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Ortsrat Liebenburg

GZ Plus IconBlühender Streitpunkt an der Poststraße: Blumenbeet soll bleiben

Gelbe Stiefmütterchen blühen in einem Beet.

Das Beet an der Ortsdurchfahrt soll weiterhin ein bunter Blickfang bleiben. Foto: Leifeld

Trotz Pflegeproblemen will der Ortsrat den farbenfrohen Blickfang in der Ortsdurchfahrt (L500) erhalten. Weiteres Streitthema: Das Parkverbot vor der Friedhofshecke.

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Von Andrea Leifeld
Sonntag, 29.03.2026, 07:00 Uhr

Liebenburg. Bunt soll es bleiben, das Blumenbeet entlang der Ortsdurchfahrt (Poststraße) an den Liebenburger Teichen. Darauf verständigten sich die Gremiumsmitglieder um den Ortsbürgermeister Günther Meyer.

Zeigte sich das besagte Beet im Kurvenbereich bislang alljährlich farbenfroh, äußerte Gemeindegärtner Steffen Breier im Namen des Bauhofes nun den Wunsch, die bisherige Beetfläche durch einen pflegeleichten Rasen ersetzen zu dürfen. Mit mehreren Fakten untermauerte er das Anliegen: Allen voran liegt das Beet im Kurvenbereich der Landesstraße 500 und so wären die dortigen Pflegearbeiten, bedingt durch den dort starken (Lkw-)Verkehr, mit einer nicht unerheblichen Gefahr für die Mitarbeiter der Grünkolonne verbunden. Ohnehin sei die Beetfläche schattig und der Boden steinig. Pflanzen würden dort nicht so gut gedeihen. Auch das Bewässern des Beetes sei durch die leichte Hanglage schwierig. Damit eine Bepflanzung dauerhaft gut gedeiht, müsste die Erde ausgetauscht und durch guten Mutterboden ersetzt werden. Eine Rasenaussaat sei dort deutlich einfacher und mit Blick auf den weiteren Arbeitsaufwand pflegeleichter umzusetzen, so der Gärtner. Diesen Argumenten mochte der Ortsrat nicht folgen.

„Das Beet hat mit einer bisherigen Bepflanzung mit Storchschnabel und Lavendel immer sehr schön ausgesehen. Es ist ein farbenfroher Blickpunkt im Ort“, erinnerte der Ortsbürgermeister. Sollte sich diese Pflanzenauswahl nicht mehr eignen, ließen sich mit Fachkunde sicherlich auch andere Stauden für karge Schattenplätze finden. Rasen ist auch nicht pflegeleicht und das Mähen der steilen Fläche nicht mit dem Aufsitzmäher machbar, argumentierten die Ratsherren in der Runde und hielten in ihrer Empfehlung einstimmig an einer blühenden Bepflanzung fest.

Groß war ihrerseits der Dank an den Bauhof für die Pflegemaßnahmen am Biotop, das einst vor vielen Jahren durch den BUND westlich der Teichanlage zum Schutz der Amphibien angelegt wurde. Die Pflegeaufgabe wurde damals in die Hände des Ortsrates übergeben. Aber in diesem Jahr, beim Blick auf das so lange sehr kalte und schneereiche Wetter, hätten es die Ortsratsmitglieder sicher nicht bis zum 1. März, der beginnenden Brut- und Setzzeit, geschafft, die erforderlichen Pflegearbeiten durchzuführen, so Meyer.

Für die Arbeiten im kommenden Jahr will er im Namen des Ortsrates bei den örtlichen Vereinen um Mithilfe und Unterstützung bitten. Über viele Jahre hatte der Ortsrat auch die gesamte Teichanlage mit gepflegt, erinnerte er weiter. Das war aber nie die Aufgabe des Ortsrates gewesen. Für solche Pflegearbeiten sei der Teichpächter zuständig, verdeutlichte Meyer. „Aber wenn wir das nicht gemacht hätten, könnte man heute von den Bänken aus, den Teich nicht mehr sehen.“

Erinnerung an Bockwindmühle

Schön und bunt soll es auch an anderer Stelle im Liebenburger Ortsbild werden: Die Avacon-Trafostation am Edeka-Parkplatz soll verschönert werden, so teilte es der Stromanbieter dem Ortsrat mit. Die Arbeiten werden durch ein Streetart-Künstlerteam aus Potsdam ausgeführt, das bereits in den vergangenen Jahren viele andere Trafostationen im Avacon-Geschäftsbereich und somit auch in der Gemeinde Liebenburg bemalt hat. Alle vier Seiten werden mit verschiedenen, ortsbildprägenden Motiven gestaltet. Die einhellige Auswahl fiel auf die ehemalige (2012 durch einen Großbrand vernichtete) Liebenburger Bockwindmühle, das Wappen der Ortschaft Liebenburg, die Burganlage und den Dicken Turm (Hausmannturm) sowie auf das Teichgelände oder möglicherweise das Freibad. Die Kosten für die künstlerische Gestaltung werden durch das Avacon-Unternehmen getragen.

Parkende Autos an einer Hecke.

Der gepflasterte Seitenstreifen entlang der Friedhofhofshecke wird oft zum Parken genutzt. Künftig wird es verboten. Foto: Leifeld

Weitere Themen im Liebenburger Ortsrat: Eine Hecke in der Schäferwiese/Gemeindepark, Höhe des Kindergartens, soll entfernt und durch eine Rasenfläche ersetzt werden. Begründet wird das Vorhaben mit der schlechten Sicht für Autofahrer durch die Hecke, während der Hol- und Bringzeiten der Kindergartenkinder.

Ein gepflasterter Seitenstreifen entlang der Friedhofhofshecke wird bei Veranstaltungen im Kulturverein Lewer Däle und bei Beerdigungen oft zum Abstellen von Autos genutzt. „Das ist aber so nicht richtig“, erklärte der Ortsbürgermeister Günther Meyer. Der Streifen wurde angelegt, damit dort die gegenüber parkenden Fahrzeuge besser zurücksetzen und ausparken können. Durch die Falschparker käme es bei den Verkehrsteilnehmern immer wieder zu beengten oder gar gefährlichen Situationen. Auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge sei die Durchfahrt dann zu eng. Die Sachlage wurde vom Ordnungsamt der Gemeinde Liebenburg und dem Landkreis Goslar überprüft. Zeitnah werden nun Parkverbotsschilder in jenem Bereich aufgestellt.

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