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In den Pausen

GZ Plus IconSchüler sollen Legosteine statt Handys nutzen

Emily Grimm, Artem Dobrovolskyi und Jaden Meyer (von links) aus der sechsten Klasse basteln zusammen mit Schulleiter Quint Gembus die ersten Modelle aus Legosteinen.

Emily Grimm, Artem Dobrovolskyi und Jaden Meyer (von links) aus der sechsten Klasse basteln zusammen mit Schulleiter Quint Gembus die ersten Modelle aus Legosteinen. Foto: Privat

Viele Erwachsene machen es vor: In ihren Pausen holen sie das Handy raus, nutzen soziale Netzwerke oder spielen einfach nur. Das will die Oberschule mit einem Alternativangebot bei ihren Schülern verhindern. Wie, das erklärt Leiter Quint Gembus.

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Von Michael Eggers
Donnerstag, 24.04.2025, 11:00 Uhr

Braunlage. Noch gibt es bundesweit keine einheitliche Regelung in Bezug auf die Nutzung von Handys in der Schule. In Hessen beispielsweise haben die Regierungsfraktionen einen Gesetzentwurf für ein Verbot eingebracht. Niedersachsen lehnt hingegen ein generelles Handyverbot ab, und in Braunlage will die Oberschule mit Lego versuchen, Kinder und Jugendliche von der Nutzung ihres Smartphones abzuhalten.

„Wir können ewig über Handyverbote diskutieren, aber viel besser ist es doch, gute Angebote zu machen, die einfach mehr Spaß machen, als auf einen Bildschirm zu starren“, meint Schulleiter Quint Gembus.Die Oberschule will deshalb ihre großen Pausen kreativer gestalten und im sogenannten Social-Gaming-Room künftig sogenannte Lego-Pausen anbieten. Dieses besondere Projekt rufen der Schulleiter und Imke Koch, die Leiterin der Stadt- und Schulbücherei gemeinsam ins Leben.

Vielfältiges Bauangebot

Ziel sei es, den Schülern einen Raum für Fantasie, Konzentration und gemeinsames Bauen zu bieten, führt Gembus weiter aus. Mit Imke Koch habe er bereits Grundplatten und praktische Aufbewahrungsbeutel für die kleinen Steine organisiert. „Doch für eine lebendige und abwechslungsreiche Lego-Pause braucht es vor allem eins: jede Menge Steine“, betont er.

Deshalb bitten Oberschule und Bücherei nun alle Schüler, Eltern, Lehrer und Bürger aus Braunlage darum, Lego-Steine zu spenden. „Wichtig ist, dass wir keine kompletten Modelle oder Anleitungen bekommen, denn es geht um freies Bauen und Kreativität“, erklärt der Schulleiter. Jede Handvoll Steine helfe, den Social-Gaming-Room mit einem vielfältigen Bauangebot auszustatten.

Ein besonderes Konzept dieser Lego-Pausen ist laut Gembus die Dauerausstellung der Werke. Die fertigen und die fast fertigen Bauwerke dürften in dem Raum als eine Art Exponat bleiben, sodass sich die Schüler nicht nur inspirieren lassen, sondern auch langfristig an ihren Projekten weiterarbeiten können, führt er weiter aus.

Zur Ruhe zu kommen

„Lego ist nicht nur ein zeitloser Spielspaß, sondern bietet auch viele pädagogische Vorteile“, meint der Schulleiter. Gerade für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren fördere das Bauen mit den kleinen Steinen motorische Fähigkeiten, räumliches Denken, Kreativität und Problemlösungskompetenzen, erklärt er. Darüber hinaus biete das Arbeiten mit den Steinen eine ideale Möglichkeit, in der Pause zur Ruhe zu kommen oder in der Gruppe gemeinsam Ideen zu verwirklichen.

Wer Lego-Steine spenden will, kann diese direkt in der Schul- und Stadtbücherei oder im Sekretariat der Oberschule Braunlage abgeben. Die Initiatoren freuen sich über jede Unterstützung und sind gespannt auf die kreativen Bauwerke, die in den kommenden Monaten entstehen werden.

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