Lego-Fan-Event „Gose Bricks“ zieht viele Menschen nach Goslar
Der Sandcrawler aus Star Wars wird auf den „Gose Bricks“ in einer äußerst detailreichen Eigenkreation präsentiert. Foto: Kammer
Vom Sandcrawler aus Star Wars bis zur Goslarer Kaiserpfalz: Viele Lego-Fans besuchten am Wochenende die „Gose Bricks“ in Goslars Kulturmarktplatz und ließen sich von vielen Eigenkreationen begeistern.
Goslar. Innerhalb von drei Jahren von einem Geheimtipp zum großen Event – nicht jede Veranstaltungsidee schafft das. „Gose Bricks“, das Lego-Event im Harz, zieht Scharen von Besuchern aller Altersgruppen über ein ganzes Wochenende in den Kulturmarktplatz.
Das Erfolgsgeheimnis der Veranstalter rund um Sascha Lüddecke liegt darin, dass wirklich immer etwas Neues zu sehen ist und nicht, wie beispielsweise bei Modellbahnausstellungen üblich, die stets gleiche Anlage nur an einem anderen Ort. Das Wiederkommen lohnt sich also, der Besucher kann viele neue Ideen nachtanken. Zudem freuen sich viele Lego-Liebhaber, wenn sie ein Modell sehen, mit dem sie einst selbst vor vielen Jahren gespielt haben. Gern wird dann dem ebenfalls anwesenden Enkel der Aufbau und die Funktionsweise erläutert. Und manch einem fällt sogar ein, „die Kiste müsste noch auf dem Boden stehen. Wir schauen heute gleich mal nach“.
In die selbst ersonnenen Miniatur-Welten auf dem Kulturmarktplatz können sich Lego-Fans ausgiebig vertiefen. Foto: Kammer
Eigene Werke
Der richtige Lego-Fan baut nicht einfach nach Bauanleitung, vielmehr setzt er auf „MOCs“ – das steht für „My Own Creation“ (mein eigenes Werk). Da die Steine bekanntermaßen individuell kombinierbar sind, eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. So präsentierte Oliver Wulff den Sandcrawler aus Star Wars in äußerst detailreicher Gestaltung. „Endlich kann man mal sehen, was darin passiert“, war vielfach zu hören. Und der Erbauer erläuterte gern die Feinheiten seines Bauwerks bis hin zu Darth Vader, der gleich beim Kampf auf einer Bananenschale ausrutschen wird. Über 20.000 Lego-Steine wurden verbaut, dazu noch diverse Soundmodule. Und ja, „man braucht zu Hause viel Platz“, um solche Bauwerke unterzubringen. Wenn man sieht, dass die „Nautilus“, im Maßstab 1:45, stolze 193 Zentimeter misst, stellt sich diese Frage schon. Für das berühmte U-Boot von Kapitän Nemo hat Dieter Bosold 17.000 Steine und sieben Monate gebraucht. Billig ist das Hobby auch nicht, der Materialpreis beläuft sich in diesem Fall auf 1.600 Euro. Umso schöner ist es aber dann, wenn das gelungene Werk bestaunt werden kann.

Eine Leidenschaft für mehrere Generationen. Foto: Kammer
Bauecke für Besucher
Anfassen darf der Besucher zwar nicht, aber selbst bauen. Dafür gab es eine Bauecke mit ausreichend Platz und wirklich vielen, vielen Steinen. Die braucht man, so zu sehen auch bei Familie Kempe. In sechs Monaten wurden hier 60.000 Steine zum „Bauernhof der Zukunft“ verarbeitet. Zu sehen waren die Absaugung der Gase aus dem Kuhstall, die Biogasanlage, ein Blockheizkraftwerk sowie die Nutzung von Wind- und Wasserkraft.
Tommy Schmidt hingegen präsentierte die Werkstatt von Tony Stark vom Marvel-Film „Iron Man“, gebaut nach Konzeptzeichnungen und Filmausschnitten. Im Modell ist ein Microcontroller integriert, der Ton, Bewegung, Licht und Bildschirme steuert. „Echt cool“, befand das fachkundige Publikum.

650 Steine braucht man für das Kaiserstadt-Diorama von Fabian Degen, das im Stil von Legos Architekture-Serie Kaiserpfalz, Marktkirche, den Förderturm vom Rammelsberg, das Rathaus, das Breite Tor, den Zwinger-Turm und das Zinnfiguren Museum zeigt. Foto: Kammer
Goslar als Highlight
Großes Highlight der „Gose Bricks 25“ aber war: Goslar! Das Kaiserstadt-Diorama von Fabian Degen zeigt im Stil von Legos Architekture-Serie Kaiserpfalz, Marktkirche, den Förderturm vom Rammelsberg, das Rathaus, das Breite Tor, den Zwinger-Turm und das Zinnfiguren Museum. In der Mitte finden sich Marktbrunnen und der Goldene Adler. 650 Steine braucht man dafür – und eben die Bauanleitung. Die Besucher bedauerten sehr, dass man das Modell nicht kaufen kann. Aber die vielen hier geschossenen Detailfotos deuten schon darauf hin, dass manch einer schon darüber nachdachte, sein eigenes Goslar zu bauen.
Gutgelaunt und voller Anregungen machten sich die Besucher auf den Heimweg, aber nicht ohne die vorherige Klärung einer wichtigen Frage: „Ja, auch 2026 wird es Gose-Bricks geben“. Das Team um Lüddecke sammelt bereits Ideen.