorden Roblick am Samstagabend. Aber das sei gar nicht einfach: „Die Bandmitglieder dürfen das Durchschnittsalter von 30 Jahren nicht überschreiten, sie müssen aus der Region kommen, eigene Songs schreiben und in der Lage sein, ein 30-minütiges Bühnenprogramm zu gestalten“, fasst er weiter zusammen. „Wir wollen die Bands motivieren und fördern, ihre eigenen Sachen zu machen.“ Heute würden viele Bands nur noch covern. Da sei eine 30-minütige Bühnenshow für viele (Nachwuchs-) Bands schon eine Herausforderung.

Das Publikum lässt sich durch den Regen nicht verprellen.

Das Publikum lässt sich durch den Regen nicht verprellen. Foto: Leifeld

„Ein anderer Punkt ist, dass wir als Veranstalter auf die Bands zugehen und sie aktiv anschreiben müssen. Von allein bewerben sie sich nicht“, bedauert er. Die Szene habe sich diesbezüglich stark verändert. Zwei Jahre konnte der Contest mangels Bewerber gar nicht stattfinden. Nun zeigen sich die Veranstalter mit den drei Bandbewerbungen und dem Lautenthaler Kurpark als wunderbarem Outdoor-Veranstaltungsort zufrieden.

Dank an das Bürgerbad

Ein besonderer Dank ging auch an das Bürgerbad Lautenthal, das die Nutzung der Fläche ermöglicht hat. „Wir waren vor Jahren auch schon mal in einer Kneipe, aber da wird erzählt und es gibt Nebengeräusche. Auch bleiben nicht alle Gäste bis zum Schluss und das Publikums-Voting wird dann schwierig“, ergänzt Roblick. Auf einem Festivalgelände sei es deutlich besser, selbst bei teilweise heftigen Regenschauern, die das Publikum jedoch nicht in die Knie zwingen konnten. Am Ende beteiligten sich 60 Konzertbesucher am Voting.

Während der Auswertung der Stimmen sorgte die Goslarer Cyberpunkband „Slicer“, ein Local-Heroes-Gewinner aus dem Vorjahr, für musikalische Unterhaltung.

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